Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Semperoper und Staatsschauspiel Dresden: Ausstellung "Verstummte Stimmen - Die Vertreibung der ›Juden‹ und ›politisch Untragbaren‹ aus den Dresdner Theatern 1933 bis 1945"Semperoper und Staatsschauspiel Dresden: Ausstellung "Verstummte Stimmen -...Semperoper und...

Semperoper und Staatsschauspiel Dresden: Ausstellung "Verstummte Stimmen - Die Vertreibung der ›Juden‹ und ›politisch Untragbaren‹ aus den Dresdner Theatern 1933 bis 1945"

Ab 15. Mai 2011 bis Spielzeitende.-----

 

Gemeinsam präsentieren die Semperoper Dresden und das Staatsschauspiel Dresden das Forschungs- und Ausstellungsprojekt »Verstummte Stimmen«.

 

 

Es widmet sich einem kaum untersuchten und nie zusammenhängend dargestellten Kapitel aus dem Dritten Reich – der »Säuberung« der deutschen Opern- und Schauspielhäuser von »jüdischen« und »politisch untragbaren« Ensemblemitgliedern. Dieser Eingriff bedeutete für Tausende Berufsverbot, Exil oder Deportation wie etwa für Fritz Busch oder Kurt Weill. So steht die Ausstellung auch in thematischem Zusammenhang mit der Dresdner Erstaufführung von Kurt Weills Oper »Street Scene« am 19. Juni 2011.

 

»Verstummte Stimmen« wurde erstmals 2006 im Auftrag des Hamburger Abendblatts und der Hamburgischen Staatsoper erarbeitet. Nach der Aufarbeitung der Geschichte der Theater in Hamburg, Berlin, Stuttgart und Darmstadt werden 2013 die Bayreuther Festspiele Thema sein.

 

Ein kleinerer und bereits fertig gestellter Teil der Ausstellung rückt die Schicksale von 44 prominenten Künstlern – Komponisten, Dirigenten, Intendanten und Solisten – in den Mittelpunkt. Der zweite Teil, eine Fallstudie, die in Dresden recherchiert und produziert wird, rekonstruiert die Geschichte der Semperoper und des Schauspielhauses in dieser Zeit sowie die Biografien der damals Vertriebenen. Neben den Solisten und Solistinnen der Oper werden auch die verfolgten Schauspieler und Schauspielerinnen des Sprechtheaters vorgestellt. Es wird aber auch an die vielen bisher Namenlosen erinnert, die entlassen wurden – Chor und Orchestermitglieder, Kapellmeister und Korrepetitoren, Dramaturgen und Assistenten, Verwaltungsangestellte und Handwerker, Bühnenarbeiter und Putzfrauen, alle aus der zweiten Reihe, vor und hinter der Bühne.

 

Die Semperoper und das Staatsschauspiel Dresden zeigen die Ausstellung »Verstummte Stimmen« ab 15. Mai 2011 bis Spielzeitende in ihren jeweiligen Häusern. Das Ausstellungsprojekt »Verstummte Stimmen« wird im Auftrag der Sächsischen Staatsoper und des Staatsschauspiels Dresden in Kooperation mit dem Kunsthaus Raskolnikow e.V. durch »exhibit - ausstellungsprojekt europäische identität« realisiert. Die Autoren der Ausstellung sind Hannes Heer, Jürgen Kesting, Peter Schmidt und Sven Fritz. Hannes Heer ist als Projektleiter wie bei den vorangegangenen Stationen für die Fallstudie verantwortlich, Jens Hommel ist ihr Co-Leiter.

 

Der Katalog zur Ausstellung kostet 16,60 Euro und ist in den Verkaufsstellen von Oper und Schauspiel erhältlich.

 

Öffnungszeiten Oper

16. Mai bis 1. Juli: MoSa, 1113 Uhr (Zwingerseite). Freier Eintritt. Außerdem vom 16. Mai bis 13. Juli in Kombination mit einer Führung von SEMPEROPER ERLEBEN sowie mit einem Vorstellungsbesuch in der Semperoper.

 

Öffnungszeiten Schauspiel

16. Mai bis 13. Juli: täglich ab 12 Uhr bis nach Vorstellungsende bzw. an vorstellungsfreien Tagen von 1218 Uhr. Freier Eintritt.

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 13 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑