Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Staatsschauspiel Dresden: "Die schmutzigen Hände" von Jean-Paul SartreStaatsschauspiel Dresden: "Die schmutzigen Hände" von Jean-Paul SartreStaatsschauspiel...

Staatsschauspiel Dresden: "Die schmutzigen Hände" von Jean-Paul Sartre

Premiere 26. November 2011 im Kleinen Haus 1. -----

Der Intellektuelle Hugo wünscht sich, nicht mehr nur eine Zeitung herauszugeben, sondern einen wirklichen Auftrag: Er will wirklich etwas zu tun haben und ergattert den Auftrag einer revolutionären Gruppe, den Politiker Hoederer zu ermorden.

Die Terroristin Olga unterstützt ihn und glaubt an ihn aus der Ferne. Seine Ehefrau Jessica, immer neben Hugo, weiß zunächst von nichts, interessiert sich nicht für Politik, aber findet zuletzt den Dreh. Der Politiker Hoederer wiederum sagt von sich, er habe „schmutzige Hände bis zum Ellenbogen“ – und er sei überzeugt, dass man nicht „unschuldig herrschen“ könne.

 

Sartres Stück von 1948, das im fiktiven Staat Illyrien spielt, erzählt, wie es gekommen ist, dass der Intellektuelle den Politiker erschossen hat. Die Frage „Warum?“ bleibt dagegen offen. „Die schmutzigen Hände“ ist ein Polit-Thriller mit Verhandlungen hinter geschlossenen Türen, unsauberen Geschäften und polit-taktischen Volten; mit Personenschützern, Ehefrau und Revolver; geprägt von Eifersucht, Angst, Verstrickung und Ausnahmezustand. Zugleich aber ist Sartres Stück ein intelligentes Spiel des Widerspruchs von reinem Idealismus und bloßem Pragmatismus. Wer macht sich wie die Hände schmutzig, weil er nicht „wirklich etwas tun“ will – und wer nimmt im Gegenteil die Sachzwänge nur als Gewissensberuhigung? Soll man töten, wenn es der Sache nützt? Und tötet man nur für „die Sache“?

 

Am Staatsschauspiel Dresden inszenierte Simon Solberg Shakespeares „Romeo und Julia“ und in der vergangenen Spielzeit Lessings „Minna von Barnhelm“.

 

Mit: Thomas Braungardt, Thomas Eisen, Stefko Hanushevsky, Torsten Ranft, Annika Schilling, Antje Trautmann, Wolfgang Michalek

 

Regie: Simon Solberg

Bühne: Maren Greinke

Kostüm: Katja Strohschneider

Dramaturgie: Ole Georg Graf

 

04.12.2011 19:00 Uhr

07.01.2012 19:30 Uhr

26.01.2012 19:30 Uhr

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 9 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑