Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
TANZABEND I: reporter / freie radikale im Staatstheater KasselTANZABEND I: reporter / freie radikale im Staatstheater KasselTANZABEND I: reporter /...

TANZABEND I: reporter / freie radikale im Staatstheater Kassel

Zwei Choreografien von Johannes Wieland,

Uraufführung: Samstag, 4. November, 19.30 Uhr, documenta-Halle.

Kostprobe: Mittwoch, 1. November, 19 Uhr, documenta-Halle

Sehen oder gesehen werden. Voyeur oder Exhibitionist? In dem neuen Tanzstück reporter beschäftigen sich der neue Tanzdirektor Johannes Wieland und das Tanzensemble mit der Frage, wann wir aus einer reinen Neugier eine Obsession entwickeln.

Wie entscheiden wir uns und wie gehen wir mit den Konsequenzen um? Sehen oder gesehen werden? Und verspüren Sie nicht auch manchmal den heimlichen Wunsch, selber im Mittelpunkt zu stehen, geblendet von einem Blitzlichtgewitter?

 

»Freie, also ungebundene Radikale versetzen biologisches Gewebe in oxidativen Stress und können es zerstören, indem sie als Initiator eine Kettenreaktion auslösen.« Das zweite Tanzstück freie radikale umkreist das Thema der täglichen Neuerfindung jedes einzelnen. Wie definieren wir uns? Wie hoch ist unsere Risikobereitschaft und welche Bindungen gehen wir ein? Die Angst vor dem Stillstand und dem Aufbruch zur gleichen Zeit. Die Selbstzerstörung, die gleichzeitig auch befreiend sein kann. Wer oder was gibt uns Sicherheit? Kontrolle? Oder sind es nur die äußeren Umstände, die einengen und es erschweren, ein emotionales Risiko einzugehen?

 

Johannes Wieland ist ein international tätiger Choreograf und ehemaliger Solist des Béjart Ballet Lausanne. Der gebürtige Deutsche erhielt seine Ausbildung als Stipendiat des Balletts der Hamburger Staatsoper unter John Neumeier und war anschließend Halbsolist, zunächst am Staatstheater Braunschweig, dann an der Staatsoper Unter den Linden in Berlin unter der Leitung von Michael Denard. Er machte seinen Abschluss als Bachelor of Fine Arts an der Universität von Amsterdam und als Master of Fine Arts an der Tisch School of the Arts der New York University (NYU).

 

Seit Gründung seiner eigenen Kompanie johannes wieland 2001 in New York hat er ein einzigartiges Repertoire an Werken geschaffen, das ihm den Beifall der Kritiker von New York Times, Time Out New York und Village Voice einbrachte. Die Zeitschrift Dance Magazine führte ihn im Januar 2003 unter den 25 am meisten Erfolg versprechenden Tänzern des Jahres auf. Sein Duett shift erhielt 2004 den Essener Kurt-Jooss-Förderpreis. Im selben Jahr gehörte er auch zu den Siegern des Nationalen Choreografie-Wettbewerbs des Hubbard Street 2 in Chicago. Er war Gastchoreograf u.a. beim Berkshire Theatre Festival (Massachusetts, USA), Kaatsbaan International Dance Center (New York, USA), im Silo (Pennsylvania, USA) und in The Yard (Massachusetts, USA). Seit Beginn der Spielzeit 2006/07 ist Johannes Wieland Tanzdirektor am Staatstheater Kassel.

 

Musik: Erik Satie, Ryuichi Sakamoto / Alva Noto, J.S. Bach u.a.

Choreografie und Bühne: Johannes Wieland

Kostüme: Stefanie Krimmel

Dramaturgie: Carmen Mehnert

 

Mit: Pin–Chieh Chen, Elisabetta Lauro, Katharina Nieradzik, Leyla Postalcioglu, Maria Vincenza Straniero; Benjamin Block, Cesar Augusto Cuenca Torres, Roberto Di Camillo, Mats Terlongou, Roberto Zuniga

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 14 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑