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Uraufführung: "Cadence Macbeth: The Rise of Prince Lulach" - Oper von Norbert Zehm im Landestheater Innsbruck

Premiere 6. November 2010, 20.00 Uhr, Kammerspiele

 

Dass Shakespeare sich in seinen großen Dramen nicht genau an die historischen Tatsachen hielt, ist bekannt. Politische und Dramaturgische Motive spielten dafür eine große Rolle.

In erster Linie mussten die Stücke dem König gefallen, nur dann konnten sie aufgeführt werden, konnte seine Company überleben. Und doch irritiert es, wenn man weiß, dass Shakespeare eine historische Figur einfach komplett unter den Tisch fallen ließ. Denn Macbeths Nachfolger auf dem Schottischen

Thron war nicht Malcolm III., sondern: Lulach, König von 1057-1058, Sohn der Lady Macbeth, vormalige Queen Gruoch, aus ihrer ersten Ehe mit Gille, Than of Maray. Er spielt in Shakespeares Tragödie keine Rolle, wird nicht einmal erwähnt. Nur einmal, am Ende des 1. Akts, spricht Lady

Macbeth indirekt von ihm, wenn sie sagt: … Ich hab gestillt, ich weiß, / Wie weich es stimmt, das Kind zu lieben, das man säugt. Aber was aus diesem Kind wird, ob es noch lebt oder nicht, darüber schweigt sie und damit auch Shakespeare.

 

Die Geschichte Schottlands zeigt nun: Das Kind hat überlebt. Lulach hat Macbeth überlebt. Aber warum ihn der historische Macbeth, der überlieferter Weise nicht zimperlich war im Abschlachten von Menschen, überleben ließ, wissen wir nicht. Wo hat er gelebt? Ist er mit dem Ehepaar Macbeth in einem Haus aufgewachsen?

 

Peter Wolf geht all diesen Fragen in seinem Libretto nach und entspinnt so eine Handlung, die parallel zu Shakespeares berühmter Tragödie verläuft und diese manches Mal auch berührt, dabei aber immer ein zentrales Thema verfolgt: Lulachs unerzähltes Leben auf die Opernbühne zu bringen. Gemeinsam mit dem Komponisten Norbert Zehm umkreist er virtuos dieses Thema und arbeitet heraus, was Shakespeare zwar anklingen ließ, aber nicht weiter verfolgte. Sie zeigen den Kampf des Kindes um Identität in einem Reich aus Kriegen, Mystik und kultischen Orten, kulminierend in einer Verschmelzung aus Musik, Drama, Gälischer Legende und historischer

Handlung, die einen vollkommen neuen Blickwinkel auf das Haus Macbeth eröffnet.

 

Peter Wolf, vielfach ausgezeichneter Autor von über 38 Theaterstücken, Hörspielen und Libretti, schreibt u.a. für die Royal Shakespeare Company und BBC Radio. Seit 1990 arbeitet er regelmäßig mit Norbert Zehm zusammen.

 

Norbert Zehm, geboren in Innsbruck, wo er nach langjährigen Aufenthalten in England jetzt wieder wohnt, ist Pianist, Komponist, Performer und Kunstmaler. Seine Musik wurde in Konzerten und Festivals in ganz Europa aufgeführt. Seit den frühen 80er Jahren arbeitet er zusammen mit Roland Schrettl an audiovisuellen Performances. Die beiden gelten als die Pioniere der Synthese von traditionellen Instrumenten mit elektronischer Musik.

 

Der Schweizer Regisseur und Schauspieler war nach seiner Schauspielausbildung an den Theatern in Frankfurt am Main, Würzburg und Bern fest engagiert. Seit 1999 arbeitet er freiberuflich für Bühne und Fernsehen. 2001 begann seine Tätigkeit im Musiktheater als Regieassistent am Opernhaus Zürich, wo er 2007 die Szenen aus Goethes Faust inszenierte. Es folgte eine Inszenierung von Falstaff mit dem Cleveland Orchester unter Franz Welser-Möst. Seit Januar 2010 ist Andreas Zimmermann Spielleiter am Grand Théâtre de Genève.

 

Libretto von Peter Wolf

In englischer Sprache

 

Musikalische Leitung: Hansjörg Sofka

Kapellmeister und Korrepetitor am TLT

Regie: Andreas Zimmermann

Bühne & Kostüme: Veronika Stemberger

Ausstattungsassistentin am TLT

Videoinstallation: Roland Schrettl

 

Mit:

Macbeth ………………………Andreas Mattersberger

Lady Macbeth ……………… Judith Keller

Wyrd …………………………..Kathrin Walder

Duncan …………………….. Thomas Zisterer

Lulach Cadence ……………. Arno Raunig

Cadence als Kind ……………Solist der Wiltener Sängerknaben

Lady Macduff ……………… Petra Gruber / Ana Paula Queiroz

Drummer Boy ……………..... Lukas Peer

Damenchor des TLT, Tiroler Symphonieorchester Innsbruck

Choreinstudierung: Jan Altmann

 

Weitere Vorstellungen

(Einführung vor jeder Vorstellung – außer Premiere – um 19.30 Uhr im Foyer der Kammerspiele):

November: 12., 27.

Dezember: 2., 10.

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