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Uraufführung: „Das wollt ihr nicht wirklich“ von Bettina Erasmy bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen

Premiere 5. Juni 2010, Ruhrfestspiele Recklinghausen,Theaterzelt

 

Eine Sommernacht. Ein Wald. Geradezu magisch werden die Menschen von ihm angezogen. Wenn sie sich ihm öffnen, werden sie verwandelt. - Titania

schläft mit einem Esel, warum sollte Marie das dann nicht mit einem Wolf

tun?

Bettina Erasmy geht es – ähnlich wie in Shakespeares "Sommernachtstraum" –

um "Beziehungskisten". Ihre Helden sind die gestrauchelten Gestalten unserer

Städte, Börsenkrüppel und Möchtegernkünstler, Arbeitlose und Aussteiger. Für

deren versteinerte Herzen, ihre gebrochenen Seelen wird der Wald zum

Zufluchtsort, zum Sanatorium. Auf der Suche nach dem Ursprünglichen finden

sie hier den "Gestank des Todes" genauso wie die "Keimlinge des Lebens".

Inspiriert durch Shakespeare und Kleists Dramen - bis hin zur realen

Tragödie am Wannsee – hat die Berliner Autorin Bettina Erasmy ihren eigenen,

fast lyrischen Ton gefunden. Ihr dabei äußerst bühnenwirksames Werk zeigt

ihr untrügliches Gespür für die Bruchstellen in unserer Gesellschaft.

 

Bettina Erasmy studierte Germanistik, Philosophie und Anglistik in Köln, in den USA und in Vancouver/Kanada. Danach war sie als Dramaturgin an verschiedenen Theatern, u.a. in Meiningen und Dortmund, tätig. 1997 wurde ihre Dramatisierung von Robert L. Stevensons „Dr. Jekyll and Mr. Hyde“ an der Volksbühne Berlin uraufgeführt. 1998 folgte die Uraufführung des Stückes „Goya, Schlaflos“ an der Schaubühne Berlin und 1999 wurde beim Kunstfest in Weimar die Uraufführung „I didn’t start the fire” gezeigt. 2002 erfolgte die Uraufführung „Golem“ am Theater Basel; 2008 wurde „Mein Bruder Tom“ am Landestheater Tübingen uraufgeführt. Für dieses Stück erhielt Bettina Erasmy den Autorenförderpreis der deutschen Landesbühnen. Weitere Theaterstücke sind „Homestories“, „Vom Winde verweht“ und „Supernova“. „Mein Bruder Tom“ wurde vom Goethe-Institut ins Spanische übersetzt. Seit 2000 ist Bettina Erasmy auch als Regisseurin tätig. Sie inszenierte „Bing“ von Detlev Müller-Siemens an der Oper Bonn und „4.48 Psychose“ von Sarah Kane am Staatstheater Nürnberg. Ein Lyrikband mit dem Titel „Wärmefaktor“ wird 2010 im Suhrkamp Verlag erscheinen.

 

Regie: Tilman Gersch | Bühne: Henrike Engel | Kostüme: Henrike Engel | Musik: Bernd Jestram

 

mit: Michael Birnbaum | Sybille Weiser | Jörg Zirnstei | Doreen Nixdorf | Michael v. Burg | Michael Günther | Benjamin Krämer-Jenster

 

Die Aufführung ist eine Koproduktion des Hessischen Staatstheaters Wiesbaden und den Ruhrfestspielen Recklinghausen. Die

Wiesbaden-Premiere findet am 25. September 2010 im Kleinen Haus statt.

 

Im Rahmen der Theaterbiennale NEUE STÜCKE AUS EUROPA gibt es am Freitag, den 26. Juni 2010 im Kleinen Haus eine Voraufführung.

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