Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
URAUFFÜHRUNG: »Die Andere« von Sidney Corbett - Theater MagdeburgURAUFFÜHRUNG: »Die Andere« von Sidney Corbett - Theater MagdeburgURAUFFÜHRUNG: »Die...

URAUFFÜHRUNG: »Die Andere« von Sidney Corbett - Theater Magdeburg

Premiere am Fr. 18. 3. 2016 um 19.30 Uhr im Schauspielhaus/Bühne. -----

Abraham wurde prophezeit, dass er Stammvater eines Volkes werde. Doch seine Position ist bedroht: Seine Frau Sara hat keinen Sohn geboren. Sie schlägt ihm vor, stattdessen ihre Magd Hagar zu schwängern.

Tatsächlich wird Hagar schwanger und auch Sara erwartet wider alle Erwartungen ein Kind. Abrahams Machtansprüche scheinen gesichert, aber die Saat des Konfliktes – nicht nur zwischen den beiden Frauen – ist gelegt.

 

Zum ersten Mal seit langem präsentiert das Theater Magdeburg die Uraufführung einer eigenen Auftragskomposition. Nach ihrer ersten erfolgreichen Zusammenarbeit mit »Noach«, 2001 uraufgeführt in Bremen, haben sich der amerikanische Komponist Sidney Corbett und der deutsche Schriftsteller und Dramatiker Christoph Hein erneut einem biblischen Stoff zugewendet. Sie entkleiden die biblische Geschichte über den Stammvater der Juden und der Muslime ihrer religiösen Überhöhung und führen sie auf die Grundfragen des menschlichen Zusammenlebens zurück: Wie skrupellos kämpfen wir um unsere Macht? Wie lebenswert ist eine Ordnung, die daraus resultiert?

 

Sidney Corbett

Der US-amerikanische Komponist mit katholischen und jüdischen Wurzeln lebt seit 1985 vorwiegend in Deutschland und unterrichtet seit 2006 Komposition an der Mannheimer Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. Sein breitgefächertes und international aufgeführtes Werk umfasst Bühnen-, Orchester-, Instrumental-, Solo- und Vokalliteratur und wurde mit zahlreichen Preisen im In- und Ausland ausgezeichnet. Ein besonderer Schwerpunkt seiner jüngeren Arbeit liegt im Bereich des Musiktheaters. Zuletzt entstanden zwei Opern für das Theater Bremen (2002 »Noach« in Zusammenarbeit mit Christoph Hein und 2007 »Keine Stille außer des Windes« nach Texten von Fernando Pessoa), 2012 »Ubu: Eine Groteske« für das Musiktheater im Revier Gelsenkirchen sowie 2013 »Das große Heft« nach dem Roman von Ágota Kristóf für das Theater Osnabrück.

 

Christoph Hein

Der deutsche Schriftsteller, Übersetzer und Essayist, der aus einem sächsischen Pfarrhaus stammt, zählt seit seiner Novelle »Der fremde Freund« von 1982 zu den wichtigsten zeitgenössischen Autoren. Der erste Präsident des gesamtdeutschen PEN-Clubs ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und der Sächsischen Akademie der Künste. Sowohl in seinen Erzählungen als auch in seinen dramatischen Werken beschäftigt er sich mit historischem oder mythologischem Geschehen, das er aus der Sicht von Randfiguren schildert bzw. unter neuen Gesichtspunkten betrachtet. Zuletzt erschien mit »Vor der Zeit: Korrekturen« seine Neuinterpretation verschiedener griechischer Mythen. Mit Sidney Corbett verbindet ihn seit Ende der 1980er Jahren eine künstlerische Zusammenarbeit, als Corbett über die innerdeutsche Grenze Kontakt zu ihm aufnahm: 1990 wurden Corbetts »Lieder aus der Dunkelkammer« nach Heins Texten uraufgeführt, 2001 entstand die gemeinsame Oper »Noach«.

 

Kammeroper in acht Szenen

Libretto von Christoph Hein

Kompositionsauftrag des Theaters Magdeburg

 

Musikalische Leitung Michael Wendeberg

Regie/Bühne Ulrich Schulz

Kostüme Falk Bauer

Dramaturgie Ulrike Schröder

 

Abraham Roland Fenes

Sara Ks. Undine Dreißig

Hagar Julie Martin du Theil

Nachor Manfred Wulfert

Die drei Räte Kim Schrader, Kai Preußker, Paul Sketris

 

Weitere Vorstellungen So. 27. 3. / Do. 7. 4. / Sa. 14. 5. 2016, jeweils 19.30 Uhr

Premierenfieber zur Uraufführung

So. 13. 3. 2016, 11.00 Uhr, Opernhaus/Wagnerfoyer

Regieteam, Komponist, Librettist und Sänger stellen auf dieser Einführungsmatinee im Gespräch mit Dramaturgin Ulrike Schröder die neue Produktion vor. mit Sidney Corbett, Christoph Hein, Michael Wendeberg, Ulrich

 

Kolloquium zur Uraufführung

Fr. 26. 2. 2016, 16.00 bis 19.00 Uhr,

Vertretung des Landes Sachsen-Anhalt in Berlin, Sachsen-Anhalt-Saal

Die Geschichte von Abraham, Sara und Hagar fordert bis heute heraus.

In dem Kolloquium beleuchten renommierte Wissenschaftler bzw. Publizisten

sowie die Autoren der Kammeroper in vier Impulsreferaten das

Werk und die Thematik aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Eine abschließende

Podiumsdiskussion soll auch das Publikum mit in die für

die abendländische Kultur grundlegenden Streitfragen einbeziehen.

Ablauf:

16.00 Uhr Begrüßung

Dr. Michael Schneider, Staatssekretär für Bundes- und Europaangelegenheiten

des Landes Sachsen-Anhalt

Marc Stefan Sickel, stv. Generalintendant des Theaters Magdeburg

16.15 Uhr »Jüdische Themen in der Oper«

Julia Spinola, freie Musikjournalistin u. a. für »Die Zeit«, »Fonoforum«,

»Deutschlandfunk« und SWR 2

16.35 Uhr »Abraham, Hagar und Sara aus theologischer Sicht«

Guido Erbrich, Pädagogischer Leiter des Roncalli-Hauses Magdeburg

16.55 Uhr »Von der Bibel zum Libretto«

Christoph Hein, Schriftsteller

17.15 Uhr »Politische Oper im Verständnis junger Menschen«

Prof. Dr. Manuela Schwartz, Professorin für Historische Musikwissenschaft

an der Hochschule Magdeburg-Stendal

17.30 Uhr Empfang mit musikalischem Beitrag

18.00 Uhr Podiumsgespräch

über den Kompositionsauftrag des Theaters Magdeburg mit

Sidney Corbett Komponist

Christoph Hein Librettist

Michael Wendeberg Musikalische Leitung

Stefan Conradi Musikverlag C. F. Peters

Ulrike Schröder Dramaturgin

Anmeldung erbeten unter:

veranstaltungen@lv.stk.sachsen-anhalt.de

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 22 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑