Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Uraufführung: "Karl Marx, Das Kapital, Erster Band" im Düsseldorfer SchauspielhausUraufführung: "Karl Marx, Das Kapital, Erster Band" im Düsseldorfer...Uraufführung: "Karl...

Uraufführung: "Karl Marx, Das Kapital, Erster Band" im Düsseldorfer Schauspielhaus

von Helgard Haug & Daniel Wetzel / Rimini Protokoll

Premiere: 4. November 2006, 19.30Uhr, Kleines Haus

Koproduktion mit dem HAU Berlin, dem Schauspielhaus Zürich und dem Schauspiel Frankfurt.

 

 

751 Seiten liegen zwischen dem ersten und dem letzten Satz – zwischen „Der Reichtum der Gesellschaft, in welchen kapitalistische Produktionsweise herrscht, erscheint als eine „ungeheure Warenansammlung“, die einzelne Ware als seine Elementarform.“ und „Was uns allein interessiert, ist das in der neuen Welt von der politischen Ökonomie der alten Welt entdeckte und laut proklamierte Geheimnis: kapitalistische Produktions- und Akkumulationsweise, also auch kapitalistisches Privateigentum, bedingen die Vernichtung des auf eigner Arbeit beruhenden Privateigentums, d.h. die Expropriation des Arbeiters.“

Aber was steht dazwischen? Und wer hat es gelesen? Wie oft, wann, und warum?

Die Künstlergruppe Rimini Protokoll ist bekannt geworden durch postdramatische Gegenentwürfe zum Schauspiel und seiner Dramenlastigkeit. Ihre Produktionen „Deadline“ und „Wallenstein“ wurden zum Theatertreffen eingeladen, obwohl weder ein Stück gespielt wurde, noch Schauspieler auf der Bühne standen. Vielmehr setzen ihre Projekte bei Recherchen an, Gesprächen mit Menschen, die mit ihren Biografien und ihrem Fachwissen die Stoffe liefern, aus denen Rimini Protokoll mit einigen Menschen, die sie gefunden haben, Theater machen, „Experten-Theater“, eine "Renaissance und Neudefinition des dokumentarischen Theaters" (Süddeutsche Zeitung). Für ihre erste Arbeit am Düsseldorfer Schauspielhaus haben sie sich auf die Suche gemacht nach Menschen, die dem Ersten Band von Karl Marx´ unvollendetem Hauptwerk etwas abgewinnen können, aus unterschiedlichsten Gründen. Diese Darsteller ihrer selbst stemmen dem schweren Text ihren Witz und ihre Biografien entgegen, flechten sie ein, brechen mit der Theorie und gehen zur Handlung über, und sei es „nur“ auf der Bühne.

 

Inszenierung, Konzept und Bühne: Helgard Haug & Daniel Wetzel / Rimini Protokoll

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 9 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑