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Vorarlberger Landestheater Bregenz: WOYZECK von Robert Wilson/Tom Waits/Kathleen Brennan nach Georg Büchner

Premiere: Sa 19.9.2020, 19.30 Uhr, Großes Haus

„Wir arme Leut ... ich glaub wenn wir in Himmel kämen, so müssten wir donnern helfen.“ Mit diesem bitteren Scherz beschreibt Franz Woyzeck den schmalen Wert, den die Gesellschaft seinem und seinesgleichen Dasein zumisst. Selbst im Jenseits erwartet er keine Erlösung von Armut und Standesmakel. Und wir, die wir ihm zuschauen, wissen ohnehin: Jemand wird sterben, aus diesem oder jenem Grund. Schicksal, ein Milieudelikt, was geht es uns an?

 

Büchner entwickelt seinen WOYZECK unter anderem aus Gutachten eines Kriminalfalls, in denen der Geisteszustand eines angeklagten Namens Woyzeck diskutiert wird. Er schreibt Theaterszenen, mit denen er den Rätseln der menschlichen Existenz nachspürt. Wie auch schon in seiner revolutionären Schrift, dem „Hessischen Landboten“, und „Dantons Tod“ – Büchner ist Politiker, Philosoph, Mediziner und Literat – fragt er, wie sehr der Mensch von seinen äußeren Lebensumständen geformt wird. Was macht es also mit Woyzeck, wenn er sich dem Doktor für medizinische Experimente zur Verfügung stellt, die Versorgung von Marie und ihrem gemeinsamen Kind sich für ihn zu einer Strapaze auswächst, die immer mehr sein Denken bestimmt, ihn beschäftigt, verwickelt und gesellschaftlich isoliert.

Die einfühlsamen und atmosphärisch dichten Songs von Tom Waits erweitern das Spektrum dieser musikalisierten Woyzeck-Bearbeitung.

Regie    Tobias Wellemeyer
Bühne und Kostüm    Ines Burisch
Musik    Tilman Ritter
Choreographie    Marita Erxleben
Dramaturgie    Ralph Blase
Regieassistenz    Sina Wider
Ausstattungsassistenz    Leslie Bourgeois
Inspizienz    Eva Lorünser

Mit    Vivienne Causemann
    Felix Defèr
    Katrin Hauptmann
    Luzian Hirzel
    Maria Lisa Huber
    David Kopp
    Nico Raschner
    Jürgen Sarkiss

Musiker    Stefan Halbeisen
    Levent Ivov
    Stephan Reinthaler
    Tilman Ritter

Vorstellungen: Di 22.9. / So 27.9. / Do 8.10. / Sa 24.10. / Mi 28.10. / Fr 13.11., 19.30 Uhr, Großes Haus

 

 

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