Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Wilhelm Tell" von Friedrich Schiller - Salzburger Landestheater "Wilhelm Tell" von Friedrich Schiller - Salzburger Landestheater "Wilhelm Tell" von...

"Wilhelm Tell" von Friedrich Schiller - Salzburger Landestheater

Premiere Sa. 23.04.2016 19.00. -----

Kann der Einzelne seine Freiheit und seine Rechte sichern ohne den Halt der Gemeinschaft? In Friedrich Schillers Bühnenwerk wird der überzeugte Einzelkämpfer Wilhelm Tell wider Willen, aber in ureigenstem Interesse, zum Tyrannenmörder, Volkshelden und Mitbegründer einer freien Gesellschaftsordnung.

 

Der Gedanke der Freiheit – der individuellen wie der gesellschaftlichen – durchzieht Schillers Werk von Anfang bis Ende. Sein »Tell« ist dabei als ein Gegenentwurf zu der in Frankreich brutal eskalierten Revolution anzusehen. Ebenso ist »Wilhelm Tell«, Schillers letztes Drama, ein Gegenentwurf zu seinem Erstlingswerk »Die Räuber«.

 

Wilhelm Tell verkörpert Schillers Idealbild eines freien Menschen, der – als sein Leben, seine Freiheit und seine Familie bedroht ist – zur Waffe greift und den tyrannischen Vogt Gessler niederstreckt. Er nimmt dabei als Naturrecht in Anspruch, sich gegen Unterjochung aufzulehnen, wenn die eigene Freiheit durch Fremdherrschaft bedroht ist. In den drei miteinander verknüpften Handlungssträngen des Werkes ist es jeweils eine starke Frau an der Seite eines Protagonisten, die die Ereignisse prägend beeinflusst. Das Recht auf Widerstand und das Recht auf individuelle Freiheit und gemeinschaftliche Solidarität sind die Hauptthemen des Schauspiels und so wurde und wird das Werk zu allen Zeiten konkret politisch gewertet.

 

Zu Beginn des Dritten Reiches wurde Tell als Repräsentant der neuen Ideologie gefeiert, nach Kriegsbeginn strich man das Werk aus dem Bildungskanon aus Sorge, der Tyrannenmörder könnte zum Ideal für Systemgegner werden. Nach Kriegsende wiederum stand das Werk zur Vergangenheitsbewältigung wieder ganz oben auf Theaterspiel und Schullehrplänen. Der zeitgenössische Autor Ad de Bont stellte jüngst eine Tell-Fassung vor, mit der er die aktuellen Ereignisse in Ägypten thematisierte.

 

Am Salzburger Landestheater erforscht Regisseurin Agnessa Nefjodov mit dem Schauspielensemble die Facetten der Freiheit, die Frage nach den Mitteln des Kampfes um die Freiheit und präsentiert damit ein Werk, das den Spielzeitgedanken »Das helle Licht der Freiheit« insbesondere zur Diskussion stellt.

 

Inszenierung Agnessa Nefjodov

Bühne und Kostüme Eva Musil

Dramaturgie Friederike Bernau

 

Wilhelm Tell u.a. Gregor Weisgerber

Hedwig Tell u.a. Sofie Gross

Stauffacher u.a. Gero Nievelstein

Baumgarten / Gertrud Stauffacher u.a. Britta Bayer

Tell Legende / Geßler u.a. Christoph Wieschke

Walther Fürst / Werner, Freiherr von Attinghausen Marcus Bluhm

Arnold vom Melchthal / Ulrich von Rudenz u.a. Hanno Waldner

Tells Sohn Walter / Geßlers Sohn u.a. Elisa Afie Agba

 

Termine

Sa. 23.04.2016 19.00

Do. 28.04.2016 19.30

Di. 03.05.2016 19.30

So. 08.05.2016 19.00

Fr. 13.05.2016 19.30

Mi. 18.05.2016 19.30

Do. 19.05.2016 11.00

So. 22.05.2016 15.00

Do. 26.05.2016 19.00

Mi. 01.06.2016 19.30

Fr. 03.06.2016 19.30

Mi. 08.06.2016 19.30

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 12 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Gefühl in Tönen - Familienkonzert „Beethovens Donnerwetter“ im Konzerthaus Heidenheim

Nach einer Tour durch elf Schulen im Landkreis Heidenheim fand das Projekt „Beethovens Donnerwetter“ mit dem Familienkonzert im dortigen Konzerthaus seinen krönenden Abschluss. Die Produktion der…

Von: Silke von Fürich

Im Weihnachtswunderland - "Der Nussknacker" von Demis Volpi und weiteren Choreograph*innen in der deutschen Oper am Rhein

Heiliger Abend in einer großbürgerlichen Familie: Kinder spielen in einem Zimmer Gummitwist. Hinter der Tür zum Wohnzimmer tut sich was. Durch die Milchglasscheibe sieht man, wie ein Weihnachtsbaum…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑