Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Zum Tod von Klauspeter Seibel Zum Tod von Klauspeter Seibel Zum Tod von Klauspeter...

Zum Tod von Klauspeter Seibel

Der Dirigent Klauspeter Seibel ist am 8. Januar 2011 nach langer schwerer Krankheit verstorben.

 

Klauspeter Seibel (* 1936) war, nachdem Opernintendant und Generalmusikdirektor Sylvain Cambreling die Oper Frankfurt 1996 verlassen hatte, während der Intendanz von Martin Steinhoff von 1997 bis 1999 Chefdirigent des Frankfurter Museumsorchesters und der Oper Frankfurt.

Als Paolo Carignani 1999 zum Generalmusikdirektor berufen wurde, blieb Seibel der Oper Frankfurt bis 2001 neben seiner internationalen beruflichen Tätigkeit als erster Gastdirigent verbunden.

 

Die Oper Frankfurt und das Frankfurter Opern- und Museumsorchester werden Klauspeter Seibels Andenken bewahren und trauern zusammen mit seiner Familie um einen Dirigenten, der das künstlerische Leben der Stadt Frankfurt im Zeitraum zwischen 1997 und 2001 maßgeblich mitgeprägt hat.

 

Klauspeter Seibel studierte Klavier, Komposition und Dirigieren in Nürnberg und München. Mit 21 Jahren debütierte er am Theater am Gärtnerplatz in München; gleichzeitig erhielt er das Richard-Strauss-Stipendium der Stadt München und wurde musikalischer Leiter des traditionsreichen Orchestervereins „Wilde Gungl“. Danach war er 1. Kapellmeister in Freiburg, Lübeck, Kassel und Frankfurt. 1975 wurde er Generalmusikdirektor an den Städtischen Bühnen Freiburg. 1978 ging er als Stellvertreter Christoph von Dohnanyis an die Hamburgische Staatsoper und übernahm die Dirigentenklasse und die Leitung des Orchesters an der Hochschule für Musik und Theater. 1980 wurde er zusätzlich Chefdirigent der Nürnberger Symphoniker, bis er 1987 als Generalmusikdirektor nach Kiel berufen wurde. 1995 wählte ihn das Louisiana Philharmonic Orchestra in New Orleans zu seinem Chefdirigenten. Von 2004 bis 2010 war er dort Erster Gastdirigent, und im Mai 2008 erhielt er von der dortigen Loyola University den Ehrentitel als Doctor of Music.

 

In Europa war Klauspeter Seibel an einer Vielzahl von Opern- und Konzerthäusern zu Gast, mit einer dauerhaften Verbindung zu Hamburg, Frankfurt und Dresden. Eine besonders tiefgehende und langjährige Zusammenarbeit bestand mit dem Choreographen John Neumeier. In den USA arbeitete er regelmäßig mit dem LPO, als Gastdirigent der Festivals in Houston und Chautauqua sowie mit den Orchestern bzw. Opernhäusern von Salt Lake City, Kansas City und Nashville. Zu seinen Auftritten seit 2009 zählten Gustav Mahlers 3.Symphonie an der Pariser Bastille in der Choreographie von John Neumeier und „Hommage aux Ballets Russes“ mit dem Hamburg Ballett, mehrere Konzerte mit dem LPO sowie eines am Staatstheater Saarbrücken im Oktober 2010. Aufnahmen mit Klauspeter Seibel bestehen bei DGG, cpo und Colosseum, wie auch bei mehreren deutschen Rundfunkanstalten.

 

Am 8. Januar 2011 verstarb Klauspeter Seibel ohne Schmerzen nach langer Krankheit. Er wird in Hamburg auf dem Friedhof Ohlsdorf im engen Kreis der Familie bestattet.

 

 

 

 

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 12 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑