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Zwei Uraufführungen zur jüngeren deutschen Geschichte in Potsdam

Zwei Uraufführungen, die sich mit biographischem Material der jüngeren deutschen Geschichte auseinandersetzen, haben am 17. und 18. Oktober 2008 im Hans Otto Theater Potsdam Premiere:

"Der Fall Janke" von Adriana Altaras und Dirk Olaf Hanke und "Staats-Sicherheiten" nach einem Konzept von Lea Rosh und Renate Kreibich-Fischer.

 

 

Zeitzeugen auf der Bühne: Bei dem Theaterprojekt „Staats-Sicherheiten“, das am 18.10. unter der Regie von Clemens Bechtel im Hans Otto Theater Premiere hat, und das nach einem Konzept von Lea Rosh und Renate Kreibich-Fischer entstand, berichten fünfzehn ehemalige Häftlinge aus den Stasi-Gefängnissen in Potsdam und Berlin-Hohenschönhausen von ihren Erfahrungen vor, während und nach der Haft. Sie erzählen von Spitzeln, Vernehmern und von falschen Freunden. Sie erinnern sich an Unterdrückungsmechanismen und an Überlebensstrategien. Nicht selten haben die Betroffenen biographische Brüche hinnehmen müssen, die sie für ihr weiteres Leben entscheidend beeinflussten. Daneben macht „Staats-Sicherheiten“ deutlich, wie heute, fast zwanzig Jahre nach der Wende, mit diesem Aspekt deutscher Diktaturgeschichte umgegangen wird.

 

// Mitwirkende sind Vera Lengsfeld, Heidelore Rutz, Edda Schönherz, Dieter Drewitz, Gilbert Furian, Stephan Krawczyk, Mathias Melster, Erhard Neubert, Thomas Raufeisen, Hartmut Richter, Mario Röllig, Harry Santos, Dieter von Wichmann, Peter-Michael Wulkau, Hans-Eberhard Zahn. Regie Clemens Bechtel // Bühne Christoph Schubiger // Musik Stephan Krawczyk

// Dramaturgie Lea Rosh und Renate Kreibich-Fischer

 

DER FALL JANKE // von Adriana Altaras und Dirk Olaf Hanke // Uraufführung // nach einer wahren Lebensgeschichte // Premiere: 17.10., 19.30 Uhr // Weitere Termine 24.10., 19.30 Uhr; 31.10., 19 Uhr; 2.11., 17 Uhr; 9.11., 15 Uhr

 

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Bei der Uraufführung „Der Fall Janke“ (Premiere: 17.10., Hans Otto Theater) von Adriana Altaras und Dirk Olaf Hanke findet ebenfalls ein biographischer Tatsachenbericht den Weg auf die Bühne. Den Anstoß für diese Theateraufführung gaben Lebenszeugnisse des 1988 verstorbenen Psychiatrie-Insassen Karl Hans Janke. Fast 40 Jahre verbrachte der Wissenschaftler Karl Hans Janke in der Psychiatrischen Klinik Hubertusburg. In seinem Nachlass fanden sich eine Fülle von Erfindungen, Visionen und kühnen Konstruktionen. Immer wieder hatte er Pläne und Konstruktionen an Ämter und Behörden geschickt, aber mit einem „Irren“ wollte niemand etwas zu tun haben. Unterdessen machte Wernher von Braun, der große "Zyniker der Macht", Karriere in den USA und wurde zum Idol einer ganzen Generation.

 

Adriana Altaras, zugleich Regisseurin der Uraufführung, und Dirk Olaf Hanke haben - unter Mitarbeit von Michael Erler - aus dem vorhandenen Material einen Bühnentext entwickelt, der dem Betrachter die Frage nahelegt, welche Lebens- und Karriereperspektiven sich Karl Hans Janke zu einer anderen Zeit unter anderen Umständen hätten eröffnen können. // Es spielen die Potsdamer Ensemblemitglieder Christian Klischat (Titelrolle), Nicoline Schubert, Friederike Walke, Andreas Herrmann, Moritz Führmann, Joachim Schönitz und Helmut G. Fritzsch // Regie Adriana Altaras // Bühne Christoph Schubiger // Kostüme Jessica Karge // Dramaturgie Dirk Olaf Hanke

 

STAATS-SICHERHEITEN // 15 Schicksale aus dem Gefängnis // Konzept: Lea Rosh, Renate Kreibich-Fischer // Uraufführung // Premiere: 18.10., 19.30 Uhr // Weitere Termine 19.10., 15 Uhr; 26.10., 17 Uhr; 31.10., 19.30 Uhr

 

Karten: Theaterkasse Hans Otto Theater // Tel. 0331 – 98 11 8 // kasse@hansottotheater.de

 

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