Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Antigona", Tragedia per musica 
von Tommaso Traetta, STAATSTHEATER KASSEL "Antigona", Tragedia per musica 
von Tommaso Traetta, STAATSTHEATER KASSEL "Antigona", Tragedia per...

"Antigona", Tragedia per musica 
von Tommaso Traetta, STAATSTHEATER KASSEL

Premiere: Samstag, 3. Juni 2017, 19.30 Uhr, Opernhaus. -----

„Antigona“, das ist eine Geschichte inmitten des Ausnahmezustands: Antigonas Brüder Eteokles und Polyneikes, die beiden Söhne des Ödipus, haben sich im Kampf um die Macht gegenseitig getötet. Creonte, neuer Herrscher in Theben, lässt Eteokles mit allen Ehren begraben. Polyneikes jedoch, der sich gegen Theben gewandt hatte, soll den wilden Tieren vor den Stadtmauern zum Fraß überlassen werden.

 

Bei Androhung der Todesstrafe verbietet Creonte seiner Nichte Antigona, die auch die Verlobte seines Sohnes Emone ist, die Bestattung ihres Bruders. Antigona jedoch widersetzt sich Creontes Befehl.

 

Eine antike Tragödie in einer fast experimentell zu nennenden Opernform von 1772, auf die Bühne gebracht in der spektakulären Bildsprache von Science Fiction: Für die selten gespielte Oper „Antigona“ von Tommaso Traetta hat die international renommierte Künstlerin Goshka Macuga, Arnold-Bode-Preisträgerin 2011 und Teilnehmerin der documenta 13, am Staatstheater Kassel die visuelle Konzeption und das Bühnenbilddesign entwickelt. In Zusammenarbeit mit dem Schweizer Regisseur Stephan Müller zeigt sie die „alte“ Geschichte als Negativ-Utopie: Machtgebaren und Herrschaftsformen, so der pessimistische Blick, werden sich auch künftig nach denselben Mustern wiederholen. Als Kostümbildner für diese außergewöhnliche Produktion konnte der für seine avantgardistischen, skulpturalen Entwürfe weltweit beachtete Londoner Modedesigner Gareth Pugh gewonnen werden.

 

Der italienische Komponist Tommaso Traetta, der als Opernreformator 1768 an den russischen Zarenhof geholt wurde, und sein Librettist Marco Coltellini folgen inhaltlich weitgehend der Tragödie von Sophokles. Formal und musikalisch lässt Traetta die Konventionen seiner Zeit weit hinter sich, lässt Ensembles, Arien und Chöre ineinander übergehen und hat farbenreiche sprechende Instrumentalpassagen von teils düsterer Chromatik geschrieben.

 

Text: Marco Coltellini

- In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln –

 

Musikalische Leitung: Jörg Halubek,

Inszenierung: Stephan Müller,

Gestaltung des Designs der bühnenbildnerischen Ausstattung und visuelle Rahmenkonzeption: Goshka Macuga,

Bühnenbild (Produktion): Siegfried E. Mayer,

Kostüme: Gareth Pugh,

Licht: Albert Geisel,

Video: Sophie Lux,

Choreografie: Deborah Smith-Wicke,

Dramaturgie: Ursula Benzing,

Chor: Marco Zeiser Celesti

 

Mit

Elizabeth Bailey / Jaclyn Bermudez (Antigona, Prinzessin von Theben), Maren Engelhardt (Ismene, ihre Schwester), Bassem Alkhouri (Creonte, ihr Onkel mütterlicherseits), Marta Herman (Emone, sein Sohn), Musa Nkuna (Adrasto, ein thebanischer Edler), Karim Afoun und Dhimas Satwiko (Tänzer, Söhne des Ödipus) sowie Staatsorchester Kassel und Opernchor des Staatstheaters Kassel

 

Erste Einblicke in die Produktion ermöglicht am Montag, 29. Mai, um 18 Uhr, für 6,50 Euro Eintritt die „Kostprobe“, eine öffentliche Bühnen-Orchesterprobe. Karten für die „Kostprobe“, die Premiere und Folgevorstellungen sind erhältlich an der Theaterkasse, Tel. (0561) 1094-222, und online unter www.staatstheater-kassel.de.

 

Nächste Vorstellungen: 3.6. (19.30), 10.06. (19.30), 15.06. (19.30), 18.06. (16.00), 28.06. (19.30)

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 13 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑