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"Der Besuch der alten Dame", Tragische Komödie von Friedrich Dürrenmatt, Schauspiel Chemnitz

Premiere: 23. April 2016, 19.30 Uhr im Schauspielhaus Chemnitz. -----

Güllen, eine trostlose „Kleinstadt in der Gegenwart“, wird von der Vergangenheit heimgesucht: Claire Zachanassian, einst als Kläri Wäscher in Güllen aufgewachsen und in Schande verstoßen, ist durch kluge Heirat zu unermesslichem Reichtum gekommen. Nun kehrt die angesehene Dame zurück, um der verarmten Stadt ein Angebot zu machen:

 

Eine Milliarde für den Tod ihres ehemaligen Liebhabers Alfred Ill. Sie will Gerechtigkeit und fordert Rache, denn Ill ließ sie einst schwanger sitzen. Die Güllener sind empört über das mehr als unmoralische Angebot, doch die Aussicht auf Wohlstand und die Gier nach der dringend benötigten Finanzspritze lassen ihre Moral schnell straucheln.

 

Dürrenmatts alte Dame braucht nur abzuwarten und installiert sich wie ein Stachel im Fleisch der Kleinstädter. Ihr Geld bringt öffentliche Meinung, Recht und moralische Instanzen zu Fall. Bald geht es nicht mehr darum, ob man der Versuchung widerstehen wird oder nicht, sondern wie weit man im Namen der Gerechtigkeit gehen kann und gehen will.

 

Der Schweizer Dramatiker, Schriftsteller und Maler Friedrich Dürrenmatt wurde 1921 im Schweizer Konolfingen geboren und studierte nach seinem Abitur Literatur, Philosophie und Naturwissenschaften in Bern und Zürich. Dürrenmatt arbeitete als Schriftsteller, Theaterkritiker und Maler, bevor 1945 seine erste Erzählung „Der Alte“ veröffentlicht wurde. Sein erstes Stück „Es steht geschrieben“ wurde 1947 uraufgeführt. „Der Besuch der alten Dame“ entstand 1955 aus Umwandlung von Motiven seiner Novelle „Die Mondfinsternis“. Die erfolgreiche Züricher Uraufführung ein Jahr später machte den Autor schließlich weltbekannt. Seitdem ist das Stück von den deutschen Bühnen nicht mehr wegzudenken und hat bis heute nichts an Brisanz und Aktualität verloren. Dürrenmatt starb 1990 in Neuchâtel.

 

Malte Kreutzfeldt (Regie)

studierte Regie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch in Berlin. Nach seiner Abschlussinszenierung wurde er Oberspielleiter in Quedlinburg/Halberstadt. Dort entstanden über zehn Schauspielproduktionen und mit Händels „Cesare in Egitto“ gab er in der Spielzeit 2002/2003 auch sein Operndebüt. Seitdem ist er freischaffend tätig und erarbeitete über dreißig Inszenierungen. Am Opernhaus Kiel inszenierte er Waits/Wilsons „The Black Rider“, am Staatstheater Darmstadt anlässlich des Büchner-Jahres 2013 dessen drei Dramen „Woyzeck“, „Leonce und Lena“ und „Dantons Tod“. Zuletzt brachte er Henriette Dushes „In einem dichten Birkenwald, Nebel“ zur Uraufführung und ist mit dieser Arbeit zu den Autorentheatertagen an das Deutsche Theater Berlin eingeladen. Am Schauspiel Chemnitz inszenierte er in der Spielzeit 2014/2015 bereits Shakespeares „Richard III“.

 

Nikolaus Porz (Bühne)

Auf einem Bauernhof in der Eiffel aufgewachsen, zog es ihn 1981 zunächst nach Berlin, bevor er in Griechenland ein eigenes Restaurant führte. Nach ersten Kontakten zum Theater begann er 1988 eine Schauspielausbildung in Berlin und wurde Mitbegründer des Theaters „Medea West“ (u. a. mit Armin Petras). Nach freien Assistenzen, Kunstprojekten und ersten eigenen Ausstattungen u. a. am Schauspiel Essen, in Bremen und bei den Ruhrfestspielen Recklinghausen, war er 1996-1998 Ausstattungsleiter am Theater in Wilhelmshaven. Seit 1998 arbeitet er freischaffend für Opern- und Schauspielproduktionen in Deutschland und Dänemark. Seine Arbeiten waren in Oldenburg, Freiburg, Nürnberg, Lübeck, Mainz, Augsburg, Düsseldorf, Darmstadt, Heilbronn, Kiel sowie am Theater Odense und dem Aalborg Theater in Dänemark zu sehen. Nikolaus Porz arbeitet u. a. regelmäßig mit den Regisseuren Christian Marten Molnar, Malte Kreutzfeldt, Amélie Niermeyer und Lydia Bunk zusammen. Am Schauspiel Chemnitz arbeitete er bereits als Bühnenbildner für „Richard III“.

 

Regie: Malte Kreutzfeldt

Bühne: Nikolaus Porz

Kostüme: Katharina Beth

 

Mit: Susanne Stein (Claire Zachanassian), Christian Ruth (Butler), Andreas Manz-Kozár (Alfred Ill), Jan Gerrit Brüggemann (Bürgermeister), Stefan Schweninger (Lehrer), Markus Schoenen (Pfarrer), Dominik Förtsch (Polizist), Marko Bullack (Arzt), Ulrike Euen (Frau Ill), Maria Schubert (Tochter Ills)

 

 

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