HomeBeiträge
„Der Fall der Götter“ nach Luchino Viscontis Film „Die Verdammten“ - Theater und Philharmonie Essen „Der Fall der Götter“ nach Luchino Viscontis Film „Die Verdammten“ - Theater...„Der Fall der Götter“...

„Der Fall der Götter“ nach Luchino Viscontis Film „Die Verdammten“ - Theater und Philharmonie Essen

Premiere am Samstag, dem 21. April 2018, 19:30 Uhr, im Essener Grillo-Theater.

Im Jahr 1969 kam ein Film in die Kinos, der ebenso als Meisterwerk hochgelobt wie umstritten war: „Die Verdammten“. Darin erzählt Regisseur Luchino Visconti in einer „opulenten Mischung aus Melodram, Faschismus-Analyse und Offenlegung moralischer Dekadenz“ (prisma) vom Verfall einer deutschen Industriellenfamilie zu Zeiten des Nationalsozialismus.

 

Copyright: Phiip Lethen

In der Bühnenadaption von Hans Peter Litscher und unter dem Titel „Der Fall der Götter“ feiert die Geschichte um die Familie deren von Essenbeck, die ein Stahlwerk-Imperium ihr Eigen nennt, am Samstag, dem 21. April ab 19:30 Uhr im Essener Grillo-Theater Premiere.

Der greise Patriarch Baron von Essenbeck begeht gerade seinen Geburtstag im Kreise der Familie, als die Nachricht vom Reichstagsbrand eintrifft. Er reagiert sofort: Um sein Unternehmen zu sichern, ernennt er seinen Sohn Konstantin, der Mitglied der SA und überzeugter Nationalsozialist ist, zu seinem Stellvertreter. Doch Sophie, die Witwe seines ältesten, im Ersten Weltkrieg gefallenen Sohnes, verfolgt mit ihrem Liebhaber Friedrich Bruckmann und dem SS-Mann Aschenbach ganz andere Pläne: Sie wollen die Führung der Essenbeck-Werke an sich reißen. Ein erbitterter Kampf um den Erhalt des Familienunternehmens und persönliche Machtansprüche entbrennt.

Verrat und Gewalt, Eifersucht und Mord sind die Ingredienzen von „Viscontis filmischem Riesengemälde“ (Evangelischer Filmbeobachter, 1970), für das die Essener Krupp-Dynastie und ihr Stahlwerk Pate stand.

Regie führt Jan Neumann, der am Schauspiel Essen 2009 bereits Goethes „Die Leiden des jungen Werther“ auf die Casa-Bühne gebracht hat. Der studierte Schauspieler, der u. a. festes Ensemblemitglied am Bayerischen Staatsschauspiel München und am Schauspiel Frankfurt war, arbeitet mittlerweile nahezu ausschließlich als Autor und Regisseur, u. a. am Maxim Gorki Theater in Berlin, am Schauspielhaus Bochum, Schauspiel Köln, Schauspiel Hannover, Schauspiel Stuttgart und am Deutschen Nationaltheater Weimar, an dem er seit der Spielzeit 2013/2014 fester Hausregisseur ist.

Es spielen: Thomas Büchel, Stefan Diekmann, Alexey Ekimov, Floriane Kleinpaß, Ines Krug, Stefan Migge, Philipp Noack, Jan Pröhl und Jens Winterstein.

Bühne: Cary Gayler, Kostüme:
Nini von Selzam,
Musik: Thomas Osterhoff,
Dramaturgie: Carola Hannusch.

Diese Inszenierung am Schauspiel Essen wird gefördert von der Kulturstiftung Essen und durch eine Privatspende von Marianne Kaimer.

Kartenvorverkauf: Tel.: 0201/81 22-200, oder online unter www.schauspiel-essen.de

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 12 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Seelenlandschaften

Stockfinstere Nacht, das Meer mit hohen, sich türmenden Wellen, der Wind tost, Paare am Strand. Die „Sinfonia da Requiem“ op. 20 von Benjamin Britten setzt ein. Sie ist die musikalische Grundlage von…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Selbsterkundung

Zusammengekauert und regungslos verharren drei Frauen auf der Bühne. Drei Frauen mit runden Spiegeln, die das Gesicht verdecken, aber nichts widerspiegeln, nichts durchscheinen lassen. Sie erinnern an…

Von: Dagmar Kurtz

Geld regiert die Welt

Biblische Stoffe als Grundlage für eine Oper hatten es nicht nur um 1870 schwer, überhaupt aufgeführt zu werden, sondern scheinen auch heute das Publikum nicht allzu sehr zu reizen, wenn man die…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

 

Hintergrundbild der Seite
Top ↑