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Deutschsprachige Erstaufführung: "Bitch, I'm a Goddess" nach Bakkhai von Euripides - Schauspiel Hannover

Premiere 18. Februar 2022, 19.30 Uhr, Schauspielhaus

Vernunft oder Gefühl – kann eines davon unser Zusammenleben sichern? König Pentheus, Herrscher über Theben, installiert einen säkularen Staat. Fern der göttlichen Ordnung meint er, eine Gesellschaft in Frieden etablieren zu können. Doch Pentheus hat die Rechnung ohne Dionysos gemacht. Aus Groll, dass sie (ja, sie) nicht länger als Göttin anerkannt ist, demonstriert Dionysos ihre Macht und verführt das Volk zu Orgien.

 

Copyright: Kerstin Schomburg

Im Kampf um die Gunst des Volkes stehen sich die kühle Vernunft des Pentheus und das anarchische Lustprinzip der Dionysos gegenüber. Bitch, I’m a Goddess bedient sich des antiken Bakchen-Mythos und erzählt von einer Welt, die an der Radikalisierung ihrer Gegensätze zerbricht.

Die kanadische Autorin Anne Carson hat die antike

Tragödie

2007 neu übersetzt und ihr einen direktpoetischen Klang gegeben, der die Distanz zwischen heutigen Lebensrealitäten und dem alten Stoff mühelos überbrücken kann. Sie schreibt: „Euripides war ein Dramatiker des fünften Jahrhunderts v. Chr., der die griechische Tragödie neu erfand und sie auf einen Weg brachte, der direkt zum Reality-TV führt. Seine Stücke brachen alle Regeln, stellten Konventionen auf den Kopf und empörten konservative Kritiker. Die Bakkhai ist sein subversivstes Stück. Es erzählt die Geschichte eines Mannes, der nicht zugeben kann, dass er lieber in der Haut einer Frau leben würde, und einer Gottheit, die alle Sexualitäten in einer einzigen ruinösen Forderung nach Anbetung zu vereinen scheint. Dionysos ist die Gottheit des Rausches. Wenn man einmal unter ihren Einfluss gerät, weiß man nicht, wo man landet.“

Der israelische

Regisseur

und Choreograf Guy Weizman will sich diesen elementaren Fragen unseres Zusammenlebens stellen. Er leitet mit Roni Haver das Noord Nederlandse Toneel Groningen. Bitch, I’m a Goddess sollte ursprünglich in der vergangenen Spielzeit erarbeitet werden, musste aber pandemie-bedingt verschoben werden. Stattdessen ergab sich durch den gemeinsamen Theaterfilm 3 Poems im Frühjahr 2021 eine erste künstlerische Auseinandersetzung zwischen dem Regisseur Guy Weizman und dem Ensemble des

Schauspiel

Hannover.

Hinweis für sensorisch empfindliche Personen: Bei der Produktion Bitch, I‘m a Goddess kommt Stroboskoplicht zum Einsatz.

Regie Guy Weizman

Bühne

Ascon De Nijs
Kostüme MAISON the FAUX

Licht

Maarten van Rossem
Musik Benjamin Luke Deane
Dramaturgie Friederike Schubert

Mit
Anja Herden,
Alrun Hofert,
Wolf List,
Kaspar Locher,
Nils Rovira-Muñoz,
Katherina Sattler

Mi, 23.02.2022 / 19:30 Uhr
Schauspielhaus
Fr, 11.03.2022 / 19:30 Uhr
Schauspielhaus
Do, 24.03.2022 / 19.30 Uhr

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