Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
„Die Frau von früher“ von Roland Schimmelpfennig, Theater Rampe in Stuttgart„Die Frau von früher“ von Roland Schimmelpfennig, Theater Rampe in Stuttgart„Die Frau von früher“...

„Die Frau von früher“ von Roland Schimmelpfennig, Theater Rampe in Stuttgart

Premiere: Samstag, 12. April 2008

 

Frank und Claudia sitzen auf gepackten Koffern. Der Mittvierziger will in Übersee eine neue Stelle annehmen und seine Frau geht selbstverständlich mit.

Da hat es Sohn Andi schon erheblich schwerer, sich für die neuen Horizonte zu entscheiden. Denn er muss Tina, seine erste große Liebe, in der alten Welt zurücklassen. Plötzlich steht eine Frau in kurzem Mantel vor der Tür, Romy Voigtländer. 24 Jahre ist es her, da war sie für einen Sommer Franks erste große Liebe - lange bevor sich Claudia und Frank kennenlernten, heirateten und eine Familie gründeten.

 

Romy weiß, was sie will: "Er und ich", sagt sie zu Claudia, als wäre es die größte Selbstverständlichkeit, "wir waren ein Paar, damals, und wir sind es noch heute." Die verdutzte Gattin knallt ihrem Mann eine - und die Tür vor Romys Nase zu. Rückblende, zehn Minuten früher. Romys erster Kontakt mit Frank über die Gegensprechanlage des Hauses, dann steht sie in der Tür - und die Handlung setzt sich fort bis zum Knalleffekt der ersten Szene. Schauplatzwechsel. Andi kommt nach Hause, trifft im Flur auf die fremde Frau. Ein Gespräch über Liebe, über die Unendlichkeit der Gefühle. Romy geht auf ihn zu, küsst ihn leidenschaftlich. Verstörung, Lust, Spiel, Sex. Am nächsten Morgen trifft Romy auf Frank. Sie fordert ihn auf, alles aufzugeben, sein Versprechen einzulösen, mit ihr zu gehen. Er willigt ein. Die Tragödie nimmt ihren Lauf. "Liebe und Vernunft schließen einander aus. Und deshalb trägt die Liebe die Tragödie in sich, immer: die Tragödie des Verrats, der Entfremdung, der Enttäuschung. Die Liebe ist der Aufbruch; das Arrangement der vorgezogene Endpunkt. Die Tragödie beginnt, wo der Zweifel anfängt", so der Autor zu seinem Stück. Und so wandelt sich das zunächst boulevardeske Vexierspiel zu einer Tragödie antiken Ausmaßes.

 

Regie: Malte Kreutzfeldt

 

Mit: Matthias Schüppli, Magdalene Artelt, Folkert Dücker, Sarah Kempin, Petra Weimer

 

Weitere Vorstellungen: 15. – 19. | 22. | 23. | 26. | 29. April 2008

Karten: 0711. 620 09 09 – 16

Info: 0711. 620 09 09 – 0

www.theaterrampe.de

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 11 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑