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DIE FREMDE FRAU UND DER MANN UNTER DEM BETT nach der Erzählung von Fjodor M. Dostojewski - Schauspielhaus Zürich

Premiere: Donnerstag, 1.10.2017, 19 Uhr, Schiffbau/Box. -----

Sankt Petersburg, eine abendliche Strassenszene: ein herrschaftlicher älterer Mann im Waschbärenpelz redet verworren auf einen jungen Mann aus einfachen Verhältnissen ein, der vor einem Mietshaus auf das Erscheinen seiner heimlichen Geliebten wartet. Der ältere Herr bezeichnet sich selbst als Junggesellen und als einen „Unzurechnungsfähigen, einen fast Wahnsinnigen“.

Tatsächlich ist er besessen und nicht minder gedemütigt von seinem Verdacht, alsbald seine Ehefrau mit ihrem Liebhaber in flagranti zu ertappen, und gerät auf seiner Verfolgungsjagd in zunehmend absurde Situationen. Frank Castorf, der im Sommer seine 25-jährige Intendanz an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin beendet hat, verknüpft diese Vaudeville-artige Erzählung über den Dämon der Eifersucht mit einer anderen Erzählung Dostojewskis: „Der Traum eines lächerlichen Menschen“ handelt von metaphysischen Themen wie dem „logischen Selbstmord“, der Rebellion gegen Gott, dem Sündenfall, Nächstenliebe und Demut bis hin zur ersehnten Kreuzigung des Ich-Erzählers.

 

Im Sommer beendete Frank Castorf seine 25-jährige Intendanz an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz Berlin, welche das deutschsprachige Theater im letzten Vierteljahrhundert fundamental geprägt hat. Seine erste Regiearbeit nach der Volksbühne, „Die fremde Frau und der Mann

unter dem Bett“ nach der Erzählung von Fjodor M. Dostojewski, wird nun in der Box zu erleben sein. Neben Gottfried Breitfuss, Robert Hunger-Bühler, Siggi Schwientek, Johann Jürgens und Robert Rožić wird dabei auch die ehemalige Volksbühnen- Schauspielerin Kathrin Angerer auf der Bühne stehen.

 

Frank Castorf, geboren 1951 in Ost-Berlin, studierte Theaterwissenschaft an der Berliner Humboldt-Universität und begann seine Laufbahn als Dramaturg 1976 in Senftenberg. Nach ersten eigenen Inszenierungen wechselte er fünf Jahre später an das Theater Anklam, wo er als Oberspielleiter

tätig war. Gemeinsam mit dem Bühnenbildner Hartmut Meyer und einer festen Gruppe von Schauspielern entstanden hier verschiedene Produktionen von Werken Shakespeares, Ibsens, Brechts und Heiner Müllers. Ab 1986 inszenierte er an verschiedenen Theatern der DDR, seit 1989 dann auch in der Bundesrepublik Deutschland und der Schweiz – so am Theater Basel („Aias“ und „Wilhelm Tell“) und am Schauspielhaus Zürich („Berlin Alexanderplatz“, „Trauer muss Elektra tragen“). Von 1990 bis 1992 war er als Hausregisseur am Deutschen Theater Berlin engagiert. Mit Beginn der Spielzeit 1992/93 übernahm Castorf die Intendanz der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin, die er im Sommer

2017 nach 25 Jahre beendete.

 

DIE FREMDE FRAU UND DER MANN UNTER DEM BETT

nach der Erzählung von Fjodor M. Dostojewski

Regie Frank Castorf

Bühne Aleksandar Denić

Kostüme Adriana Braga Peretzki

Kameraregie Andi A. Müller

Kamera Vanessa Püntener

Licht Lothar Baumgarte

Dramaturgie Amely Joana Haag

 

Mit:

Kathrin Angerer

Gottfried Breitfuss

Robert Hunger-Bühler

Johann Jürgens

Robert Rožić

Siggi Schwientek

Live-Kamera Andreas Deinert, Seraina Scherini

 

Weitere Vorstellungen im Schiffbau/Box

2./ 5./ 6./ 10./ 11./ 13./ 23./ 24./ 26. Oktober, jeweils 19 Uhr

8./ 15./ 22. Oktober, jeweils 18 Uhr

 

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