Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
«Goldberg-Variationen», Ballett von Sergei Vanaev zu Klaviermusik von Johann Sebastian Bach im Stadttheater Bremerhaven«Goldberg-Variationen», Ballett von Sergei Vanaev zu Klaviermusik von Johann...«Goldberg-Variationen», ...

«Goldberg-Variationen», Ballett von Sergei Vanaev zu Klaviermusik von Johann Sebastian Bach im Stadttheater Bremerhaven

Premiere: 4. März 2017, 19.30 Uhr, Großes Haus. -----

Bachs «Goldberg-Variationen» erschienen 1742 unter dem Titel «Aria mit verschiedenen Veränderungen». Sie stellen den Höhepunkt barocker Variationskunst dar und haben in den letzten Jahrzehnten die unterschiedlichsten Choreographen zur Auseinandersetzung gereizt.

Dieses auf einem mathematisch-architektonischen Grundriss errichtete Kunstwerk hat Johann Sebastian Bach für den russischen Gesandten am Dresdner Hof geschrieben: Hermann Carl von Keyserlingk war mit der Familie Bach befreundet und litt an Schlaflosigkeit. Er bat Bach um ein paar Klavierstücke, „die so sanftem und etwas muntern Charakters wären, dass er dadurch in seinen schlaflosen Nächten ein wenig aufgeheitert werden könnte.“ Der in Keyserlingks Diensten stehende Cembalist Johann Gottlieb Goldberg sollte dem Grafen daraus vorspielen. Längst gelten die «Goldberg-Variationen» als eine der größten Herausforderungen für den Interpreten, als ein unerschöpflich tiefsinniger musikalischer Kosmos. Bei Sergei Vanaev kommen sie nicht vom Band, sondern werden live gespielt, um eine lebendige Beziehung zwischen Tänzern und Pianistin entstehen zu lassen.

 

Vanaev wird sich der Bachschen Komposition nicht inhaltlich, sondern eher abstrakt nähern und dabei der sensitiven Herangehensweise der Tänzerinnen und Tänzer an die Musik vertrauen. Ihre natürliche Emotionalität soll als ganz wesentlicher Bestandteil in seine Choreographie mit einfließen. Zum ersten Mal wird Vanaev bei den «Goldberg-Variationen» mit einer Drehbühne arbeiten, was die Bewegungsflüsse mal harmonisch, organisch wirken lässt, um sie dann wieder asymmetrisch mit dem sich ständig ändernden Raumgefüge zu brechen.

 

Neben dem in dieser Spielzeit mit dem Herzlieb-Kohut-Preis ausgezeichneten Ballettensemble des Stadttheaters ist Esther Birringer als Gast am Flügel zu erleben: Die als „sanfte Klavierpoetin“, „kraftvolles Energiebündel“ und „kongeniale Interpretin“ bejubelt junge Pianistin bereichert die Produktion mit ihrem sensiblen und gleichermaßen packenden Spiel. Nach ihrem 2012 mit dem Konzertexamen beendeten Studium an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover und zahlreichen Gastengagements u.a. in der Kölner Philharmonie, im Konzerthaus Berlin und der Laeiszhalle Hamburg sowie Einladungen zu renommierten Festivals gibt Esther Birringer parallel zur künstlerischen Tätigkeit regelmäßig Meisterkurse. Sie war unter anderem als Dozentin in Polen, Mittel- und Südamerika zu Gast und sammelte außerdem Erfahrung als Jurorin in Klavierwettbewerben. Zurzeit unterrichtet sie an der Hochschule für Musik Carl Maria von Weber Dresden und am Zentrum für Musik und Sprache Hannover.

 

Goldberg-Variationen

Ballett von Sergei Vanaev / Musik von Johann Sebastian Bach

 

Choreographie & Inszenierung: Sergei Vanaev

Bühne: Sergei Vanaev / Johannes Bluth

Kostüm: Sergei Vanaev

Choreographische Assistenz: Wen-Hua Chang

Dramaturgie: Juliane Piontek

Inspizienz: Diana Berrett

 

Mit: Jessica De Fanti Teoli, Lidia Melnikova, Eileih Muir, Ting-Yu Tsai; Lorenzo Cimarelli, Volodymyr Fomenko, Ilario Frigione, Jacopo Grabar, Oleksandr Shyryayev

 

Klavier: Esther Birringer

 

Weitere Termine: 19. und 31. März / 8., 13. und 22. April 2017

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 14 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„Vástádus eana/The answer is land“ von Elle Sofe Sara im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Hoch im Norden Europas lebt das indigene Volk der Samen. Mit ihrer Lebensart beschäftigt sich Elle Sofe Sara in ihrem Stück „Vástádus eana/The answer is land“ jenseits folkloristischer Attitude. So…

Von: Dagmar Kurtz

Nachdenklich, Lebhaft, Wütend, Wehmütig! Ballett am Rhein: „Vier Neue Temperamente“

DIE VIER TEMPERAMENTE George Balanchine PHLEGMATIC SUMMER Michèle Anne de Mey (Uraufführung) SANGUINIC: CON BRIO Demis Volpi (Uraufführung) CHOLERIC Hélène Blackburn (Uraufführung) FROM TIME TO…

Von: Dagmar Kurtz

Hinter der Bühne

Adriana ist der gefeierte Star der Schauspielbühne. Aber auch Ruhm und Anerkennung schützen nicht davor, hintergangen zu werden. Und wenn zwei Frauen denselben Mann lieben, sind Eifersucht, Intrige…

Von: Dagmar Kurtz

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑