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IPHIGENIE IN AULIS von Euripides - Theater&Philharmonie Thüringen

Premiere 26. April um 19.30 Uhr im Großen Haus der Bühnen der Stadt Gera. -----

Alles ist bereit für den großen Krieg der Griechen gegen Troja. Das gesamte griechische Heer ist in Aulis versammelt, die mächtige Flotte auslaufbereit. Aber seit Wochen herrscht Flaute. Die Sonne brennt gnadenlos, die Versorgungslage wird kritisch, das Heer wird unruhig.

Da verkündet der Seher Kalchas dem Führungsstab: Die Göttin Artemis hält die Winde zurück und verlangt von Agamemnon, dass er ihr seine Tochter Iphigenie opfert. Gedrängt von Odysseus und seinem Bruder Menelaos entschließt sich Agamemnon, seine Tochter ins Lager zu locken, indem er vortäuscht, sie solle Achilles heiraten. Dann aber beschleichen ihn Zweifel. Heimlich schreibt er einen Brief, in dem er seine Frau und seine Tochter auffordert, umgehend heimzukehren. Aber der Brief wird abgefangen und Iphigenie und ihre Mutter Klytämestra erreichen das Lager. Sie wollen eine Hochzeit feiern – doch Iphigenie droht der Tod.

 

Agamemnon ist hin und hergerissen zwischen der Liebe zu seiner Tochter und der Staatsraison. Was ist wichtiger, das Leben seiner Tochter oder das Schicksal Griechenlands? Ein verzweifelter Kampf um ihr Leben beginnt. Da meldet sich Iphigenie zu Wort und nimmt ihr Schicksal selbst in die Hand...

 

Krieg kostet. Nicht nur Geld – er fordert seinen Preis: In seinem letzten Stück führt Euripides unerbittlich vor, welchen Preis wir für den Krieg zu zahlen haben. Wir müssen bereit sein, das Liebste zu opfern – die eigenen Kinder, die Familie, unsere Menschlichkeit. Krieg fordert Menschenopfer. Diese ebenso einfache wie brutale Tatsache kann auch durch politische Manöver nicht geleugnet werden. Aber wann sind wir zu einem Menschenopfer bereit? Gibt es etwas, für das es sich lohnt, einen Menschen zu opfern? Ist nicht doch das Gemeinwohl wichtiger als der Einzelne?

 

Mit der Premiere von „Iphigenie in Aulis“ beginnt ein dreiteiliger Euripides-Zyklus, der in den kommenden Spielzeiten mit „Die Troerinnen“ und „Helena“ fortgesetzt wird.

 

Die Tragödie des Euripides kommt in einer neuen Bearbeitung von Prof. Ulrich Sinn und des Regisseurs Dieter Nelle auf die Bühne. Bühne und Kostüme entwirft Mirko Hensch. Es spielen Bruno Beeke (Agamemnon), Peter Prautsch (Bote von Agamemnon), Manuel Kressin (Menelaos), Katharina Weithaler (Klytaimestra), Nora Undine Jahn (Iphigenie), Henning Bäcker (Achill), Vanessa Rose (Chorführerin). Ihre Altenburger Premiere hat die Inszenierung am 9. Juni 18 Uhr im Landestheater.

 

Regisseur Dieter Nelle wurde 1958 in Neumünster geboren. Er studierte Germanistik, Philosophie und Kunstgeschichte. Von 1988 bis 1992 war Nelle Dramaturg und Regisseur in Ingolstadt, anschließend für eine Spielzeit in Münster, danach freier Regisseur und Schauspiellehrer in München. 1996 bis 2000 war er Dramaturg und Regisseur am Staatstheater Stuttgart. Ab 1997 war er bis 2001 gleichzeitig Lehrbeauftragter an der Akademie der schönen Künste, Stuttgart, bei Professor Jürgen Rose, Bühnenbild. Seit 2000 arbeitet Nelle als freier Regisseur in München, Bozen, Stuttgart und Würzburg.

 

Von 2003 bis 2011 enge Zusammenarbeit mit dem Theater HALLE 7 in München. Neben Stückentwicklungen inszenierte er dort ausschließlich Stücke der Gegenwartsdramatik. In Stuttgart arbeitet er seit 2006 immer wieder mit dem Studio Theater Stuttgart zusammen, das 2011 und 2012 von der Zeitschrift Deutsche Bühne zum besten Stuttgarter Off-Theater gekürt wurde. Am Forum Theater Stuttgart entstanden seit 2008 zahlreiche Inszenierungen, zuletzt u.a. „Richard II“ von Shakespeare, „Biografie“ von Max Frisch und „Elektra“ in einer eigenen Übertragung nach Sophokles. 2011 kam es erstmals zu einer Zusammenarbeit mit „Lokstoff – Theater im öffentlichen Raum Stuttgart“

 

2009 gründete er die Gruppe „zwischenraum 48°“. In Kooperation mit dem Stadttheater Landsberg entstanden 2009 Neil Labutes „Helter Skelter / Ich mag dich wirklich“, 2011 „Eine Sommernacht“ von David Greig und Gordon McIntyre in einer Kooperation mit dem Studio Theater Stuttgart, und 2013 „Der Tulpenwahn – Ein Stück über Finanzspekulationen, Malerei und Tulpen“. Am Mainfranken Theater Würzburg inszenierte er 2011 „Das Erdbeben in Chili“ von Kleist und 2013 Becketts „Warten auf Godot“.

 

Vorstellungstermine:

Gera 26. April, 4. und 10. Mai, 7. Juni, jeweils 19.30 Uhr

Altenburg 9. Juni 18 Uhr, 15. Juni 19.30 Uhr

 

Karten für die Vorstellungen an den Theaterkassen, telefonische Reservierungen unter 0365-8279105 oder 03447-585160 oder online buchen unter www.tpthueringen.de

 

 

 

 

 

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