Jacques Offenbachs Operette »Pariser Leben« am Theater Magdeburg

Premiere am Sonntag, 29. November 2015 um 18.00 Uhr im Opernhaus. ----- Paris, die Stadt der Liebe, ist ein Anlaufpunkt für Menschen mit den unterschiedlichsten Wünschen und Sehnsüchten, so auch für den Baron von Gondremarck und seine Frau. Sie möchte die Pariser Hochkultur erkunden, er sucht nach amourösen Abenteuern (wovon Sie natürlich nichts ahnen darf).
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Der Modeschöpfer Raoul de Gardefeu, dessen Geschäfte nicht so gut laufen, sieht in dem Ehepaar eine ideale Gelegenheit zu Geld zu kommen. Er verspricht die beiden in die vornehme Pariser Gesellschaft einzuführen. Dem Baron will Gardefeu zu der einen oder anderen Romanze verhelfen, während er selbst ein Auge auf die Baronin geworfen hat. Es beginnt ein Spiel der Oberflächlichkeiten und Maskeraden: So ist die Abendgesellschaft zu der Gardefeu einlädt nicht das, was sie vorgibt zu sein. Die Handschuhmacherin Gabrielle und der Schuhmacher Frick verkleiden sich als Mitglieder der Hautevolee und der Plan geht auf: Der Baron und seine Frau glauben Gardefeu.

Auch der absurde Auftritt von Gabrielles Verwandten, einer Gruppe von Tirolern, säht keine Zweifel, selbst als die Handschuhmacherin zu jodeln beginnt. Ein rauschendes Fest folgt dem nächsten und fast jeder Akt endet mit einem feucht-fröhlichen Finale. Beim dritten und letzten Gelage, veranstaltet von einem schwerreichen Brasilianer, deckt die Baronin, die selbst vorgibt jemand anderes zu sein, den ganzen Schwindel auf.

Neben »Orpheus in der Unterwelt« und »Die schöne Helena« zählt »Pariser Leben« zu Offenbachs erfolgreichsten Werken. Die spritzige Musik, der sprudelnde Melodienreichtum sowie die flinken Couplets machten die Operette bei ihrer Uraufführung 1866 zu einem grandiosen Publikumserfolg. Anlässlich der Pariser Weltausstellung hatte der Theaterdirektor des Théâtre du Palais-Royal Offenbach und die Librettisten Henri Meilhac und Ludovic Halévy mit dem Werk beauftragt.

Michael Wallner und sein Team verlegen das Geschehen aus dem Paris der 1860er Jahre in die heutige Modewelt, in der Wallner dieselben Spiele aus Sein und Schein, Verwandlung und Dekadenz erkennt. Das Bühnenbild von Heinz Hauer spielt mit Pariser Klischeebildern. Ein weiteres zentrales Element ist der Fächer, als Sinnbild der Erotik. Offenbach hat für seine Operette aus der Vollen geschöpft und eine Vielfalt musikalischer Formen kreiert. Die mitreißenden Chorszenen, Walzer, Galopp und Cancan und sogar eine Jodeleinlage versprechen einen großen Operettenabend.

Die musikalische Leitung übernimmt Hermann Dukek. Als Gast wurde der Bariton Johannes Wollrab für die Rolle des Raoul de Gardefeu engagiert. Weitere Gäste sind der Amerikaner Philippe Clark Hall (Tenor) in der Partie des Bobinet/Frick und die Schweizerin Christine Buffle (Sopran), die die Rolle der Baronin von Gondremarck singt.

Operette in fünf Akten

Libretto von Henri Meilhac und Ludovic Halévy

Deutsch von Karl Treumann und Michael Wallner

Musikalische Leitung Hermann Dukek

Regie Michael Wallner

Bühne Heinz Hauser

Kostüme Tanja Liebermann

Choreografie Lynne Hockney

Dramaturgie Thomas Schmidt-Ehrenberg

Raoul de Gardefeu Johannes Wollrab

Bobinet/Frick Philippe Clark Hall

Métella Sylvia Rena Ziegler

Baron von Gondremarck Manfred Wulfert

Baronin von Gondremarck Christine Buffle

Gabrielle Julie Martin du Theil

Der Brasilianer/Prosper Markus Liske

Urbain/Gontran Thomas Matz

Joseph/Alphonse Peter Wittig

Pauline Ks. Ute Bachmaier

Madame de Quimper-Karadec Regina Most

Sowie Opernchor des Theaters Magdeburg

Ballett Magdeburg

Magdeburgische Philharmonie

Weitere Vorstellungen: So. 29. 11., 18.00 Uhr/Fr. 11. 12. und Di. 22. 12., jeweils 19.30 Uhr/Do. 31.12.,

15.00 Uhr und 19.30 Uhr (innerhalb des Silvesterprogramms zu gesonderten Konditionen)/So. 17. 1. 2016, So. 31. 1. und So. 7. 2. jeweils 16.00 Uhr/Fr. 19. 2., 19.30 Uhr im Opernhaus/Bühne

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