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Johann Adolf Hasses Intermezzo "Il tutore (Der Vormund)", Saechsische Staatsoper Dresden

Premiere 3. Oktober 2010 um 11 Uhr

 

Ein Stück Dresdner Operngeschichte: Johann Adolf Hasse gehört – neben Weber, Wagner und Strauss – zu den »Hausgöttern« der Semperoper, erlebte Dresden doch in seiner Ära die erste Blüte als Opernmetropole.

Nach »Cleofide« 2005 kommt nun ein weiteres Werk des Komponisten zur Aufführung, »Il tutore«, komponiert für Neapel 1730, als der Dresdner Hof schon um Hasse warb, und acht Jahre später in Dresden wieder aufgeführt.

 

Die Handlung

 

Theaterprobe. Prandello, Intendant, Regisseur und Darsteller einer Wandertruppe, studiert mithilfe seines Assistenten Romeo das Intermezzo „Il tutore“ von J. A. Hasse ein. In der Hauptrolle: Die junge, attraktive Luisa.

Il tutore

 

Lucilla, eine Waise, wird von ihrem strengen Vormund Pandolfo erzogen. Als dieser ihre Liebe zu dem gleichaltrigen Claudio entdeckt, möchte er Lucilla einsperren. Von Lucillas Tränen gerührt, ist Pandolfo bereit, ihr zu verzeihen. Pandolfo glaubt, Lucilla würde ihm deswegen in Zukunft gehorchen. Stattdessen muss er sich eingestehen, dass er in sein Mündel verliebt ist und sie ihm auf der Nase herum tanzt.

Der Automobilsalon

 

Ein Herr betritt einen Automobilsalon, der keiner ist – oder doch? Eine junge Dame und ein Verkäufer führen mit ihm Gespräche über die Vor- und Nachteile diverser Modelle und führen sie ihm vor. Turgo-Petraktoren und pneumonische Bremsen werden demonstriert. Am Ende entschließt sich der Herr das Modell zu kaufen, das ihm am besten gefällt: die Verkäuferin.

 

Lucilla erklärt Pandolfo, wieso sie ihn nicht lieben kann: er ist nicht jung, nicht reich, nicht ansehnlich. Unterstützt von seinem Diener Mosca, der sich aber auf Lucillas Seite schlägt, versucht Pandolfo sie zu überzeugen, dass er genau ihren Vorstellungen eines noblen Ehemanns entspricht – ohne Erfolg. Pandolfo verzweifelt zunehmend. Durch einen Liebesbrief an Lucilla, der Pandolfo in die Hände gespielt wird, fordert Claudio ihn zum Duell. Obwohl Lucilla noch einmal betont, keinen alten Mann lieben zu können, ist Pandolfo bereit, sich für sie mit Claudio zu duellieren. Pandolfo gibt während des Duells mit dem jugendlichen Helden aus Angst um sein Leben auf – doch für ihn ist diese Niederlage „Schicksal“ und nicht etwa die Einsicht, dass er zu alt und seine Zeit vorbei ist. Lucilla und Claudio verloben sich und Lucilla bittet ihren Tutor um sein Einverständnis zur Heirat – doch dieser bleibt stur und uneinsichtig bis zum Schluss.

 

Intermezzi sind eine Vorform der opera buffa – von der commedia dell’arte und Molières Komödien beeinflusste kurz(weilig)e Szenen, die zwischen den einzelnen Akten der »ernsten« Oper des Barocks, der opera seria, gezeigt wurden. Ob Herr und Dienerin oder Vormund und Ziehtochter: Fast alle Intermezzi handeln von einem bis zur Lächerlichkeit verliebten Alten, der vom Objekt seiner Sehnsüchte, einem gewitzten jungen Mädchen, mit oder ohne Hilfe ihres jugendlichen Liebhabers ausgetrickst wird. So scheitert auch Pandolfo, als Erziehungsberechtigter und als Verehrer, an seinem ihm haushoch überlegenen Mündel Lucilla.

 

»Il tutore« ist der Beginn einer Reihe von Intermezzi, die in den nächsten Spielzeiten in der Semperoper zur Aufführung kommen. Eingefügt als Spiel im Spiel: »Der Automobilsalon« von Eugène Ionesco

 

Musikalische Leitung: Johannes Wulff-Woesten

Inszenierung: Manfred Weiß

Bühnenbild: Arne Walther

Kostüme: Frauke Schernau

Dramaturgie: Sophie Becker

Besetzung am 03.10.2010

 

Pandolfo/ Intendant/ Der Herr: Matthias Henneberg

Lucilla/ Opernsängerin/ Das Fräulein: Nadja Mchantaf

Claudio/ Mosca/ Regieassistent/ Verkäufer: Tom Quaas

 

Aufführungen / Besetzung

 

10.10.2010

11:00 Uhr

 

26.10.2010

20:00 Uhr

 

31.10.2010

11:00 Uhr

 

17.04.2011

11:00 Uhr

 

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