Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
»Judas« - Monolog von Lot Vekemans - Staatstheater Augsburg»Judas« - Monolog von Lot Vekemans - Staatstheater Augsburg»Judas« - Monolog von...

»Judas« - Monolog von Lot Vekemans - Staatstheater Augsburg

Premiere 18.5.2019 20:30 | Westchorbühne Moritzkirche

Es ist eine der bekanntesten Geschichten der Welt: Im Garten Gethsemane wird Jesus von Nazareth verhaftet, schließlich gekreuzigt, nachdem sein Jünger Judas Ischariot ihn verraten hat. Oder war es gar kein Verrat? Seit 2000 Jahren wird über ihn geurteilt. Ab dem 18. Mai ergreift »Judas« in einer Inszenierung von Magz Barrawasser das Wort. In einer selbst inszenierten Show redet er sich an die Nacht heran, in der sein bester Freund, Meister, Messias festgenommen wurde, und erklärt, welche Rolle er dabei spielte. Plötzlich wird dieser Judas, diese personifizierte Illoyalität, ein Mensch wie alle anderen. Schlimmer noch – sein Verhalten wird nachvollziehbar. Und die Zuschauer*innen erkennen den Judas in sich selbst.

 

Er hat einen Namen, den jeder kennt und den er selber nie ausspricht. Seit zweitausend Jahren ist sein Schicksal untrennbar mit dem von Jesus Christus verbunden, den sie Messias nannten und doch an ein Kreuz nagelten. Jetzt aber spricht er – nicht als Entschuldigung, nicht als Rechtfertigung. Sondern um sich heranzureden an den Verrat an seinem besten Freund, Meister, Heiland. Judas kann charmant sein, selbstreflektiert, aber er wütet auch und verzweifelt. Er ist Mensch wie wir und soll doch auch Prinzip sein, lebendiger Dualismus – ohne Licht kein Schatten, ohne Judas kein Jesus. Ein Kuss, eingebrannt auf die eigene Netzhaut, der den Lauf der Welt verändert hat.

»Judas« wurde 2007 ur- und 2012 in Deutschland erstaufgeführt, seitdem läuft das Stück aus der Feder der erfolgreichen niederländischen Autorin Lot Vekemans in zahlreichen Städten. In Augsburg zieht der Monolog direkt neben einen der geschichtsträchtigsten Kirchenräume der Stadt: Anlässlich der Jubiläumsfeier der Moritzkirche entsteht an der Stelle des historisch belegbaren Westchores auf dem Kirchenvorplatz ein offenes Areal, das mit einer Bühne, Sitzmöglichkeiten für knapp 200 Zuschauer, Gastronomie und abgegrenzten Bereichen Raum bietet für Begegnungen, Konzerte, kreative Programme und Veranstaltungen aller Art. Das Staatstheater Augsburg beteiligt sich unter anderem mit dieser Neuproduktion prominent an den Feierlichkeiten.

Zum 1000-jährigen
Gründungsjubiläum
der Moritzkirche
Augsburg

Deutsche Übersetzung Eva M. Pieper & Christine Bais

Inszenierung & Ausstattung Magz Barrawasser
Dramaturgie Kathrin Mergel

Judas Pirmin Sedlmeir

19.5.2019 20:30 | Westchorbühne Moritzkirche
22.5.2019 20:30 | Westchorbühne Moritzkirche
31.5.2019 20:30 | Westchorbühne Moritzkirche
7.6.2019 20:30 | Westchorbühne Moritzkirche
14.6.2019 20:30 | Westchorbühne Moritzkirche
22.6.2019 20:30 | Westchorbühne Moritzkirche

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 12 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑