Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Karl Valentins "Ritter Unkenstein" als Musical in MünchenKarl Valentins "Ritter Unkenstein" als Musical in MünchenKarl Valentins "Ritter...

Karl Valentins "Ritter Unkenstein" als Musical in München

27.-30.07.06 jeweils 20:30 im Prunkhof den Münchner Rathauses (bei jedem Wetter), eine Produktion von München Musik und dem ValentinKarlstadt Theater und der Stadt München.

Ritter Unkenstein ist eine ausgelassene musikalische Persiflage auf das wilde Mittelalter, eine schaurig-schöne Reise in das München des 15. Jahrhunderts mit virtuosen Slapsticks, witzigen Kabaretteinlagen, phantastischen Lichteffekten, einem Musikmix aus Rock’n Roll, Volksmusik und Puccini und den unverwüstlichen, ewig jungen Dialogen des größten Münchner Komikers, Karl Valentin.

Der Hausherr der Burg Grünwald im Isartal, Ritter Unkenstein, macht seinem Namen alle Ehre, da er mit sämtlichen Rittern aus dem Isartal verfeindet ist. Recke Heinrich (Valentin), welcher widerwillig und ständig kommentierend die Befehle des Alten entgegen zu nehmen hat, meldet ihm, dass sein Erzfeind Ritter Rodenstein mit seinem Mannen im Begriff ist, die Burg Grünwald anzugreifen. Als nun auch noch bekannt wird, dass Unkensteins Tochter Kunigunde ein uneheliches Kind zur Welt gebracht hat, welches von diesem Ritter Rodenstein gezeugt wurde, will der zornige Vater das Mädchen hinrichten lassen. Da sich die Mordinstrumente der verschlampten Burg als untauglich erweisen und der Recke Heinrich zu einer List greift, wird Kunigunde gerettet. Nachdem bei einer genauen Inspektion des Kindes festgestellt wird, dass dieses einen merkwürdigen roten Spitzbart hat, gibt Kunigunde zu, dass der wirkliche Vater des Kindes der Ritter Lenz von Ismaning ist, welcher ebenfalls einen roten Spitzbart am Kinn trägt. Am Ende gibt sich der Vater versöhnlich und ein rauschendes Burggelage wird gefeiert.

 

Das Musical

 

Das Stück wurde vom Textdichter Karl Heinz Hummel, und dem Münchner Komponisten Christian Auer zu einem Musical umgearbeitet. Neben dem unverwüstlichen Lied von den „Oidn Rittersleut“ der Burg Grünwald entstanden 15 neue Songs, welche in ihrer Stilistik an Musicals wie der „Rocky Horror Picture Show“, aber auch an bayerische Volksmusik angelehnt sind. Kabarettistische Höhepunkte sind der Auftritt des Scharfrichters, der eigentlich lieber ein Show Star geworden wäre, und der Song der drei „Original Rectaler“ mit ihrem Lied zum Thema „Arschlings“.

 

Die Inszenierung

 

Der rumänische Regisseur Ioan C. Toma inszenierte diese musikalische Komödie. Sein Bühnenbild ist eine originelle Konstruktion aus Bierfässern und bietet alle Möglichkeiten zu einem musikalischen Rittersprektakel. Dabei galt seine Aufmerksamkeit ganz besonders der Wiederbelebung der originalen Masken Valentins. Seine skurrilen und doch so menschlichen Gestalten sind in ihrer archetypischen Tiefe Buster Keaton, Charlie Chaplin oder den Marx Brothers ebenbürtig und entfalten – ähnlich wie Pantalone oder Harlekino in der Commedia del Arte – eine anarchisch wilde und tragikomische Kraft.

 

Songtexte: Karl Heinz Hummel

Regieassistenz: Mathea Stern, Kulissenmalerei: Quirin Karb, Fotos: Oskar Henn

 

Besetzung

 

Ritter Unkenstein Bele Turba

 

Knappe Heinrich Gerald Karrer

 

Kunigunde Tanja Maria Froidl / Yasmin Hikary

 

Musiker, Ritter Lenz,

Trommler Andreas Harwath / Stephan Gaisbauer

 

Musiker, Scharfrichter Christian von der Au

 

Musiker, Scharfrichter,

Ritter Rodenstein Gerd Peters / Jerryl

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 14 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Liebe in Zeiten des Krieges

In Großbritannien findet ein Bürgerkrieg statt: die Puritaner unter Oliver Cromwell kämpfen gegen die katholischen Royalisten. Das private Glück ist in Gefahr.  

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑