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«La Cecchina ossia La Buona Figliola» von Niccolò Piccinni - THEATER BIEL SOLOTHURN

Premiere Biel: Freitag, 12. April 2013, 19.30 Uhr, Stadttheater

Premiere Solothurn: Mittwoch, 17. April 2013, 19.30 Uhr, Stadttheater. -----

Eine Rarität ist die fast vergessene Oper von Niccoló Picinni nach einem Bühnenstück des italienischen Meisters der Komödie Carlo Goldoni.

 

Die schöne Cecchina ist ein Findelkind und arbeitet als Gärtnerin für den Marchese della Conchiglia. Der Marchese verliebt sich unsterblich in die junge Schöne und bittet die Dienerin Sandrina um Hilfe bei der Werbung. Die missgünstige Sandrina macht aber die Verbindung zwischen Herr und Dienerin publik und sorgt für einen Skandal: Armidoro, der Verlobte von Marchesa Lucinda, der Schwester des Herzogs, droht die geplante Hochzeit mit ihr platzen zu lassen, falls der Marchese die Standesgrenzen ignorieren und die Dienerin heiraten sollte. Um den Marchese zu schützen verlässt Cecchina sein Anwesen, begleitet von Mengotto, dem Gärtner. Doch Sandrina spinnt ihre Intrige weiter…

 

Die Liebesgeschichte über Standesgrenzen hinweg und die tugendhafte Dienerin faszinierten das Publikum während der ganzen Rezeptionsgeschichte des Stoffes: schon die Vorlage, Richardsons Briefroman „Pamela“, wurde kurz nach seinem Erscheinen 1740 in England zu einem Bestseller und löste eine Flut von Fortsetzungsgeschichten und Nachahmern aus. Carlo Goldoni adaptierte 1750 die Geschichte als Komödie für die Theaterbühne und entfesselte ebenfalls wahre Begeisterungstürme.

 

Durch den Erfolg des Stücks beflügelt, schrieb Goldoni sechs Jahre später ein Opernlibretto - aber erst mit der dritten Vertonung des Textes durch den Neapolitaner Niccolò Piccinni stellte sich der Erfolg ein. Für den bis anhin eher unbekannten Piccinni bedeutete die Uraufführung von La Cecchina ossia La Buona Figliola 1760 in Rom den europaweiten Durchbruch als Opernkomponist. Schon nach kurzer Zeit verlangte das Publikum in ganz Italien und Europa nach Aufführungen der Cecchina und wie die Romanvorlage Pamela hatte die Oper einen grossen Einfluss auf die Mode der Zeit: Damen kleideten sich im zurückhaltenden Stil der als Dienstmädchen arbeitenden Adligen und die Herren benannten ihre Rennpferde nach ihr. Bis nach Peking soll es die Oper geschafft haben, wo sie am Hofe des Kaisers gespielt worden sei.

 

Liebesbesessenheit und die Undurchdringlichkeit der Standesgrenzen spielen auch in der Inszenierung von Regisseur Alexander von Pfeil («Tancredi») am Theater Biel Solothurn eine wichtige Rolle. Er siedelt die Oper etwas näher an unserer Gegenwart im frühen 20. Jahrhundert an, wo die Hierarchie zwischen Adel und Dienstboten, sowie die Streitigkeiten und Missgunst unter den Dienenden immer noch das Leben in einem grossen Haus bestimmen. Das Verstecken, Belauschen, Intrigieren und Sich-Finden in den vielen Räumen widerspiegelt sich auch das Bühnenbild von Piero Vinciguerra, welches von vielen hohen, offenen und verschlossenen Türen geprägt ist.

 

Über 60 Schüler/innen des Seeland Gymnasiums Biel, Studierende der HKB und Uni Bern sowie Erwachsene haben sich auf die Suche nach dem Wunderbaren im Theater, in der Oper, der Literatur und im Alltag gemacht. Daraus entstanden audio-visuelle Ausstellung «Wunder: Herkunft unsicher», die im Rahmen der Premiere von «Cecchina ossia La Buona Figliola» am 10. April um 18 Uhr im Foyer des Stadttheater Biel mit einer Vernissage eröffnet wird.

 

La Cecchina ossia La Buona Figliola

Dramma giocoso in tre atti de Niccolò Piccinni

Libretto von Polisseno Fegejo (Carlo Goldoni) nach seiner Komödie «La Pamela ossia La virtù premiata» und dem Roman «Pamela or Virtue Rewarded» von Samuel Richardson

Kritische Fassung für das Theater Biel Solothurn von Francesco Paolo Russo

 

Musikalische Leitung Harald Siegel

Inszenierung Alexander von Pfeil

Bühne und Kostüme Piero Vinciguerra

Dramaturgie Merle Fahrholz

 

La Marchesa Lucinda Rosa Elvira Sierra / Céline Steudler*

Il Cavaliere Armidoro Gregory Finch / Valery Tsarev

Il Marchese della Conchiglia William Lombardi

Cecchina Raquel Camarinha

Sandrina Daniela Braun

Paoluccia Oriane Pons* / Monja Meissner*

Tagliaferro Dong-Hee Seo* / Dzanis Yantsevich*

Mengotto Bojidar Vassilev

*Studierende/r der Hochschule der Künste Bern, Schweizer Opernstudio

 

Sinfonie Orchester Biel

 

Vorstellungsdaten

Biel:

FR 12.04.2013 19:30 Premiere

SO 21.04.2013 17:00

DI 30.04.2013 19:30

SO 12.05.2013 19:00

FR 24.05.2013 19:30

DI 28.05.2013 19:30

MI 12.06.2013 19:30

FR 14.06.2013 19:30

 

Solothurn:

MI 17.04.2013 19:30 Premiere

SA 27.04.2013 19:00

DO 23.05.2013 19:30

MI 05.06.2013 19:30

FR 07.06.2013 19:30

 

Gastspiele:

DO 02.05.2013 20:00 Casinotheater Burgdorf

MI 22.05.2013 19:30 Théâtre de Vevey

Änderungen vorbehalten

 

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