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NRW-Auftritt - Ausstellung des Theatermuseums Düsseldorf im Musiktheater Gelsenkirchen-Foyer

Ab Sonntag, dem 21. November bis zum 20. März 2011 ist „NRW-AufTritt“ - eine Ausstellung des Theatermuseums Düsseldorf im Oberfoyer des Musiktheaters Gelsenkirchen zu sehen.

 

In NRW, dem mit 18 Mio. Einwohnern bevölkerungsreichstem Land der Bundesrepublik sind 900 Theater und Gruppen beheimatet. Die Ausstellung als Spiegel der kulturellen Vielfalt im Ballungsraum führt die Theater der Region in Bilddokumenten an einem Ort zusammen und mahnt die Pflege und Erhaltung dieser einzigartigen Theaterlandschaft an.

 

Die Theaterdichte und künstlerische Qualität in unserer Region, die internationale Beachtung verdient, ist stark gefährdet. Was bleibt vom Theater, wenn der Vorhang gefallen ist? In den Köpfen der Zuschauer - ihre Erinnerung. Dabei ist diese vergänglich wie das Theatererlebnis selbst. Theaterdokumente können zwar die Erinnerung fördern helfen, sind aber wie die Etiketten von einst genossenem Wein – sie können den Genuss nicht ersetzen.

 

Trotz aller Schließungs-, Abriss- und Umbaudebatten in Köln, Oberhausen oder Wuppertal sind die steinernen Zeugen im Land am dauerhaftesten: die architektonischen Hüllen, die Theater-Häuser. Standorte und architektonische Gestaltung drücken das Theaterverständnis ihrer jeweiligen Entstehungszeit aus. Die Ausstellung des Theatermuseums der Landeshauptstadt Düsseldorf führt die Theater Nordrhein-Westfalens in Bilddokumenten an einem Ort zusammen und mahnt die Pflege und Erhaltung dieser einzigartigen Theaterlandschaft an.

 

Im frühen 19. Jahrhundert liegen die architektonischen Wurzeln der Theater in Aachen und Detmold. Längst verbergen sich hinter den historisch wirkenden Mauern moderne Neu-, Um- und Einbauten, dennoch spürt der Besucher das Flair fürstlichen oder bürgerlichen Selbstbewusstseins.

Um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert entstehen zahlreiche Theaterbauten, in denen das Bürgertum den Adel in seinen kulturellen Bedürfnissen ablöst. 1892 wird in Essen das „Grillo-Theater” eröffnet, das auch nach Umbauten bis heute den Namen seines bürgerlichen Bauherren trägt.

 

Der Architekt des Bielefelder Stadttheaters (1904) und des privaten Schauspielhauses Düsseldorf (1905, zerstört 1943), Bernhard Sehring, hat auf nordrhein-westfälischem Boden - neben Berlin und Cottbus - zumindest ein Beispiel seiner Theaterarchitektur des frühen 20. Jahrhunderts hinterlassen. Mit der 2004 begonnenen Restaurierung des Bielefelder Stadttheaters schloss sich 2006 der historische Kreislauf.

 

Der renommierte Theaterarchitekt Martin Dülfer zeichnete für die Architektur des Dortmunder (1904, zerstört 1943) und des Duisburger Stadttheaters (1912) verantwortlich.

 

Radikal war der Eingriff in die Bausubstanz der Gründerzeit am Düsseldorfer Opernhaus. 1954 riss man den historischen Zuschauertrakt des 1875 eröffneten ehemaligen Stadttheaters ab und ersetzte ihn durch ein zeittypisches architektonisches Zeichen. Einen deutlichen Bruch mit der Vergangenheit spiegeln auch der Bau in Bochum (Umbau des Vorgängerbaus 1953) und der in zwei Zeitstufen 1952 und 1963 ebenfalls durch Gerhard Graubner realisierte Bau in Krefeld wieder.

 

In der zweiten Hälfte der 1950er Jahre beginnt eine Phase national und international beachteter Theaterbauten in Nordrhein-Westfalen. Die Eröffnung des Großen Hauses der Städtischen Bühnen Münster 1956 wurde als “Donnerschlag in der Architektur” verstanden. Das Architektenteam von Hausen, Rave und Ruhnau schuf mit der Lösung städtebaulicher und denkmalpflegerischer Probleme einen der phantasievollsten Nachkriegstheaterbauten. Ihre Zusammenarbeit bewährte sich ein zweites Mal in Gelsenkirchen (1959). Einen nicht zu übersehenden städtebauliche Akzent setzt auch das Gebäude der Kölner Bühnen von Werner Riphahn (1957).

 

In den 1960er Jahren entstehen die neuen Häuser in Bonn (1965), Dortmund (1966), Wuppertal (Schauspielhaus 1966). Die beiden aufsehenerregendsten Theaterbauten der vergangenen Jahrzehnte (Düsseldorfer Schauspielhaus, 1970, und Essener Aalto-Theater, 1988) erscheinen wie Skulpturen im städtischen Raum. Als jüngster und wegen seiner „vertikalen Bauform“ modernster Theaterbau muss die 2010 in Gütersloh eröffnete Bühne genannt werden. Ebenso wie der Neubau der Kammerspiele Paderborn ist dies ein immerhin hoffnungsvolles Zeichen in Zeiten der Krise, in der Häuser wie Hagen, Moers, Oberhausen, Remscheid und Wuppertal um ihr Überleben kämpfen.

 

Im Rahmen des Musikbrunches am Sonntag wird die Ausstellung im MiR eröffnet, die noch bis zum 20. März 2011 in unseren Räumen zu sehen sein wird.

 

Der Eintritt ist frei!

Infos: Theaterkasse: 0209 - 4097.200|www.musiktheater-im-revier.de

 

 

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