Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Oskar und die Dame in Rosa" als Premiere in Neuwied"Oskar und die Dame in Rosa" als Premiere in Neuwied"Oskar und die Dame in...

"Oskar und die Dame in Rosa" als Premiere in Neuwied

von Eric-Emmanuel Schmitt an der Landesbühne in Neuwied

am 30.09.2005 im

Schlosstheater Neuwied.

Nachdem wir bereits vor einigen Jahren Enigma von Eric-Emmanuel Schmitt

spielten, ist der französische Erfolgsautor in dieser Spielzeit gleich mit zwei Stücken bei uns vertreten: Oskar und die Dame in Rosa und Monsieur Ibrahim oder die Blumen des Koran.

Was fasziniert uns so an Schmitt? Es ist seine Fähigkeit, den Realismus unseres Alltags mit positiven Visionen zu durchsetzen. Schmitt verschließt nicht die Augen vor dem Leid, aber er bietet der Hoffnungslosigkeit Paroli – nicht durch billige Tricks, nicht durch einen deus ex machina, sondern durch eine seelische Kraft, die selbst angesichts des Todes nicht gänzlich verebbt. Auch glaubt er an die Veränderbarkeit des Menschen und – an das menschliche Miteinander. Das klingt zunächst ein wenig nach Märchen. Und doch gelingt es Schmitt - das ist das Geniale - nicht in Kitsch abzugleiten. Vielmehr verblüfft er uns durch seine lakonische Nüchternheit und seinen warmen Humor. Das wir mit unserer Einschätzung nicht alleine stehen, zeigt sich daran, dass Schmitts Erzählungen ganz vorne auf den Bestsellerlisten stehen und dass seine Stücke an zahlreichen Theatern gespielt werden.

Paul Bäcker, ein unserem Hause seit vielen Jahren verbundener Regisseur, übersetzt Schmitt – gemeinsam mit seiner Frau Annette – exklusiv ins Deutsche. Das ist der zweite Grund für unsere Schmitt-Affinität. Denn welcher Regisseur könnte Schmitt besser in Szene setzen, als derjenige, der für jeden Gedanken Schmitts einen adäquaten Ausdruck im Deutschen gefunden hat.

Auch mit Monsieur Ibrahim oder die Blumen des Koran wird sich die Landesbühne noch nicht von Schmitt verabschieden. In der nächsten Spielzeit ist eine Aufführung seines Pilatus-Evangeliums geplant. Hier zeigen sich Schmitts Wurzeln: Er ist promovierter Philosoph, und er ist gläubig. Indem Pilatus das Verschwinden des Leichnams Jesu untersucht, entspinnt er einen Kampf des Verstandes gegen die Macht des Übernatürlichen

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑