SCHAUSPIELHAUS GRAZ: „Benefiz oder Jeder rettet einen Afrikaner“ von Ingrid Lausund

PREMIERE am 19. November 2015, 20 Uhr, REDOUTENSAAL. -----Immer mehr Flüchtlinge drängen nach Europa und immer öfter hört man die Ansicht, um dieser Flut Herr zu werden, müsse man dort helfen, wo das Problem entsteht, damit sie gar nicht erst kommen. Zum Beispiel in Afrika. Aber wie spenden, damit dort geholfen werden kann? Wem vertrauen? Was tun? Oder besser doch lassen?
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Zwei Schauspielerinnen und drei Schauspieler proben eine Benefiz-Veranstaltung, mit der sie Geld sammeln möchten für den Bau einer Schule in Guinea-Bissau. Sie sind Profis im Herstellen von Öffentlichkeit, können Emotionen hervorrufen, mit Sprache umgehen, sind politisch denkende Menschen, haben ein Konzept und ihre Hausaufgaben gemacht. Aber bei allem Bemühen um Inhaltlichkeit und die richtigen Mittel dafür, geht es bald um die wirklich wichtigen Fragen: Wieso ist die Probebühne immer so versifft, wer tut eigentlich mal Geld in die Kaffeekasse und warum klemmt der Diaprojektor schon wieder?

Das Stück zelebriert lustvoll Klischees des Schauspieleralltags und ist dennoch ein ernsthafter Versuch, auf unterhaltsame und hintersinnige Weise den Finger auf die Wunde des Spendenwilligen zu legen mit der Aufforderung, diesem Thema weder sein Herz, noch sein Portemonnaie zu verschließen. Der Redoutensaal, der im Alltag des Theaters als Probebühne dient, wird zum Aufführungsort mit authentischer, wechselnder Kulisse.

Zur Autorin

Ingrid Lausund

Ingrid Lausund, geboren 1965 in Ingolstadt, studierte Schauspiel und Regie an der Theaterakademie Ulm und gründete 1992 mit Mitstudierenden ein freies Theater in Ravensburg, das ihre ersten Texte und Stücke produzierte. Inzwischen ist sie als Autorin von Theaterstücken und Prosa, Regisseurin eigener Texte und Dozentin an diversen Theaterhochschulen etabliert. 2008 gründete sie eine eigene Produktionsfirma, mit der sie unter anderem 2009 „Benefiz“ als freie Produktion in Salzburg uraufführte.

Zum Regisseur

Mathias Schönsee

Nach dem Studium der Angewandten Theaterwissenschaft bei Andrzej Wirth in Gießen arbeitete er als Regisseur, Dramaturg und Spielstättenleiter an verschiedenen Theatern. Seit 1998 ist er freier Autor, Regisseur und Songwriter.

Neben klassischen und neuen Theatertexten inszeniert er vorwiegend eigene Stücke oder Bearbeitungen von Prosatexten. In seiner Theaterarbeit bringt er häufig das Schauspiel mit anderen performativen Künsten wie Musik, Tanz und Artistik zusammen.

Seine Inszenierung von Moritz Rinkes Stück „Wir lieben und wissen nichts“ am Konzert Theater Bern wurde jüngst zu den Mühlheimer Theatertagen und zu den

Autorentheatertagen an das Deutsche Theater nach Berlin eingeladen.

Mit dem Komponisten und Produzenten Markus Löhr veröffentlichte Mathias Schönsee als Songwriter und -texter diverse Hör-CDs für Kinder, von denen bisher fünf Gold-Status erreichten und die über eine Million Mal verkauft wurden.

Mathias Schönsee lebt in Berlin und ist aktives Mitglied der deutschen Autorennationalmannschaft.

Regie Mathias Schönsee

Bühne Frank Holldack

Kostüme Darja Fahrenbruch

Dramaturgie Karla Mäder

Besetzung Eva: Susanne Konstanze Weber

Christine: Veronika Glatzner

Leo: Gideon Maoz

Rainer: Daniel Doujenis

Eckhard: Gerhard Balluch

weitere Vorstellungen am 23. und 30. November, am 3., 9., 10. und 23. Dezember, jeweils 20 Uhr, sowie ab Jänner

Tickets

T 0316 8000, F 0316 8008-1565, E tickets@ticketzentrum.at

I www.schauspielhaus-graz.com

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