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"Schwanensee" im Theater Chemnitz

Ballett von Lode Devos, Musik von Peter Tschaikowsky

Premiere: 31. Oktober 2008, 19.30 Uhr, Opernhaus Chemnitz

 

Prinz Siegfried, der nach dem Willen seiner strengen Mutter endlich eine Braut finden soll, gerät bei der Jagd unvermutet an den Schwanensee, wo er der verzauberten Odette begegnet und ihrer Anmut und Schönheit verfällt.

 

 

Er erfährt vom traurigen Schicksal der in einen weißen Schwan verzauberten Prinzessin, die nur durch Liebe und Treue zu erlösen ist. Die zärtliche Begegnung wird dem Zauberer Rotbart verraten, der zum Brautschauball dem verliebten Prinzen seine eigene Tochter Odile in der Gestalt der Odette präsentiert. Siegfried glaubt, in der Schönen seine Schwanenprinzessin zu erkennen, und wird zum Treueschwur gedrängt, den er dem falschen Ebenbild seiner Liebe leistet. Zu spät bemerkt der Betrogene seinen Irrtum und flieht an den See, wo nicht nur die verzweifelte Odette, sondern auch Rotbarts Rache warten.

 

Die getanzte Geschichte von Lode Devos weicht nur in Nuancen von dem bekannten Märchen ab. Ob aber die verzeihende Liebe Odettes oder die rächende Wut Rotbarts das Finale am aufgewühlten, stürmischen See bestimmen, das wird erst zur Premiere im Chemnitzer Opernhaus verraten.

 

Zur Inszenierung:

Ballettdirektor Chemnitz Lode Devos erzählt eine märchenhafte Geschichte, die in der verwunschenen Welt des Schwanensees das Geschehen ineinander webt und die Grenzen zwischen Realität und Zauber fließen lässt. Angesichts der Weiterentwicklung des Tanztheaters verweigert sich Lode Devos dem puren Nachvollziehen der Interpretationen aus dem vorigen Jahrhundert, vielmehr möchte er seine Zuschauer für eine individuelle Betrachtung gewinnen. Es ist keine wilde verwegene Jagd, die den Helden Siegfried an den verwunschen Ort bringt, eher ein letztes Aufbäumen der Freiheit des Ungebundenseins. Die Fesseln der Konvention, die später umso stärker festgezurrt werden sollen, sind gelöst und damit auch die Fixierung auf den erwarteten Tanzstil. Für das manchmal turbulente, manchmal zart berührende, zwischen Naturbegeisterung und Konvention wechselnde Geschehen findet der Choreograf seine Art der märchenhaften Umsetzung und setzt dabei auf ein intensives theatralisches Spiel, in dem auf die individuelle Ausdrucksweise der Tänzer ebenso Wert gelegt wird wie auf die Eleganz ihrer Erscheinung.

 

Musikalische Leitung: Frank Beermann

Choreografie: Lode Devos

Bühne: „Katxua“ – Jose A. Pelejero Pastor

Kostüme: Christiane Devos

 

Es tanzt das Ballett Chemnitz

 

Die nächsten Vorstellungen sind am 2. und 8. November 2008, jeweils 19.30 Uhr im Opernhaus Chemnitz.

 

 

 

 

 

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