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Uraufführung: "Archiv des Unvollständigen" - Ein Sprachmusik-Abend von Thom Luz und Laura de Weck am Oldenburgischen Staatstheater Uraufführung: "Archiv des Unvollständigen" - Ein Sprachmusik-Abend von Thom...Uraufführung: "Archiv...

Uraufführung: "Archiv des Unvollständigen" - Ein Sprachmusik-Abend von Thom Luz und Laura de Weck am Oldenburgischen Staatstheater

Premiere Sa 21. September 2013 um 20 Uhr in der Exerzierhalle. -----

»Liebst du mich?« Darauf gibt es nur zwei mögliche Antworten. Das reicht doch nicht aus, sogar bei Wer wird Millionär hat man vier Antworten zur Auswahl. Und kann doch nur eine Million gewinnen, nichts im Vergleich zu dem, was man bekommt, wenn man die Liebst-du-mich-Frage richtig beantwortet.

Lücken, Fehlendes, Unzureichendes: In den Texten von Laura de Weck stoßen die Figuren immer wieder an die Grenzen ihrer Sprache, sehen sich außerstande, ihre Gefühle oder Gedanken adäquat in Worte zu übersetzen. Da fehlen Satzteile und Ausdrücke, und oft sind schon die Gefühle und Gedanken selbst unvollständig oder lückenhaft.

 

Das Thema der Unvollständigkeit zieht sich als roter Faden durch die bisherigen Theaterabende von Thom Luz, durch missglückte Polarexpeditionen, lückenhafte Polizeirapporte, gescheiterte Utopien oder fragmentierte Identitäten. In Oldenburg war vor zwei Jahren seine Auseinandersetzung mit Horst Janssen Zu zweit bin ich eine Katastrophe zu sehen.

 

In ihrem ersten gemeinsamen Projekt führen Laura de Weck und Thom Luz ihre Suche nun gemeinsam fort. Auf der Bühne ist ein Team von Spezialisten mit dem Aufspüren und Archivieren von weißen Flecken beschäftigt, kann das Theater doch alle nur erdenklichen, zwischenmenschlichen Gefühlskonstellationen künstlich herstellen, wiederholen und in Zeitlupe ablaufen lassen: Wo und unter welchen Umständen versagt die Sprache? Wo verrät die Konstruktion der Worte mehr über ihren Inhalt als ihre Bedeutung? In welchen Lebenslagen versagt sie ständig? Welche scheinbar festen Strukturen brechen im theatralen Härtetest ein?

 

Inszenierung: Thom Luz;

Ausstattung: Lisa Maline Busse;

Musik: Mathias Weibel

Dramaturgie: Jörg Vorhaben

 

Mit: Sarah Bauerett, Hanna Franck, Caroline Nagel; Eike Jon Ahrens; Vincent Doddema

 

Koproduktion mit den Ruhrfestspielen Recklinghausen

 

Weitere Vorstellungen: Mi 25. September; Fr 4., Do 10., Sa 12. Oktober

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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