Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Vagantenbühne Berlin: DER DOPPELGÄNGER, Schauspiel nach der Erzählung von Fjodor DostojewskijVagantenbühne Berlin: DER DOPPELGÄNGER, Schauspiel nach der Erzählung von...Vagantenbühne Berlin:...

Vagantenbühne Berlin: DER DOPPELGÄNGER, Schauspiel nach der Erzählung von Fjodor Dostojewskij

Premiere am Dienstag, 03. Juni 2022, 20.00 Uhr

Eines Nachts trifft Goljadkin auf einen Fremden, der ihm sehr bekannt vorkommt: Er ist sein Doppelgänger. Als ihm dieser am nächsten Tag als neuer Sitznachbar im Büro zu geteilt wird, scheint außer ihm keiner die Ähnlichkeiten zwischen den beiden zu erkennen. Vielmehr ist es so, dass sich der Doppelgänger sofort einer Beliebtheit bei Kollegen und Vorgesetzten erfreut, von der Goljadkin jahrelang geträumt hat.

 

 

 

 

Copyright: Ben Anthony Zaha

Die Angst, vollständig von seiner Kopie ersetzt zu werden, frisst sich von Tag zu Tag tiefer in Goljadkins Gedanken. Seine Identität verwischt immer mehr – Ist er Goljadkin oder der Andere? – bis einer der beiden in die Psychiatrie gebracht wird. Das Original oder die Nachahmung?

Bisher kennt man hauptsächlich die Fassung des "Doppelgängers", die Dostojewskij 20 Jahre nach Erscheinen gekürzt und geglättet hat. Wie surreal und komisch der junge Dostojewskij die Geschichte ursprünglich erzählt, bemerkt man in der Neuübersetzung Nitzbergs von 2021, die die Grundlage der Stückfassung des Theaterautors Clemens Mädge bildet. Dieser stellt mit DER DOPPELGÄNGER nun das "ungenügende" Individuum und den gekränkten Narzissmus des Einzelnen ins Zentrum. Ein Motiv, das so zeitlos wie aktuell ist. Besonders in unserer durchdigitalisierten Welt haben wir ständig die Möglichkeit, durch Weglassen oder Hinzufügen von Details, eine andere Version unseres Selbst zu erzeugen. Aber wann wird die Jagd auf unser "besseres" Ich zu einer Flucht vor uns selbst?

DER AUTOR
Clemens Mädge wurde 1983 in Lüneburg geboren. Nach seinem Abitur arbeitete er zunächst als Bühnentechniker beim Ernst Deutsch Theater in Hamburg. Von 2007 bis 2010 folgte dann ein Engagement als Regieassistent am Jungen Schauspielhaus Hamburg. Seit 2010 ist er als freischaffender Autor, Regisseur und Theatermusiker tätig. Er arbeitete seitdem u.a. für das Schauspielhaus Hamburg, Volkstheater Wien, Schauspielhaus Wien, monsun.theater, Schauspiel Frankfurt, Schleswig-Holsteinische Landestheater, Theater im Bauturm, Maxim Gorki Theater, Theater Lüneburg, Moks und das Staatstheater Hannover. 2012 erhielt er das Hans Gratzer Stipendium für sein Stück “Geronnene Interessenslage“. 2018 wurde er für sein Stück “Wenigstens hat es mal gebrannt“ mit dem Christian-Dietrich-Grabbe Preis und dem Kulturförderpreis des Landkreises Lüneburg ausgezeichnet. Sein Stück “Paula“ wurde 2019 in die Shortlist für den Brüder-Grimm Preis aufgenommen. An der Vagantenbühne war Clemens Mädge 2021 als Komponist für die Produktion LEONCE UND LENA tätig.

DER DOPPELGÄNGER
Schauspiel nach der Erzählung von Fjodor Dostojewskij
Nach der ersten Fassung von 1846 übersetzt von Alexander Nitzberg
Bühnenfassung von Clemens Mädge

Mit
Magdalene Artelt
Marie-Thérèse Fontheim
Friederike Ziegler

Regie Kathrin Mayr
Fassung Clemens Mädge
Bühne & Kostüme Johanna Bajohr
Dramaturgie  Fabienne Dür
Regieassistenz & Abendspielleitung  Alexander Schatte
Technische Leitung Malte Hurtig
Bühnentechnik Henry Mampe
Aufführungsrechte: DREI MASKEN VERLAG GmbH, München

Weitere Vorstellungen
05.06. / 06.06. / 24.06. / 25.06. um 20.00 Uhr

Informationen & Karten: Tel: 030/ 313 12 07 oder www.vaganten.de
Kartenpreise: 22,- €/ ermäßigt 8,- €

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 15 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Nachdenklich, Lebhaft, Wütend, Wehmütig! Ballett am Rhein: „Vier Neue Temperamente“

DIE VIER TEMPERAMENTE George Balanchine PHLEGMATIC SUMMER Michèle Anne de Mey (Uraufführung) SANGUINIC: CON BRIO Demis Volpi (Uraufführung) CHOLERIC Hélène Blackburn (Uraufführung) FROM TIME TO…

Von: Dagmar Kurtz

Hinter der Bühne

Adriana ist der gefeierte Star der Schauspielbühne. Aber auch Ruhm und Anerkennung schützen nicht davor, hintergangen zu werden. Und wenn zwei Frauen denselben Mann lieben, sind Eifersucht, Intrige…

Von: Dagmar Kurtz

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑