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WILLKOMMEN von Lutz Hübner und Sarah Nemitz im Theater Osnabrück

Premiere 24.10.2020, 19.30

Beim WG-Abendessen verkündet Benny die Neuigkeit: Er wird für ein Jahr als Dozent in die USA gehen. Für die Zeit seiner Abwesenheit macht er den Vorschlag, sein Zimmer Geflüchteten zur Verfügung zu stellen. Die Fotografin Sophie ist begeistert und plant gleich ein Dokumentarprojekt. Doros Bedarf an Kontakt mit fremden Lebenswelten dagegen ist gedeckt, die WG-Älteste hat nicht vor, daheim soziale Experimente zu machen. Und wenn Jonas seinen Posten bei der Bank schon sicher hätte, fände er Bennys Idee total gut, aber der Lärm ...

 

Copyright: Kerstin Schomburg

Auch Anna, das Nesthäkchen der WG, hat etwas zu verkünden: Sie ist schwanger und würde gern mit dem Kindsvater zusammenziehen. Als der später vorbeischaut, bekommt die Diskussion eine neue Note – denn der sympathische Sozialarbeiter Achmed äußert sich unverblümt über Araber und Gutmenschen. Und überhaupt: Macht es sich der gutmeinende Benny nicht etwas zu leicht – schließlich ist er als Einziger von den Folgen seiner hehren Idee nicht betroffen!

Wo verläuft unsere Toleranzgrenze? Wie steht es wirklich um die Bereitschaft, die eigene Komfortzone aufzugeben? Lutz Hübner und Sarah Nemitz, deren bissige Komödie FRAU MÜLLER MUSS WEG das Osnabrücker Publikum mehrere Saisons lang begeisterte, holen die Diskussion über die gesellschaftliche Umordnung ins Wohnzimmer der bürgerlichen Mitte. Mit großem Gespür für Komik schaffen sie lebensnahe Figuren, die mehr mit uns gemein haben, als uns lieb ist.

Regisseurin Elina Finkel inszeniert u. a. in Oldenburg, Konstanz und Zürich und wurde mit dem Erlangener Theaterpreis ausgezeichnet. Nach WER HAT ANGST VOR VIRGINIA WOOLF? wird sie zum zweiten Mal am Theater Osnabrück die Untiefen und Selbsttäuschungen moderner Menschen auf die Bühne bringen.

Inszenierung Elina Finkel
Bühne, Kostüme Vesna Hiltmann
Dramaturgie Marie Senf

Doro Christina Dom
Sophie Juliane Böttger
Anna Hannah Walther
Jonas Stefan Haschke
Benny Andreas Möckel
Achmed Oliver Meskendahl

Aktion Universal Refugee
Initiatorin: Mareike Mikat
Sprecher: Franklin Sakep Ntsinjang

Die temporäre Installation UNIVERSAL REFUGEE, die ab dem 24.10.2020 vor dem Theater Osnabrück zu sehen sein wird, versucht die Gedankenwelt einer*s Geflüchteten an den europäischen Außengrenzen oder in den Auffanglagern im Mittelmeerraum für Bürger*innen erfahrbar zu machen. Ziel ist eine Rückbesinnung auf humanistische Grundwerte der EU und unsere Verantwortung als Mitgliedsland diese Grundwerte uneingeschränkt zu vertreten. Die Debatte soll in eine konstruktive Arbeit mit Geflüchteten und ihren Anliegen und Rechten verlagert werden. Ziel ist die Erinnerung an die Definition einer*s Geflüchteten als Schutzbedürftige*n.

Unter #wirhabenplatz und #offenes Haus solidarisieren sich Kunstschaffende mit Geflüchteten an den europäischen Außengrenzen. Lager sind keine Lösung. Wer sind Geflüchtete? Geflüchtete sind Menschen, die vor Krieg, Gewalt, Konflikten oder Verfolgung geflohen sind und internationale Grenzen überschritten haben, um Sicherheit in einem anderen Land zu finden.

Karten für die Premiere und die Folgevorstellungen von WILLKOMMEN sind unter www.theater-osnabrueck.de, telefonisch unter 0541/76 000 76 oder an der Theaterkasse erhältlich.

 

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