Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
wunder. Internationales Figurentheaterfestival 2020 in Münchenwunder. Internationales Figurentheaterfestival 2020 in Münchenwunder. Internationales...

wunder. Internationales Figurentheaterfestival 2020 in München

17. Oktober bis 1. November 2020

In diesem Jahr ist alles anders, alles neu: Das Internationale Figurentheaterfestival, das alle zwei Jahre im Herbst in München stattfindet, hat jetzt einen Namen: Es heißt „WUNDER.“ Wenn man alle Zeichen spricht, kommt „wunder Punkt“ heraus. Mascha Erbelding hat zusammen mit Andrea Gronemeyer (Schauburg) sowie mit Conny Beckstein und Marion Schäfer (Kultur und Spielraum e.V.) ein Programm zusammengestellt, das Erwachsene, Jugendliche und Kinder 16 Tage lang gleichermaßen verzaubert, ohne die wunden Punkte unserer Zeit auszuklammern.

 

Copyright: Internationales Figurentheaterfestival 2020

Dabei gilt es zu bedenken, dass Figurentheater per se immer schon ein kleines Wunder ist: Tote Materie wird lebendig und zieht die Zuschauer in ihren Bann. Dabei ist es selbst höchst fragil – jederzeit kann das „lebendige“ Material in sich zusammensacken.

Aus bekannten Gründen werden die Zuschauerzahlen in diesem Jahr auf etwa ein Viertel der Kapazität beschränkt sein. Und trotzdem: Groß denken, über den Tellerrand und weit in die Ferne – das lässt sich mit den Wesen, die auf der Bühne zum Leben erwachen, vergleichsweise leicht realisieren, an quasi allen Orten. Das internationale Figurentheaterfesti-val WUNDER. macht also die Not zur Tugend und experimentiert, welche Theaterformen jetzt möglich sind. Dabei stellen sich alte Fragen immer wieder neu: Wie kann Nähe trotz all der Distanz-Vorschriften entstehen? Ist Theater für nur eine Person die Lösung? Welche Rolle spielt die Musik? Wie ist der Dialog mit dem Publikum möglich?

Wie vielfältig die Ausdrucksformen des Figuren- und Objekttheaters sein können, erlebt man mit 30 Produktionen aus Tschechien, Slowenien, Frankreich, aus der Schweiz, Israel und Deutschland. Sie sorgen für Überraschungen im Stadtmuseum und in der Schauburg, im HochX, im Giesinger Bahnhof und in der Pasinger Fabrik, auf Straßen und in Innenhöfen. Mit Figuren und Objekten werden Perspektiven auf den Kopf gestellt, bekannte Märchen neu erzählt, und Licht, Papier und Schatten verwandeln sich in die Protagonisten großer Abenteuer. Die weltgrößte schwarze Kasperline Punch Agathe (Gütesiegel Kultur) zieht alle Blicke auf sich, egal wo sie sitzt, steht oder geht. Das Publikum darf sich auf Erfahrungen zwischen den Welten in „Traversées“ (Théâtre de l’Entrouvert) gefasst machen, auf eine ebenso sanfte wie eindringliche Mutter-Tochter-Geschichte mit Musik in „Aeterna“ (Théâtre de Mouve-ment), auf das unverzichtbare „Lobbüro“ (flunker produktionen) oder das ganz normale Leben, wie in „queer Papa queer“ (Puppentheater Ute Kahmann), „Martha“ (Kulturbühne Spagat) oder „Paula und die Leichtigkeit des Seins“ (Theater Mummpitz).

Es gibt mit „Weil heute mein Geburtstag ist ...“ (United Puppets) Theater im digitalen Raum, aus Wachs in „WAX-en“ (Laia Ribera Cañénguez & Rafi Martin) oder Papier in „Millefeuilles“ (Cie Areski). Historische, lang verschollene Figuren bevölkern den Krimi-Totentanz „Strings up!“ (Figurentheater Tübingen), während Liselotte Bothes Papiertheaterfestival im Bürgerpark Oberföhring beweist, wie dramatisch es auch auf klitzekleinen Bühnen zugeht.

Alle Infos: www.wunderpunktfestival.de

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 15 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Forever young

Die Essenz zweier realer und eines fiktiven Lebens werden in dem Theaterstück "Dorian" von Darryl Pinckney und Robert Wilson miteinander verknüpft: die des Malers Francis Bacon, des Autors Oscar Wilde…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Mythos erwacht zum Leben

Widersprüchlich und nicht ganz greifbar ist die historische Figur der Johanna von Orléans. Schier unglaublich, wie es einem einfachen Bauernmädchen im 15.Jahrhundert gelang, bis zum König…

Von: Dagmar Kurtz

"Krabat", Ballett nach einem Buch von Otfried Preußler von Demis Volpi in der Deutschen Oper am Rhein

Das 2013 in Stuttgart uraufgeführte Handlungsballett „Krabat“ nach dem beliebten Roman von Ottfried Preußler, in dem er eine sorbische Sage verarbeitet, hatte jetzt an der Deutschen Oper am Rhein…

Von: Dagmar Kurtz

Rocky Horror Picture Show trifft auf Homer

Heftiges Klopfen an der Tür. Es ist nicht der verstorbene Komtur, sondern ein junges Paar, das Einlass begehrt. In ihrer Inszenierung des „Don Giovanni“ für die Deutschen Oper am Rhein“ nutzt Karoline…

Von: Dagmar Kurtz

Der schöne Schein

Täuschungen über Täuschungen, Doppelmoral und Betrug. In der Operette „Die Fledermaus“ macht jeder jedem etwas vor, allein die schwungvolle Musik mit Wiener Walzerseligkeit täuscht darüber hinweg und…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑