Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Zwei Premieren im Theater HeidelbergZwei Premieren im Theater HeidelbergZwei Premieren im...

Zwei Premieren im Theater Heidelberg

17. und 18. Februar 2022

»Draußen vor der Tür« von Wolfgang Borchert, Premiere | 17. Februar 2022 | 20.00 Uhr | Zwinger 1

»Villa Abendsonne«, Ein Theaterprojekt zum Thema Altenpflege | Uraufführung, Premiere | 18. Februar 2022 | 19.30 Uhr | Marguerre-Saal

 


Dem Theater Heidelberg stehen zwei ganz unterschiedliche Schauspielpremieren ins Haus: das Nachkriegsdrama »Draußen vor der Tür«  und die Uraufführung des Rechercheprojekts zum Thema Altenpflege »Villa Abendsonne«

»Draußen vor der Tür« – eines der wichtigsten deutschen Nachkriegsdramen – ist das einzige Drama des noch vor der Uraufführung jung verstorbenen Wolfgang Borchert. Er schrieb es 1946 in nur wenigen Tagen. Nach drei Kriegsjahren kommt der junge Soldat Beckmann zurück nach Deutschland und findet sein altes Leben in den Trümmern des zerbombten Hamburgs nicht wieder. Seinen verstorbenen Sohn hat er nie gesehen, seine Frau hat einen neuen Mann und am Türschild seiner Eltern steht ein fremder Name. Beckmann »ist einer von denen, die nach Hause kommen und die dann doch nicht nach Hause kommen, weil für sie kein Zuhause mehr da ist. Und ihr Zuhause ist dann draußen vor der Tür«, schreibt Borchert über seinen Protagonisten.

Mit »Draußen vor der Tür« gibt Mirjam Loibl ihr Debüt am Theater und Orchester Heidelberg. In offenen Diskursen band Loibl alle Darstellenden (Jonah Moritz Quast, Esra Schreier, Christina Rubruck, Marco Albrecht und Olaf Weißenberg) in die Entwicklung ihrer Stückvision mit ein. Das Ergebnis ist eine Inszenierung, die mit geschickten und unerwarteten Kniffen einen klugen Umgang mit dem zeitlosen Fragment Trümmerliteratur findet und Fragen nach Moral und Verantwortung stellt.

»Villa Abendsonne«, die Uraufführung zum Thema »Altenpflege«, bringt Regisseurin Luise Voigt und Theaterautor, Hörspielmacher, Sounddesigner und Komponist Björn SC Deigner zurück ans Theater und Orchester Heidelberg.
Zusammen mit den Schauspieler*innen Nicole Averkamp, Sandra Bezler, Hans Fleischmann, Hendrik Richter, Leon Maria Spiegelberg und Katharina Ley wirft Voigt einen Blick auf die prekäre Situation der Altenpflege in Zeiten von Corona. »Villa Abendsonne« entstand in einem offenen Rechercheprozess, der – unter strenger Einhaltung geltender Schutzmaßnahmen – auch in Form von Besuchen und Gesprächen in Heidelberger Pflegeeinrichtungen stattfand. So hinterfragt und verdichtet die Regisseurin in ihrem neuesten Werk die Situation im Altenpflegesektor.

»Villa Abendsonne« wurde in Kooperation mit dem Mathilde-Vogt-Haus der Paritätischen Sozialdienste entwickelt. Die mehrfach als Hörspiel- und Videokünstlerin ausgezeichnete Regisseurin inszenierte am Theater und Orchester Heidelberg zuletzt die Uraufführung »Wo die Barbaren leben« im Botanischen Garten der Universität Heidelberg sowie »Animal Farm – Farm der Tiere«. Die von Björn SC Deigner eigens für »Villa Abendsonne« komponierte Musik strukturiert den Theaterabend akustisch und wird auf der Bühne mit Jörg Teichert (Banjo / Gitarre), Gary Fuhrmann (Klarinette / Saxophon) und Garrelt Sieben (Tuba) live zu hören sein. 2019 war Komponist Deigner im Autor*innenwettbewerb des Heidelberger Stückemarkts nominiert.

Weitere Informationen sowie Karten unter www.theaterheidelberg.de oder an der Theaterkasse, Theaterstraße 10; 06221|5820000; tickets@theater.heidelberg.de

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 15 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑