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59. Berliner Theatertreffen: Die 10er Auswahl59. Berliner Theatertreffen: Die 10er Auswahl59. Berliner...

59. Berliner Theatertreffen: Die 10er Auswahl

vom 6. bis 22. Mai 2022

­Die Jury des Theatertreffens präsentierte die Auswahl der zehn bemerkenswerten Inszenierungen des zurückliegenden Theaterjahres, die für eine Einladung zum 59. Theatertreffen nominiert sind. Erneut setzte die Jury im Auswahlprozess die seit 2020 geltende Frauenquote von mindestens 50 Prozent in der Regieposition um. Das Festival findet 2022 letztmalig unter der künstlerischen Leitung von Yvonne Büdenhölzer statt.

 

Copyright: Berliner Festspiele

Die Kritiker*innen Mathias Balzer, Georg Kasch, Sabine Leucht, Petra Paterno, Katrin Ullmann, Sascha Westphal und Franz Wille sichteten und diskutierten im Zeitraum vom 6. Februar 2021 bis 28. Januar 2022 insgesamt 540 Inszenierungen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Wie im vergangenen Jahr sichtete die Jury, bedingt durch das Pandemiegeschehen, neben Live-Aufführungen auch Video-Aufzeichnungen und berücksichtigte rein digitale Theaterproduktionen.

Nominiert für eine Einladung zum 59. Theatertreffen sind:

– „All right. Good night. Ein Stück über Verschwinden und Verlust“
von Helgard Haug (Rimini Protokoll) mit Musik von Barbara Morgenstern in Zusammenarbeit mit dem Zafraan Ensemble
Konzept, Text und Regie Helgard Haug
Eine Produktion von Rimini Apparat in Koproduktion mit HAU Hebbel am Ufer (Berlin), Volkstheater (Wien), The Factory (Manchester), Künstlerhaus Mousonturm (Frankfurt am Main), PACT Zollverein (Essen). Gefördert aus Mitteln des Hauptstadtkulturfonds sowie durch die Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa.

– „Das neue Leben. Where do we go from here“
frei nach Dante Alighieri, Meat Loaf und Britney Spears
auf Grundlage einer Übersetzung von Thomas Vormbaum
Regie Christopher Rüping
Eine Produktion des Schauspielhaus Bochum, im Rahmen von Transfer Bochum/Zürich

– „Der Tartuffe oder Kapital und Ideologie“
von Soeren Voima nach Molière und
nach „Kapital und Ideologie“ von Thomas Piketty
Regie Volker Lösch | Staatsschauspiel Dresden

– „Die Jungfrau von Orleans“
Romantische Tragödie nach Friedrich Schiller
in einer Bearbeitung von Joanna Bednarczyk
Übersetzt von Olaf Kühl
Regie Ewelina Marciniak | Nationaltheater Mannheim

– „Die Ruhe“
Eine Performance-Installation von SIGNA
Konzept und Regie Signa Köstler
Deutsches SchauSpielHaus Hamburg

– „Doughnuts“
von Toshiki Okada
aus dem Japanischen von Andreas Regelsberger
Regie Toshiki Okada | Thalia Theater (Hamburg)

– „Ein Mann seiner Klasse“
nach dem Roman von Christian Baron für die Bühne bearbeitet von Lukas Holzhausen und Annika Henrich
Regie Lukas Holzhausen | Schauspiel Hannover

– „humanistää! eine abschaffung der sparten“
nach Ernst Jandl
Regie Claudia Bauer | Volkstheater (Wien)

– „Like Lovers Do (Memoiren der Medusa)“
von Sivan Ben Yishai | Deutsch von Maren Kames
Regie und Choreografie Pınar Karabulut | Münchner Kammerspiele

– „Slippery Slope. Almost a Musical
von Yael Ronen, Shlomi Shaban und Riah Knight, Itai Reicher
Regie Yael Ronen | Komposition und Musik Shlomi Shaban, Yaniv Fridel und Ofer (OJ) Shabi
Maxim Gorki Theater (Berlin)
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­Ausblick auf das Theatertreffen 2022
Das 59. Theatertreffen der Berliner Festspiele, gefördert von der Kulturstiftung des Bundes, ist vom 6. bis 22. Mai 2022 im Haus der Berliner Festspiele sowie an anderen Theaterhäusern bzw. Orten Berlins als Präsenzveranstaltung geplant. Ausgewählte Programmpunkte werden im Stream übertragen. Nähere Informationen dazu folgen mit dem detaillierten Spielplan im April.

Im Mittelpunkt des zweiwöchigen Festivalprogramms stehen die Aufführungen der 10er Auswahl. Dazu gruppieren sich weitere langjährige Formate des Festivals: Der Stückemarkt unter der Leitung von Anna-Katharina Müller sucht derzeit in einem international offenen Wettbewerb nach neuen Formen von Autor*innenschaft und innovativen Theatersprachen. Die fünf von der internationalen Jury ausgewählten Arbeiten werden Anfang März bekannt gegeben. Das Theatertreffen-Blog 2022 richtet sich mit dem neuen Leitungsteam Antigone Akgün und Ozi Ozar neu aus und sucht noch bis 6. Februar in einem Open Call nach Blogger*innen, die das Festival im Mai begleiten und kritisch reflektieren. Das Internationale Forum unter der Leitung von Necati Öziri war pandemiebedingt in den vergangenen zwei Jahren nicht realisierbar. Die bereits 2020 an alle ausgewählten Künstler*innen ausgesprochenen Einladungen gelten weiterhin für die kommende Festivalausgabe. Das Theatertreffen dankt in diesem Zusammenhang seinen langjährigen Partner*innen, der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb, dem Goethe-Institut, der Schweizer Kulturstiftung Pro Helvetia und der Stiftung Presse-Haus NRZ für die zuverlässige Förderung und die vertrauensvolle Zusammenarbeit.

Anknüpfend an das Theatertreffen 2019 ist eine weitere Ausgabe von „Burning Issues x Theatertreffen“ unter dem Titel „PERFORMING ARTS & EQUITY“ geplant. Die zweitägige Konferenz zur (Gender-) Gerechtigkeit in den Darstellenden Künsten ist ein Projekt von SAVE THE WORLD in Kooperation mit dem Theatertreffen und in Zusammenarbeit mit der Akademie der Künste und dem ITI – Internationales Theaterinstitut Zentrum Deutschland. Gefördert durch den Fonds Darstellende Künste, die GVL und die Rudolf Augstein Stiftung.

Das im vergangenen Jahr gestartete Projekt „Forum Ökologische Nachhaltigkeit im Theater / Green Ambassadors“ wird in Zusammenarbeit mit dem Aktionsnetzwerk Nachhaltigkeit in Kultur und Medien fortgeführt. 2022 werden erneut Vertreter*innen der eingeladenen Theater, Produktionshäuser und Künstler*innen-Kollektive in Workshops und Vernetzungstreffen zu Green Ambassadors (Grünen Botschafter*innen) ausgebildet. Ziel des Formats ist die aktive Entwicklung eines langfristigen Netzwerks für Nachhaltigkeitsthemen im Theater und die Vernetzung mit bereits bestehenden Initiativen.

Traditionell werden beim Theatertreffen der mit 20.000 Euro dotierte Theaterpreis Berlin der Stiftung Preußische Seehandlung, der 1991 von Judith und Michael Kerr ins Leben gerufene und mit 5.000 Euro dotierte Alfred-Kerr-Darstellerpreis der Alfred-Kerr-Stiftung sowie seit 1997 der mit 10.000 Euro dotierte und von 3sat gestiftete 3sat-Preis vergeben. Unter dem Titel „Starke Stücke“ präsentiert 3sat als langjähriger Medienpartner des Theatertreffens eigens produzierte Aufzeichnungen von drei zum Festival eingeladenen Inszenierungen in seinem Programm.

Um blinden und sehbehinderten Menschen eine Teilhabe am Festival zu ermöglichen, plant das Theatertreffen erneut in Kooperation mit Förderband e.V. – Kulturinitiative Berlin, bis zu zwei ausgewählte Inszenierungen mit Audiodeskription anzubieten, gefördert von der Herbert Funke-Stiftung und der Paul und Charlotte Kniese-Stiftung.
Für das nicht-deutschsprachige Publikum ist wieder eine umfassende englische Übertitelung der 10er Auswahl sowie die englische Simultanübersetzung der diskursiven Veranstaltungen des Theatertreffens vorgesehen.

Die diesjährige Festivalausgabe ist die letzte unter der künstlerischen Leitung von Yvonne Büdenhölzer, die das Theatertreffen der Berliner Festspiele seit 2012 verantwortete und programmatisch weiterentwickelte. Zuvor gestaltete sie in leitender Funktion von 2005 bis 2011 den Stückemarkt des Theatertreffens. Informationen zur Nachfolge werden voraussichtlich im Sommer bekannt gegeben.

 

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