HomeBeiträge
DEMIAN von Hermann Hesse - Theater Bielefeld DEMIAN von Hermann Hesse - Theater Bielefeld DEMIAN von Hermann...

DEMIAN von Hermann Hesse - Theater Bielefeld

Premiere Fr. 13.09.19 um 20:00 Uhr im TAMzwei

Emil Sinclair wächst in einem gutbürgerlichen Elternhaus auf. Die Welt ist hell, klar und freundlich. Gleichzeitig bemerkt er bereits als Zehnjähriger, dass es eine Flut von ungeheuren, lockenden, furchtbaren, rätselhaften Dingen gibt, die dem Wertekanon und den Moralvorstellungen, die ihm beigebracht wurden, widersprechen. Die Welt hat offensichtlich auch eine dunkle Seite. Franz Kromer, der aus ärmlichen Verhältnissen kommt, scheint ihr anzugehören.

 

Emil Sinclair ist gleichermaßen fasziniert und abgestoßen von dem wenig Älteren, sucht und meidet seine Nähe und lässt sich schließlich von ihm erpressen. Eine aussichtslose Lage. Wäre da nicht Max Demian, ein neuer Mitschüler und bekennender Außenseiter. Er rettet Emil Sinclair nicht nur aus seiner Bedrängnis, sondern wird fortan auch sein Leitstern. Obschon selbst noch ein Heranwachsender, hat Demian auf alle drängenden Fragen und Nöte eine Antwort – scharfzüngig, überlegen und provokativ. Der freie Wille ist ihm ebenso heilig wie seine Überzeugung, dass keine Norm unumstößlich ist, dass ohne Kampf nichts Neues entstehen, kein Individuum sich entfalten kann: »Der Vogel kämpft sich aus dem Ei. Das Ei ist die Welt. Wer geboren werden will, muss eine Welt zerstören.« Wie weit das Zerstören einer Welt gehen kann, lässt das Ende dieser Coming-of-Age-Geschichte ahnen.

Hermann Hesses Roman wurde 1919 veröffentlicht und gilt als Psychogramm einer Jugend, die in den Ersten Weltkrieg verwickelt wurde. Hundert Jahre später besticht diese Ich-Erzählung nicht nur durch ihre Zeitlosigkeit im Hinblick auf das Abenteuer des Erwachsenwerdens, sondern auch durch ihre Aktualität in der Beschreibung einer Welt, die im Begriff ist, sich neu zu ordnen.

Inszenierung und Bühne Michael Heicks
Kostüme Sandra Maria Paluch
Video Sascha Vredenburg
Dramaturgie Viktoria Göke, Franziska Eisele 

Mit Doğa Gürer

Auch als Klassenzimmerstück möglich.Weitere Termine 18.09. // 20.09. // 08.10. // 10.10. // 31.10. // … // Diese
Inszenierung kann auch fürs Klassenzimmer gebucht werden.

Karten 0521 / 51 54 54 //

 

www.theater-bielefeld.de

Das Bild zeigt Hermann Hesse

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Der Überfall

Gerade ist man noch fröhlich herumgehopst, da, eine heftige Attacke, und schon streckt es einen nieder. Ein Virus oder ein Bakterium hat seinen Weg in den Körper gefunden. Nun werden alle Kräfte…

Seelenlandschaften

Stockfinstere Nacht, das Meer mit hohen, sich türmenden Wellen, der Wind tost, Paare am Strand. Die „Sinfonia da Requiem“ op. 20 von Benjamin Britten setzt ein. Sie ist die musikalische Grundlage von…

Wir müssen‘s wohl leiden

Wie die ursprünglichen revolutionären Ansprüche nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die die Abschaffung der Sklaverei, die Gleichberechtigung der Frauen, die Entmachtung des Adels beinhaltet,…

Von: Dagmar Kurtz

Selbsterkundung

Zusammengekauert und regungslos verharren drei Frauen auf der Bühne. Drei Frauen mit runden Spiegeln, die das Gesicht verdecken, aber nichts widerspiegeln, nichts durchscheinen lassen. Sie erinnern an…

Von: Dagmar Kurtz

Geld regiert die Welt

Biblische Stoffe als Grundlage für eine Oper hatten es nicht nur um 1870 schwer, überhaupt aufgeführt zu werden, sondern scheinen auch heute das Publikum nicht allzu sehr zu reizen, wenn man die…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

 

Hintergrundbild der Seite
Top ↑