Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"Der jüngste Tag" von Ödön von Horváth - Stadttheater Fürth"Der jüngste Tag" von Ödön von Horváth - Stadttheater Fürth"Der jüngste Tag" von...

"Der jüngste Tag" von Ödön von Horváth - Stadttheater Fürth

Premiere 12.03.2022 19:30, Stadttheater Fürth, Großes Haus

Der österreichisch-ungarische Autor Ödön von Horváth gilt als Spezialist für Figuren, die dazu neigen, Realitäten und die eigenen sowie die Gefühle anderer zu verdrängen und sich damit automatisch in eine Katastrophe zu manövrieren. Mit präzisem Auge beobachtet er in seinen „Volksstücken“ die Ignoranz und die emotionale Kargheit in bürgerlichen Verhältnissen.

 

Copyright: Thomas Langer

In seinen letzten Werken, vor dem tragischen Unfalltod des 37-jährigen 1938 im Pariser Exil, wie eben „Der jüngste Tag“ setzt er die gesellschaftlichen Kategorien menschlichen Handelns mit religiösen Fragestellungen in Verbindung: Wie geht der Mensch mit einer Tat um, deren Folgen er nicht mehr rückgängig machen kann? Was bedeuten eigentlich Schuld und was Eigenverantwortung?

Im Zentrum von „Der jüngste Tag“ steht der Bahnhofsvorsteher Thomas Hudetz, der in einem kleinen Ort als „ein gebildeter, höflicher, emsiger Charakter“ geschätzt wird. Vor Jahren hat er, ohne wirklich darüber nachzudenken, eine wesentlich ältere Frau geheiratet, die er aber nicht liebt und die ihn nun mit ihrer ständigen Eifersucht quält. Eines Tages verwickelt ihn die Wirtshaustochter Anna bei der Arbeit in einen Flirt, und Hudetz versäumt es darüber, rechtzeitig ein Signal zu stellen. Fazit: ein Zugunglück mit 18 Toten. Vor Gericht beteuert Anna Hudetz’ Unschuld, so dass es zum Freispruch kommt. Doch beide, Anna und Thomas Hudetz, verstricken sich emotional in ihre Gewissensnöte, und am Ende, dem symbolischen „Jüngsten Tag“, werden beide von den Ereignissen eingeholt ...

„Der jüngste Tag“ wird am Stadttheater Fürth vom gefragten und gerade in der Metropolregion bekannten Regisseur Georg Schmiedleitner neu inszeniert.

Inszenierung:
Georg Schmiedleitner
Bühne:
Stefan Brandmayr
Kostüme:
Cornelia Kraske
Live-Musik:
Norbert Nagel

mit Rainer Appel, Martina Dähne, Lisa Fedkenheuer, Gabi Geist, Paul Kaiser, Maximilian Laprell, Nicola Lembach, Martin Molitor, Paul Schaeffer, Michaela Schausberger, Thomas Stang (Übernahme der

Rolle

für Stefan Maaß), Frank Watzke

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 10 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑