Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Düsseldorfer Schauspielhaus: Uraufführung von »Liebe Kitty« im Jungen Schauspiel als Live-Streaming Düsseldorfer Schauspielhaus: Uraufführung von »Liebe Kitty« im Jungen...Düsseldorfer...

Düsseldorfer Schauspielhaus: Uraufführung von »Liebe Kitty« im Jungen Schauspiel als Live-Streaming

öffentliche Probe am 12.11.2020 von 19:00 bis 20:30 Uhr live im Netz

Am Donnerstag, 12.11. wäre die Uraufführung von »Liebe Kitty« im Jungen Schauspiel über die Bühne gegangen. Die Inszenierung des Textes von Anne Frank wird stattdessen als exklusive Voraufführung / öffentliche Probe von 19:00 bis 20:30 Uhr live im Netz übertragen. Diese Probe wird im Unterschied zum ersten Streaming von mehreren Kameras gefilmt, Regisseur Jan Gehler übernimmt auch die Live-Bild-Regie. Dazu gibt es eine Einführung und anschließend ein digitales Publikumsgespräch mit Regisseur Jan Gehler und Dramaturg David Benjamin Brückel. Die Uraufführung der Inszenierung findet im Dezember auf der großen Bühne in der Münsterstraße 446 statt.

 

Copyright: Thomas Rabsch

Anne Franks weltberühmte Tagebuchaufzeichnungen sind mehr als ein zeitgeschichtliches Dokument. Sie sind das Vermächtnis einer angehenden Schriftstellerin. In den letzten Monaten im Amsterdamer Hinterhausversteck beginnt die 13-Jährige, ihre in den Jahren von 1942 bis 1944 entstandenen Notizen zu einem Roman umzuarbeiten. Beim Schreiben vertraut sie sich ihrer imaginären Freundin Kitty an. Durch das Schreiben entkommt sie der Enge und den Streitigkeiten in der Isolation. Das Schreiben ist ein Akt der Selbstermächtigung in Zeiten, in denen sie als junge Frau und als Jüdin fast aller Freiheiten beraubt ist. Jan Gehlers Inszenierung des 2019 erstmals in einer eigenständigen Edition erschienenen Romanfragments stellt Anne Frank auf der Suche nach sich selbst und nach einem künstlerischen Ausdruck für ihre Ideale ins Zentrum.

Sechs Schauspieler*innen verkörpern jeweils unterschiedliche Facetten Anne Franks. Gleichzeitig spannen sie einen Bogen ins Heute. Sie fragen nach Rassismus, Antisemitismus und weiteren Formen von Diskriminierung in unserer Zeit, wie sie zusammenwirken und wie man ihnen entgegentreten kann.

Über seinen Bezug zu Anne Frank sagt Regisseur Jan Gehler: »Ich bin dem Tagebuch zum ersten Mal begegnet, als ich selbst 12 oder 13 Jahre alt war. Ich fand es erstaunlich, dass eine Gleichaltrige aus einer anderen Zeit zu mir spricht. Noch nie war ich an den schrecklichen Geschehnissen im Dritten Reich so nah dran gewesen. Das hat mich damals sehr berührt, ergriffen und wütend gemacht – eine Wut, die noch immer anhält.«
 

MitAli Aykar, Felicia Chin-Malenski, Natalie Hanslik, Ron Iyamu, Eduard Lind, Eva Maria Schindele

Regie Jan Gehler
Bühne und Kostüm Ansgar Prüwer
Musik Vredeber Albrecht
Dramaturgie David Benjamin Brückel
Theaterpädagogik Thiemo Hackel

Mehr Infos zum Stück: https://www.dhaus.de/programm/a-z/lie...

Inhaltliche Beratung und Unterstützung: Anne Frank Haus (Amsterdam) und Anne Frank Zentrum (Berlin) - In Kooperation mit der Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf - Gefördert durch die Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen - Schirmherrschaft: Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Antisemitismusbeauftragte des Landes Nordrhein-Westfalen

 

 

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 14 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Gefühl in Tönen - Familienkonzert „Beethovens Donnerwetter“ im Konzerthaus Heidenheim

Nach einer Tour durch elf Schulen im Landkreis Heidenheim fand das Projekt „Beethovens Donnerwetter“ mit dem Familienkonzert im dortigen Konzerthaus seinen krönenden Abschluss. Die Produktion der…

Von: Silke von Fürich

Im Weihnachtswunderland - "Der Nussknacker" von Demis Volpi und weiteren Choreograph*innen in der deutschen Oper am Rhein

Heiliger Abend in einer großbürgerlichen Familie: Kinder spielen in einem Zimmer Gummitwist. Hinter der Tür zum Wohnzimmer tut sich was. Durch die Milchglasscheibe sieht man, wie ein Weihnachtsbaum…

Von: Dagmar Kurtz

Ausbruch mit Jacke - Gelungener Saisonstart im Theater Pfütze in Nürnberg mit Christina Gegenbauers Dramatisierung „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“

Wenn es während der Vorstellung unwichtig wird, für welche Zielgruppe eine Theaterproduktion gemacht wurde, ist das immer ein gutes Zeichen. Mit „Ich bin Vincent und ich habe keine Angst“ nach dem…

Von: Stephan Knies

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑