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Frankfurter Erstaufführung: PAUL BUNYAN, Operette von Benjamin Britten, Oper Frankfurt

Premiere Sonntag, 9. Oktober 2016, um 19.30 Uhr im Bockenheimer Depot. -----

Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkrieges verließen der Komponist Benjamin Britten (1913-1976) und sein Lebensgefährte Peter Pears ihre englische Heimat in Richtung Amerika. Dort trafen sie auf einen ihnen bereits aus der Heimat bekannten Landsmann, den Dichter W.H. Auden, späterer Librettist von Brittens erstem Werk für die Opernbühne.

Die Uraufführung am 5. Mai 1941 an der New Yorker Columbia University war relativ erfolglos; erst als Britten kurz vor seinem Tod 1976 die Partitur des längst vergessenen Werkes wieder in die Hände fiel, animierte ihn der Erfolg einiger beim Aldeburgh Festival gegebener Passagen zu einer Überarbeitung. Schnell wurde klar, dass in diesem Frühwerk mit seiner unbeschwerten, an Copland, Gershwin und Weill erinnernden Partitur und eines sich im Countrystil auf der Gitarre selbst begleitenden und das Geschehen in Zwischenspielen kommentierenden Erzählers bereits musikalische Stilmittel des Komponisten angelegt waren, die den Erfolg seiner späteren Werke ausmachen sollten.

 

Die Handlung dieser „Choroperette“ geht auf die amerikanische Legende um den riesenhaften Holzfäller Paul Bunyan zurück, der zusammen mit seinem blauen Ochsen Babe durch die Lande zog und durch seine Fußspuren die Seen Minnesotas sowie mit der Axt, welche er hinter sich herzog, quasi im Vorübergehen den Grand Canyon schuf. Die sich um Paul Bunyan in einem Holzfällercamp scharenden Personen der Opernhandlung folgen der „uramerikanischen“ Einstellung, dass jedes einzelne Mitglied der Gemeinschaft – selbst wenn es diese später wieder verlässt – ihr etwas zurückgibt, frei nach der Librettozeile „Amerika ist, was ihr tut. Amerika ist ich und du.“

 

Die musikalische Leitung dieser Frankfurter Erstaufführung im Bockenheimer Depot hat Nikolai Petersen, ab 2016/17 Kapellmeister der Oper Frankfurt. Für die Inszenierung kehrt nach dem großen Erfolg ihrer Sicht auf Straussʼ Ariadne auf Naxos 2013/14 im Opernhaus Brigitte Fassbaender zurück an die Oper Frankfurt. Die Besetzung besteht aus neuen und bereits bekannten Mitgliedern des Ensembles und des Opernstudios der Oper Frankfurt, angeführt von Michael McCown (Johnny Inkslinger). Zurück an sein altes Stammhaus, dem er bis 2008 angehörte, kehrt der amerikanische Bariton Nathaniel Webster und leiht damit seine Stimme dem Titelhelden, ohne selbst auf der Bühne zu erscheinen. Der aus dem Rheingau stammende Folk- und Bluesgitarrist Biber Herrmann übernimmt die Rolle des Erzählers, der amerikanische Bass Jeremy Bowes gibt mit der Partie des Ben Benny sein Debüt an der Oper Frankfurt.

 

Text von W.H. Auden

In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Musikalische Leitung: Nikolai Petersen

Regie: Brigitte Fassbaender

Bühnenbild: Johannes Leiacker

Kostüme: Bettina Munzer

Licht: Joachim Klein

Choreografie: Marie Stockhausen

Video: Bibi Abel

Dramaturgie: Mareike Wink

Choreinstudierung: Ines Kaun

 

Erzähler: Biber Herrmann

Paul Bunyans Stimme: Nathaniel Webster

Johnny Inkslinger, Buchhalter: Michael McCown

Tiny, Paul Bunyans Tochter: Elizabeth Sutphen

Hot Biscuit Slim, ein guter Koch: Michael Porter

Sam Sharkey, Ben Benny, zwei schlechte Köche: Ingyu Hwang, Jeremy Bowes

Hel Helson, Vorarbeiter: Sebastian Geyer

John Shears, ein Farmer: Mikołaj Trąbka

Fido, ein Hund: Sydney Manascola

Moppet, Poppet, zwei Katzen: Julia Dawson, Cecelia Hall

Western Union Boy: Ludwig Mittelhammer u.a.

 

Mitglieder der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main

und der Staatlichen Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Mannheim sowie Gäste

Frankfurter Opern- und Museumsorchester

 

Weitere Vorstellungen: 11., 12., 14., 16., 19., 21., 22. Oktober 2016

Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr

 

Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, im Telefonischen Vorverkauf 069 - 212 49 49 4 oder online unter www.oper-frankfurt.de erhältlich.

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