HomeBeiträge
"If you were God" - Dreiteiliger Tanzabend von Martin Harriague im Schauspiel Leipzig"If you were God" - Dreiteiliger Tanzabend von Martin Harriague im..."If you were God" - ...

"If you were God" - Dreiteiliger Tanzabend von Martin Harriague im Schauspiel Leipzig

Premiere am 22. März, 19.30 Uhr, Große Bühne

Eine Kooperation zwischen Leipziger Ballett und Schauspiel Leipzig. --- Die unterschiedlichen Strömungen des zeitgenössischen Tanzes im Spielplan abzubilden, ist neben den großen Handlungsballetten, der choreographischen Auseinandersetzung mit Ausnahmekünstlern wie Chaplin oder van Gogh oder den Choreographien zu großen Werken der Chorliteratur ein zentrales Anliegen in der Programmatik von Ballettdirektor und Chefchoreograph Mario Schröder.

 

Zu Gast ist in dieser Spielzeit der französische Choreograph Martin Harriague, dessen Arbeiten es sich zum Ziel machen, gesellschaftliche Konstrukte zu hinterfragen und die Aussichten einer besseren Welt einzufordern und zu erforschen. Ausgehend vom menschlichen Körper als virtuoses Wesen sucht Harriague, der neben seinen Engagements als Tänzer und seinen choreographischen Projekten auch Musik komponiert, die Grenzen verschiedener Kunstformen zu überschreiten. Harriagues dreiteiliger Tanzabend am Schauspiel Leipzig bewegt sich in einem Spannungsfeld zwischen göttlicher Schöpfung, Macht und der Virtuosität menschlicher Körper.

„If you were God? What would you create first?” ist die Frage, der sich ein Tanzpaar im namensgebenden Stück des Abends stellen muss. Der Wille zur eigenen Schöpfung und die Auseinandersetzung mit biblischen Motiven ebendieser zeigt sich auf sinnlicher Ebene im Wechsel zwischen Harmonie und Konflikt.

In „Prince“ stellt Harriague eine zentrale Figur des klassischen Balletts in den Mittelpunkt, um sie einmal genauer zu betrachten. Wer ist eigentlich dieser edle Prinz, der immer verfügbar ist, um unschuldige Prinzessinnen zu retten, und wie viel Trug findet sich in so einer märchenhaften Vorstellung?

Abgerundet wird der Abend durch die Neukreation „America“, die am Schauspiel Leipzig uraufgeführt wird und Donald Trump in den Fokus rückt. Als Ausdruck eines Zeitgeschehens bildet er den Ausgangspunkt für Harriague, um einen tänzerischen Blick auf aktuelle politische Themen zu finden.

Martin Harriague begann seine Laufbahn als Tänzer bei Thierry Malandain, der in Leipzig mit seiner Choreographie „Don Juan / Mozart à deux“ begeisterte. Nach verschiedenen Stationen war für Harriague die Zeit mit der Kibbutz Contemporary Dance Company eine prägende Erfahrung. Er gewann zahlreiche Nachwuchspreise, u. a. in Stuttgart, Hannover und Kopenhagen, und wurde unter anderem zum Ballet National de Marseille, zur Kibbutz Contemporary Dance Company und zum Malandain Ballet Biarritz eingeladen. Für den 31-jährigen Choreographen ist es wichtig, die Menschen unmittelbar zu erreichen und über den zeitgenössischen Tanz eingefahrene Sichtweisen auf das Leben zu verändern. Seine Choreographien versteht er als „messages of hope, love, tolerance and respect“.

Es tanzt das Leipziger Ballett

Choreographie, Bühne, Licht: Martin Harriague
Kostüme: Martin Harriague, Mieke Kockelkorn

PRINCE || Musik: Peter Tschaikowski, Choreographie, Licht: Martin Harriague, Kostüme: Mieke Kockelkorn

IF YOU WERE GOD || Musik: Gioacchino Rossini, Beau Jennings, Richard Swift / Musik und Poesie von Derrick C. Brown, Choreographie, Kostüme: Martin Harriague

AMERICA || Musik: Barry White, The Shoes, The Knife, Martin Harriague u.a., Choreografie, Bühne, Kostüme, Licht: Martin Harriague

Sa, 23.03. 19:30
Große Bühne
So, 07.04. 19:30
Große Bühne
So, 28.04. 19:30
Große Bühne
Sa, 04.05. 19:30
Große Bühne
Fr, 17.05. 19:30
Große Bühne

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 16 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Geld regiert die Welt

Biblische Stoffe als Grundlage für eine Oper hatten es nicht nur um 1870 schwer, überhaupt aufgeführt zu werden, sondern scheinen auch heute das Publikum nicht allzu sehr zu reizen, wenn man die…

Von: Dagmar Kurtz

Amerikanische Avantgarde

Mit gleich vier Stücken amerikanischer Choreographen der Moderne, die die amerikanische, aber auch die internationale Tanzszene erheblich beeinflussten, wartet der b40-Ballettabend an der Deutschen…

Von: Dagmar Kurtz

Kein Ort. Nirgends.

Ein goldener Läufer, golden wie eine Rettungsdecke, nimmt die Mitte der Bühne ein. Im Hintergrund liegt ein Mensch in eine graue Wolldecke gehüllt. So beginnt Raimund Hoghes Stück "Lettere amoroso".…

Von: Dagmar Kurtz

Ende einer Spaßgesellschaft

Eine reiche, leicht exzentrische Gesellschaft trifft sich in Hollywood zur Poolparty auf einem luxuriösem Anwesen. Sie hat sich in Schale geworfen, trägt nette 50er Jahre Sommerkleidung. Nur Hermann…

Von: Dagmar Kurtz

Clubnacht

Die Bühne schwarz, der Bühnenboden mit dunkler Erde und Plastikbechern bedeckt. Eine Frau kommt aus dem Dunklen und bewegt sich ganz langsam wie in Zeitlupe vorwärts. Nach und nach kommen weitere…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

 

Hintergrundbild der Seite
Top ↑