Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
«Iphigénie en Tauride» von Christoph Willibald Gluck im Opernhaus Zürich«Iphigénie en Tauride» von Christoph Willibald Gluck im Opernhaus Zürich«Iphigénie en Tauride»...

«Iphigénie en Tauride» von Christoph Willibald Gluck im Opernhaus Zürich

Premiere Sonntag, 2. Februar 2020, 19 Uhr

Viel Blut ist geflossen in der Familiengeschichte des Atridengeschlechts: Auf den Mord im Namen der Götter folgte Rache, auf Rache wieder Mord, auf Mord erneute Rache. Ein Kreislauf, aus dem es scheinbar kein Entrinnen gibt: Um die Göttin Diana auf dem Weg in den trojanischen Krieg günstig zu stimmen, opferte Agamemnon seine Tochter Iphigénie. Als er Jahre später nach Hause zurückkehrte, rächte Iphigénies Mutter, Klytämnestra, diese Tat, indem sie Agamemnon umbrachte.

 

Orest, Iphigénies Bruder, wiederum rächte den Mord an seinem Vater, indem er die eigene Mutter tötete. Seitdem wird er von den Eumeniden, den Rachegöttern, gequält. Das Orakel von Delphi verspricht Orest Befreiung von seinen Qualen, wenn er die Statue der Diana aus Tauris nach Griechenland zurückholt. In Tauris lebt Iphigénie, die von Diana im letzten Moment vor ihrer Opferung gerettet wurde, als deren Priesterin.

Thoas, König der barbarischen Skythen auf Tauris, zwingt Iphigénie, jeden Fremden, der sich der Halbinsel nähert, auf dem Altar der Diana zu opfern. Als sie auch Orest opfern soll, erkennt sie ihn als ihren Bruder und weigert sich, erneut zu töten. In den daraufhin ausbrechenden Kampf zwischen Griechen und Skythen greift die Göttin Diana ein und zeigt einen Ausweg aus dem blutigen Kreislauf: Sie befreit Orest von seiner Schuld und schickt die Geschwister zurück nach Mykene, wo sie gemeinsam die Herrschaft übernehmen sollen.

Gluck, der grosse Erneuerer, machte aus der statischen französischen Oper des 18. Jahrhunderts ein lebendiges Drama menschlicher Leidenschaften und setzte die inneren Konflikte der Figuren überwältigend in Szene. Erstmals am Opernhaus nimmt sich Cecilia Bartoli, die endlich wieder in einer Neuinszenierung in Zürich zu erleben ist, dieses viel zu selten aufgeführten Komponisten an. Intendant Andreas Homoki inszeniert, die musikalische Leitung des Orchestra La Scintilla hat Gianluca Capuano.

Libretto von Nicolas-François Guillard
nach der gleichnamigen Tragödie von Claude Guimond de La Touche

Musikalische Leitung Gianluca Capuano
Inszenierung Andreas Homoki
Gesamtausstattung Michael Levine
Lichtgestaltung Franck Evin
Choreografische Mitarbeit Jean-François Kessler
Choreinstudierung Janko Kastelic
Dramaturgie Beate Breidenbach

Iphigénie
Cecilia Bartoli
Birgitte Christensen (16, 20, 23, 28 Feb)
Oreste, Iphigénies Bruder
Stéphane Degout
Pylade, Orestes Freund
Frédéric Antoun
Thoas, König von Tauris
Jean-François Lapointe
Diane
Birgitte Christensen
Justyna Bluj (16, 20, 23, 28 Feb)
Femme Grecque
Katia Ledoux
Statistenverein am Opernhaus Zürich
Orchestra La Scintilla
Chor der Oper Zürich

In französischer Sprache mit deutscher und englischer Übertitelung. Werkeinführung jeweils 45 Min. vor Vorstellungsbeginn.

Di04Feb
19.00
Do06Feb
19.00
Sa08Feb
19.00
Di11Feb
19.00
So16Feb
20.00
Do 20. Feb
19.00
So23Feb
18.00
Fr28Feb
19.00

Das Bild zeigt Christoph Willibald Gluck

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 14 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Gefühl in Tönen - Familienkonzert „Beethovens Donnerwetter“ im Konzerthaus Heidenheim

Nach einer Tour durch elf Schulen im Landkreis Heidenheim fand das Projekt „Beethovens Donnerwetter“ mit dem Familienkonzert im dortigen Konzerthaus seinen krönenden Abschluss. Die Produktion der…

Von: Silke von Fürich

Im Weihnachtswunderland - "Der Nussknacker" von Demis Volpi und weiteren Choreograph*innen in der deutschen Oper am Rhein

Heiliger Abend in einer großbürgerlichen Familie: Kinder spielen in einem Zimmer Gummitwist. Hinter der Tür zum Wohnzimmer tut sich was. Durch die Milchglasscheibe sieht man, wie ein Weihnachtsbaum…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑