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„IS deutsche Räuber im Dschihad“ von WEHR51 in Köln

Premiere am 27. November 2019 in der Kirche St. Gertrud, Köln - Treffpunkt Freihandelszone.

Wenn wir heute von Selbstmordattentat reden, dann denken wir zu allererst an den islamistischen fundamentalistischen Terrorismus. Doch diese Annahme lässt außer Acht, dass deutsche/westliche Geschichte und Literatur auch Beispiele hierfür hat. In Schillers Räuber findet sich in Karl Mohr, der eigentlich eine Lichtgestalt ist, eine dunkle Schattenseite. Er gründet eine Räuberbande, raubt und mordet, um den Armen zu geben, doch am Ende erschrickt er selber über die Gewaltexzesse seiner Bande – späte Einsicht.

 

Mit Unverständnis beobachtet die westliche Welt heute, wie ihre eigenen Kinder die Heimat verlassen, um in einen Krieg zu ziehen, den sie Dschihad und der Westen Terrorismus nennt. Ist der Weg in den Dschihad eine Jugendkultur, eine Rebellion gegen das Wertesystem der Gesellschaft oder dessen Fehlen? Was bewegt diese jungen Menschen? Finden sie in der Radikalisierung einen Gegenentwurf zum verweichlichten/verlogenen Elternhaus?

Dieser Krieg richtet sich gegen die Werte der westlichen Gesellschaften, gegen das eigene Elternhaus. Dabei ist Terrorismus weniger eine Militär-, sondern vielmehr eine Kommunikationsstrategie, schenkt das Selbstmordattentat doch demjenigen uneingeschränkte mediale Aufmerksamkeit, der sonst nicht zu Wort kommt. Der Weg führt in die Wüste oder in den Wald und schließlich vor Gericht!

In der Freihandelszone beginnt das Stück mit einer performativen „Räuber“-Installation. Dem gründen einer Bande und ihrer Sprengung. Von dort wird der Besucher in das monumentale Kirchengebäude von Sankt Gertrud geleitet, einem Ort der offenen Begegnung und religiösen Auseinandersetzung, der Liebe und der Kunst, aber auch zu einer Gerichtsverhandlung.

Mit: Asta Nechajute, Lisa Freudenthal, Luica Schulz, Fabian Kuhn

Regie: Andrea Bleikamp
Dramaturgie, Textfassung: Rosi Ulrich
Video: Jens Standke
Musik: Sergej Maingardt
Ausstattung: Claus Stump
 Licht: Jan Wiesbrock 
Technik: Jens Kuklik
PR: mechtild tellmann kulturmanagement
ÖA: neurohr & andrä GbR

Eine Produktion des WEHR51, in Koproduktion mit sankt gertrud: kultur + kirche, Freihandelszone – Ensemblenetzwerk Köln

Gefördert von: Kulturamt der Stadt Köln, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes NRW, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste, Kunststiftung NRW

www.wehr51.com
Weitere Aufführungen 2019:
Do., 28. Nov. / Fr., ,29. Nov. / Sa. 30. Nov. 2019, 20 h ///
Treffpunkt: Freihandelszone, Krefelderstr. 71, 50670 Köln
Weitere Aufführungen 2020:
Do. 23.April / Fr., 24.April / Sa., 25. April /  So. 26. April 2020, jeweils 20 h
Treffpunkt: Freihandelszone, Krefelderstr. 71, 50670 Köln

Reservierung: info@wehr51.com / 0160 8020996

 

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