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"Lucia di Lammermoor" - Dramma tragico von Gaetano Donizetti - Städtische Theater Chemnitz

Premiere: 19. September 2015, 19.30 Uhr im Opernhaus Chemnitz. -----

Lucia und Edgardo sind ein Liebespaar, doch ihre Verbindung steht unter keinem guten Stern: Ihre Familien sind verfeindet, eine Versöhnung ist nicht in Sicht und Lucia soll, um die Familie vor dem Ruin zu retten, den reichen Lord Bucklaw heiraten.

 

Als Edgardo für eine Weile außer Landes muss, verwirklicht Lucias Bruder Enrico einen teuflischen Plan: Mit Hilfe eines gefälschten Briefes suggeriert er Lucia die Untreue Edgardos. Schweren Herzens stimmt sie der Hochzeit mit dem ungeliebten Bucklaw zu. Doch während der Trauungszeremonie taucht plötzlich Edgardo auf. Er verflucht Lucia, da nun wiederum er glaubt, dass sie ihn hintergangen habe. Die Tragödie nimmt ihren Lauf und gipfelt in Wahnsinn und Tod.

 

Der Italiener Gaetano Donizetti gehört zu den erfolgreichsten Opernkomponisten des 19. Jahrhunderts. In der Nachfolge von Rossini und Bellini schlug er die Brücke zu Giuseppe Verdi und war vor allem dem Belcanto verpflichtet. Geboren 1797 als fünfter Sohn eines Bäckers in Bergamo, standen die Zeichen für einen erfolgreichen Lebensweg alles andere als günstig. Die Familie lebte in sehr ärmlichen Verhältnissen. Der Zufall wollte es, dass der inzwischen in Italien sesshaft gewordene deutsche Komponist Simon Mayr eine Musikschule in Bergamo gründete, die von der Kirche finanziell getragen wurde und somit auch ärmeren Kindern die Möglichkeit gab, musikalische Bildung zu erhalten. In diese Schule wurde der neunjährige Donizetti aufgenommen und fiel sogleich durch seine außergewöhnliche Begabung auf. Mayr schickte ihn später zum berühmten Lehrer Padre Mattei nach Bologna.

 

Zunächst komponierte Donizetti Streichquartette und Sinfonien, aber bald entdeckte er sein Herz für die Oper. Den ersten Opernvertrag unterschrieb er mit 20. Im Alter von 30 Jahren erhielt er vom legendären Impresario Domenico Barbaja, der für seine Entdeckungen vielversprechender Talente bekannt war, einen Vertrag, der ihn verpflichtete, innerhalb von drei Jahren zwölf Opern zu schreiben.

Donizetti besaß einen untrüglichen Theaterinstinkt und verstand es, die Empfindungen seiner Bühnenfiguren musikalisch berührend wiederzugeben. Mit „Anna Bolena“ schaffte er 1830 den internationalen Durchbruch. Opern wie „Der Liebestrank“, „Don Pasquale“ und „Lucia di Lammermoor“ sicherten ihm einen dauerhaften Platz im Repertoire der Opernhäuser. 1838 siedelte Donizetti nach Paris über. Seine letzten Schaffensjahre waren überschattet von einem Nervenleiden. 1847 wurde er nach Bergamo zurückgebracht, wo er am 8. April 1848 verstarb.

 

„Lucia di Lammermoor“ geht auf den Roman „The Bride of Lammermoor (Die Braut von Lammermoor)“ von Sir Walter Scott aus dem Jahr 1819 zurück. Scott war einer der meistgelesenen Autoren in Europa zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Große Erfolge hatte er mit seinen historischen Romanen und Novellen, in denen die seelisch ergreifenden Geschichten der Helden immer einen Rahmen aus romantisch-schaurigen Naturschilderungen mit einem Hang zum Übernatürlichen erhielten. „The Bride of Lammermoor“ erzählt eine Romeo-und-Julia-Geschichte im Schottland des 17. Jahrhunderts, die auf einer wahren Begebenheit beruht: Die Tochter eines angesehenen schottischen Richters wurde von ihrer Familie gezwungen, den Mann, den sie liebte, zu verlassen und einen anderen zu heiraten. In der Hochzeitsnacht ging sie im Wahn mit einem Dolch auf den ungeliebten Bräutigam los. Er überlebte die Attacke, sie starb ein paar Tage später, ohne ihr Bewusstsein wiedererlangt zu haben. Sir Walter Scott gab diesem Familiendrama literarische Gestalt, wobei in seiner Version der Bräutigam sterben musste. „The Bride of Lammermoor“ erlangte sofort große Bekannt- und Beliebtheit und diente zwischen 1829 bis 1854 als Ausgangspunkt für insgesamt neun Opern. Die einzige dieser Opern, die überdauert hat, ist Donizettis „Lucia die Lammermoor“ aus dem Jahre 1835.

 

Am 9. November 1834 erhielt Donizetti den Auftrag, für das Teatro San Carlo Neapel eine neue Oper zu schreiben. Die Stoffsuche, die immer wieder auch durch die Zensoren entscheidend beeinflusst wurde, zog sich bis Ende Mai 1835 hin. Donizetti reiste inzwischen Anfang des Jahres 1835 auf Einladung von Rossini, der sich in Paris niedergelassen hatte, in die Seine-Stadt und erhielt dort entscheidende Anregungen durch die Opern Meyerbeers und Halévys. Noch ganz erfüllt von diesen künstlerischen Eindrücken, setzte er sich nach seiner Rückkehr gemeinsam mit seinem Librettisten Salvatore Cammarano an die neue Oper „Lucia die Lammermoor“. Cammarano hatte zwar als Opernlibrettist wenig Erfahrung, aber er teilte mit Donizetti die Liebe zum romantischen Milieu, zu Dramatik und großen Gefühlen auf der Opernbühne. Durch die verzögerte Librettoauswahl blieben den beiden nur knapp zwei Monate Zeit, um die Oper zu konzipieren und auszuarbeiten. Am 26. September 1835 fand in Neapel die Uraufführung statt. Die Premiere wurde ein großer Triumph für Donizetti und Cammarano. Ein Chronist schrieb: „Die Menschen waren rasend, man hörte das Schluchzen der Menge.“

 

Felix Bender (Musikalische Leitung)

erhielt ersten Dirigierunterricht bei Georg Christoph Biller im Thomanerchor Leipzig. Er studierte bei Rolf Reuter und an der Hochschule für Musik in Weimar. Nach Assistenzen und ersten Erfahrungen am Pult wurde er Solorepetitor mit Dirigierverpflichtung am Deutschen Nationaltheater Weimar, dem ein Engagement als 2. Kapellmeister folgte. Er leitet das Wendlandsinfonieorchester und die Kammerakademie Halle und pflegt eine enge Zusammenarbeit mit der Sinfonietta Leipzig. Bender ist Stipendiat des Deutschen Dirigentenforums und der Künstlerliste „Maestros von morgen“. Seit 2013 in Chemnitz als 1. Kapellmeister engagiert, übernahm er hier die musikalische Leitung verschiedener Opernproduktionen, darunter „Don Giovanni“, „Norma“ und „La Cenerentola“, des Balletts „Giselle“ sowie Konzertdirigate.

 

Helen Malkowsky (Inszenierung)

stammt aus Dresden und war nach ihrem Studium als Regieassistentin in Saarbrücken, Basel und bei den Bayreuther Festspielen tätig, wo sie u. a. Herbert Wernicke und Claus Guth assistierte. Von 2004 bis 2008 war sie Oberspielleiterin am Staatstheater Nürnberg und von 2010 bis 2013 Operndirektorin am Theater Bielefeld, jeweils mit zahlreichen eigenen Inszenierungen. Darüber hinaus arbeitete sie als Gastregisseurin (u. a. „Parsifal“ in Kassel, „Mazeppa“ und „Stiffelio“ in Krefeld-Mönchengladbach). In Chemnitz inszenierte sie bisher Verdis „Don Carlos“, Korngolds „Die tote Stadt“ sowie die Deutsche Erstaufführung von Peter Eötvös‘ „Paradise Reloaded (Lilith)“.

 

Libretto von Salvatore Cammarano

(Aufführung in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln)

 

Musikalische: Leitung: Felix Bender

Inszenierung: Helen Malkowsky

Bühne: Kathrin-Susann Brose

Kostüme: Alexandra Tivig

 

mit: Valentina Farcas / Guibee Yang (Lucia), Artjom Korotkov (Edgardo), Alik Abdukayumov (Enrico), Pavel Kudinov / Tuomas Pursio (Raimondo), Christian Baumgärtel / André Riemer (Arturo), Cordelia Katharina Weil (Alisa), Edward Randall (Normanno)

Damen und Herren des Opernchores, Robert-Schumann-Philharmonie

 

Die nächsten Vorstellungen sind am 25. September, 19.30 Uhr, am 4. Oktober, 18.00 Uhr

sowie am 11. Oktober, 15.00 Uhr im Opernhaus Chemnitz.

 

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