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»Mosè in Egitto« von Gioacchino Rossini - Oper Köln

Premiere am Sonntag, 8. April 2018 um 18 Uhr im Saal 2 des StaatenHaus

Rossinis azione tragico­sacra »Mosè in Egitto«, die den biblischen Stoff von der Befreiung der Hebräer aus der ägyptischen Gefangenschaft auf die Bühne bringt, wird nicht nur handlungsmäßig, sondern auch in der musikalischen Struktur vom Gegensatz »gottgefällige Hebräer – heidnische Ägypter« bestimmt. Die Hebräer unter ihrem Anführer Mosè sehnen die Rückkehr ins Gelobte Land herbei, sehen sich diesbezüglich aber vom ägyptischen Pharao, der ihnen bereits die Freilassung in Aussicht gestellt hatte, immer wieder hingehalten. Ursächlich für die schwankende Haltung des Herrschers sind Clan-­Intrigen.

 

Der entschiedenste Gegner der Befreiung ist der Pharaonensohn Osiride. Dieser wird von rein privaten Motiven geleitet, ist er doch heimlich mit der Hebräerin Elcia vermählt und will sie nicht verlieren. Die Pharaonengattin Amaltea hingegen entpuppt sich als Anhängerin Mosès. Die Natur als Indikator einer höheren Gerechtigkeit zeigt sich den Heb­räern zugeneigt: Mosè vermag durch Anrufung Gottes und das Schwingen seines Stabes Naturkatastrophen zu beenden oder herbeizuführen. Prinz Osiride wird schließlich, als er sich gegen Mosè stellt, vom Blitz erschlagen. Das große Finale zeigt, wie sich das Rote Meer vor den Hebräern auftut und ihnen so die Heimkehr ins Gelobte Land ermöglicht. Die Ägypter hingegen ertrinken in den Fluten.

»Mosè in Egitto«, uraufgeführt im März 1818 im Teatro San Carlo in Neapel, war Rossinis zweite Oper nach einem biblischen Sujet. Zu diesem Zeitpunkt war der 26-­Jährige bereits mit Opern wie »Tancredi«, »L’italiana in Algeri«, »Il turco in Italia«, »Il barbiere di Siviglia« und »La Cenerentola« hervorgetreten. Mit der Uraufführung des »Mosè« am San Carlo-­Opernhaus nahm man eine während der Napoleonischen Herrschaft kurzzeitig zum Erliegen gekommene Tradition wieder auf, die Aufführungen nach biblischen Motiven vorsah. Einer der ergreifendsten musikalischen Momente der Oper ist das Gebet der Hebräer »Dal tuo stellato soglio« am Ufer des Roten Meers, unmittelbar bevor sich das Meer vor ihnen teilt.

Lange galt die Oper dann als verschollen, nun ist sie auch an der Oper Köln zu hören: in einer Koproduk tion derBregenzer Festspiele mit Köln – die im Sommer 2017 einen glänzenden Höhepunkt des Festivals darstellte.Für das Diriga t konnte der britische Rossini-Spezialist David Parry gewonnen werden, der sich erstmals di eser besonderen Rossini-Oper annimmt. Regie führt Lotte de Beer, die mit ihren Inszenierungen bereits u.a. in Amsterdam, TelAviv, Kopenhagen und an der Bayerischen Staatsoper große Beachtung fand. Für „Mosè in Egitto“ entwickelte die niederländische Regisseurin gemeinsam mit dem Ausstatter Christof Hetzer und dem Theaterkollektiv »Hotel Modern« eine szenische Version, die das Figurentheater zum besonderen Bestandteil des Spiels werden lässt.

»Mosè in Egitto«
Azione tragico-sacra in drei Akten
Libretto von Andrea Leone Tottola
Musik von Gioacchino Rossini (1792 - 1868)
Koproduktion mit den Bregenzer Festspielen

Musikalische Leitung David Parry
Inszenierung Lotte de Beer
Bühne & Kostüme Christof Hetzer
Licht Alex Brok
Chorleitung Andrew Ollivant
Dramaturgie Georg Kehren, Olaf A. Schmitt (Bregenzer Festspiele),
Peter Te Nuyl (Bregenzer Festspiele)

Mit
Joshua Bloom › Faraone
Adriana Bastidas-Gamboa › Amaltea
Anton Rositskiy › Osiride
Mariangela Sicilia › Elcia
Young Woo Kim › Mambre
Ante Jerkunica › Mosè
Sunnyboy Dladla › Aronne
Sara Jo Benoot › Amenofi
Chor der Oper Köln
Gürzenich-Orchester Köln

Weitere Vorstellungen
Fr., 13. April › 19.30 Uhr
So., 15. April › 18 Uhr
Fr., 20. April › 19.30 Uhr
So., 22. April › 16 Uhr
Do., 26. April › 19.30 Uhr
Sa., 28. April › 19.30 Uhr (zum letzten Mal in dieser Spielzeit)

Bild: Gioacchino Rossini

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