Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Österreichische Erstaufführung: "Schwarze Milch" von Wassilij Sigarew - Schauspielhaus GrazÖsterreichische Erstaufführung: "Schwarze Milch" von Wassilij Sigarew -...Österreichische...

Österreichische Erstaufführung: "Schwarze Milch" von Wassilij Sigarew - Schauspielhaus Graz

PREMIERE am 18. Jänner 2020, 20.00 Uhr, HAUS ZWEI

Ein Pärchen steht am Bahnhof irgendeines gottverlassenen Nests irgendwo in den unendlichen Weiten Russlands. Die beiden, die hochschwangere Schúra und ihr Freund Ljówtschik, sind äußerst geschäftstüchtige Leute und bloß auf der Durchreise: Bringen sie doch der Landbevölkerung die Zukunft direkt ins Haus, und zwar in Form eines Toasters der Marke „Junit“. Wobei es bei ihrer mäßig ausgebufften Verkaufsstrategie eher weniger darauf ankommt, ob die Provinz bereits mit einem Anschluss an das Stromnetz gesegnet ist oder nicht.

 

Copyright: LUPI SPUMA: Regisseur STEPHAN SCHMIEDING

Doch kurz bevor der einzige fahrplanmäßige Zug des Tages Einfahrt ins moosige Mochowoje hält, bekommt die schläfrige, weil leicht wodkageschwängerte Idylle auf dem Bahnsteig Dellen: Eine Truppe unzufriedener Toasterbesitzer*innen rückt den Verkaufsgenies aus der Großstadt auf den Pelz und will ihr Geld zurück …

Der 1977 im Ural geborene Schriftsteller und Journalist Wassilij Sigarew hat mit „Schwarze Milch“ eine so anrührende wie groteske Geschichte über Heimat und Entwurzelung, Fortschrittsglaube und Konsumzwang verfasst. Was macht das Leben in der (Post-) Moderne, eine aktive Teilnahme am immer schneller und unübersichtlicher werdenden Lauf der Welt letztendlich aus, welche Bedürfnisse und Sehnsüchte sind fürs Glücklichsein wesentlich? Und was haben Haushaltsgeräte, Versandkosten, Gott, selbstgebrannter Schnaps und Tante Páscha damit zu tun? Die Antwort auf alle diese Fragen liegen sicher irgendwo am Rande eines Schienenstrangs zwischen Metropole und Provinz verborgen, ob in Russland oder anderswo.

Zum Regisseur
Jan Stephan Schmieding wurde 1975 in Oberhausen/Rheinland geboren. Während seines Anglistik-, Politik- und Geschichtsstudiums an der Universität Bonn inszenierte er mehrfach Shakespeare im englischen Original, arbeitete als freier Journalist und absolvierte Regie- und Dramaturgie-Assistenzen bei Roberto Ciulli am Theater an der Ruhr in Mülheim.
2005 ging er, nach drei Jahren als wissenschaftlicher Mitarbeiter an den Universitäten Düsseldorf und Münster, als Regieassistent ans Schauspielhaus Zürich. Von 2007 bis 2011 arbeitete er als Produktionsleiter für die Salzburger Festspiele und inszenierte als freier Regisseur am Theater Bonn. Seit 2012 war er als Schauspieldramaturg am Konzert Theater Bern tätig, wo er einmal im Jahr als Regisseur arbeitete. Außerdem war er als Gast-Dozent an der Hochschule der Künste in Bern tätig. Jan Stephan Schmieding wechselte mit der Spielzeit 2015.2016 als Dramaturg ans Schauspielhaus Graz, wo er auch Regiearbeiten verwirklicht: Zuletzt inszenierte er das von Publikum und Kritik gefeierte „The Who and the What“ von Ayad Akthar (Spielzeit 2018.2019), das in dieser Saison wiederaufgenommen wurde.

Aus dem Russischen von Alexander Kahl
Regie     Jan Stephan Schmieding
Bühne    Rosa Wallbrecher
Kostüme    Tanja Kramberger
Musik    Bernhard Neumaier
Dramaturgie    Martin Baasch
Theaterpädagogik    Viola Novak

Mit     Beatrix Doderer
    Maximiliane Haß
    Clemens Maria Riegler
    Lukas Walcher
    Rudi Widerhofer
    Sarah Zaharanski

    Amrito Geiser
    Susanne Göttlich
    Nina Schnepf
    Lena Schulz
    Markus Waldhauser

weitere bereits disponierte Vorstellungen am 24. Jänner sowie am 3., 14. und 24. Februar, jeweils 20.00 Uhr, HAUS ZWEI

Tickets
T 0316 8000, F 0316 8008-1565, E tickets@ticketzentrum.at
I www.schauspielhaus-graz.com

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 15 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Nachdenklich, Lebhaft, Wütend, Wehmütig! Ballett am Rhein: „Vier Neue Temperamente“

DIE VIER TEMPERAMENTE George Balanchine PHLEGMATIC SUMMER Michèle Anne de Mey (Uraufführung) SANGUINIC: CON BRIO Demis Volpi (Uraufführung) CHOLERIC Hélène Blackburn (Uraufführung) FROM TIME TO…

Von: Dagmar Kurtz

Hinter der Bühne

Adriana ist der gefeierte Star der Schauspielbühne. Aber auch Ruhm und Anerkennung schützen nicht davor, hintergangen zu werden. Und wenn zwei Frauen denselben Mann lieben, sind Eifersucht, Intrige…

Von: Dagmar Kurtz

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑