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Oper Frankfurt: "WASSER" VON ARNULF HERRMANN MIT DEM ENSEMBLE MODERN - URAUFFÜHRUNGSPRODUKTION DER MÜNCHENER BIENNALE Oper Frankfurt: "WASSER" VON ARNULF HERRMANN MIT DEM ENSEMBLE MODERN -...Oper Frankfurt: "WASSER"...

Oper Frankfurt: "WASSER" VON ARNULF HERRMANN MIT DEM ENSEMBLE MODERN - URAUFFÜHRUNGSPRODUKTION DER MÜNCHENER BIENNALE

Premiere 16. Juni 2012, um 19.30 Uhr im Frankfurt LAB, Schmidtstraße 12. -----

Erzählt wird eine Geschichte, die fließend zwischen Erleben und Traum hin und her läuft: Ein Mann erwacht desorientiert in einem Hotelzimmer. Im Foyer des Hauses gerät er in eine Abendveranstaltung. Er glaubt, die Personen zu kennen, doch seine Erinnerung versagt.

Alles ist merkwürdig verschoben und verrückt, selbst die Musik. Sie kommt von einer Schallplatte, die sich nicht um ihren Mittelpunkt dreht und deshalb „schwankende“ Melodien liefert. Die Frau, die er zum Tanz bittet, glaubt er auch schon einmal gesehen zu haben, erkennt sie jedoch nicht. Ist es seine verstorbene Geliebte? Die beiden begegnen sich mehrmals, doch die entstehende Nähe wandelt sich in Distanz, die am Ende nicht mehr zu überbrücken ist. Alles was greifbar erscheint, zerfließt, das ganze Szenario versinkt.

 

Arnulf Herrmann vertonte kein fertiges Libretto, seine Musik und Nico Bleutges Dichtung – die Parallelen zum Mythos von Orpheus und Eurydike aufzeigt – entstanden in einem Prozess gegenseitiger Anregung. Jeder Szene gab der Komponist einen eigenen Klang, ein eigenes Text-Musik-Verhältnis, eigene Struktur und Form. Drei Szenen erscheinen mehrmals, doch nicht als Wiederholung, sondern in verschobener, dezentrierter Ähnlichkeit, gleichsam im Schwebezustand zwischen Identität und Differenz. Einige Szenen folgen musikalisch dem Prinzip des Rotierens, wie sie Gedankenbewegungen auf der Suche nach dem Erinnern auszeichnet. Andere entwickeln sich in eine bestimmte Richtung. Am Ende lösen sich Zusammenhang und Identität auf. Dafür steht die Metapher des Wassers, das vieles birgt, manches ahnen lässt, aber nichts preisgibt.

 

Es ist das erste Musiktheaterwerk des Heidelberger Komponisten Arnulf Herrmann (* 1968), welches das Ensemble Modern am 16. Mai 2012 im Rahmen der Münchener Biennale gemeinsam mit der Schola Heidelberg unter der Musikalischen Leitung von Hartmut Keil, Kapellmeister der Oper Frankfurt, zur Uraufführung bringt. Für die Inszenierung zeichnet Florentine Klepper verantwortlich, die seit der Spielzeit 2011/12 als Hausregisseurin am Schauspiel des Theater Basel verpflichtet ist. Ab 16. Juni 2012 wird die Inszenierung nun im Frankfurt LAB (Schmidtstraße 12) zu erleben sein.

 

Zu den Solisten in München wie in Frankfurt gehört die Sopranistin Sarah Maria Sun (Katja), die sich als Spezialistin für Zeitgenössische Musik einen Namen gemacht hat. Der französische Bariton Boris Grappe (Robert) kehrt nach seiner Verkörperung des Barabbas in Aulis Sallinens Barabbas-Dialogen in der Spielzeit 2010/11 nach Frankfurt zurück. Sebastian Hübner (Tenor) ist Mitglied des ebenfalls mitwirkenden Vokalensembles Schola Heidelberg, während der Knabensopran Arthur Würzebesser (Kinderstimme; vom Band) bereits als Kronprinz Rudolf im Musical Elisabeth zu erleben war.

 

WASSER

Musiktheater in 13 Szenen von Arnulf Herrmann (* 1968)

Text von Nico Bleutge

In deutscher Sprache

 

Musikalische Leitung: Hartmut Keil

Inszenierung: Florentine Klepper

Bühnenbild: Adriane Westerbarkey

Kostüme: Anna Sofie Tuma

Licht: Frank Keller

Video: Heta Multanen

Dramaturgie: Norbert Abels

Klangregie: Norbert Ommer

Einstudierung Vokalensemble Schola Heidelberg: Walter Nußbaum

Live Elektronik / Software: Josh Martin

 

Robert: Boris Grappe

Katja: Sarah Maria Sun

Tenor: Sebastian Hübner

Kinderstimme (vom Band): Arthur Würzebesser

 

Vokalensemble Schola Heidelberg; Ensemble Modern

 

Ein Kompositionsauftrag des Ensemble Modern, finanziert durch die Ernst von Siemens Musikstiftung

Eine Koproduktion von Ensemble Modern, Oper Frankfurt und Münchener Biennale,

in Zusammenarbeit mit dem Studio für Elektroakustische Musik der Akademie der Künste Berlin

 

Produziert im Frankfurt LAB

 

Weitere Vorstellungen: 17., 19., 20., 23., 24. Juni 2012

Falls nicht anders angegeben, beginnen diese Vorstellungen um 19.30 Uhr

Preise: € 12 bis 45 (12,5% Vorverkaufsgebühr nur im externen Vorverkauf)

Karten sind bei den bekannten Vorverkaufsstellen, im Telefonischen Vorverkauf 069 – 212 49 49 4 oder online unter www.oper-frankfurt.de erhältlich

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