Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Ruhrfestspiele Recklinghausen realisieren INSIDE OUT PROJECTRuhrfestspiele Recklinghausen realisieren INSIDE OUT PROJECTRuhrfestspiele...

Ruhrfestspiele Recklinghausen realisieren INSIDE OUT PROJECT

1. Mai bis 13. Juni 2020

Die Ruhrfestspiele, eines der ältesten und größten Theaterfestivals in Europa, können aufgrund der Corona-Pandemie im Mai/Juni 2020 das erste Mal in ihrer fast 75jährigen Geschichte leider nicht wie geplant stattfinden. Wie so viele Festivals mussten sie abgesagt werden. Die Ruhrfestspiele setzen in diesem Jahr trotzdem ein künstlerisches Zeichen. Für den Zeitraum der ausfallenden Festspiele werden sie das partizipative „Inside Out Project“ präsentieren. Das internationale Projekt wurde von dem französischen Fotografen JR, einem der gefragtesten Gegenwartskünstler der Welt, initiiert und hat weltweit bereits über 360.000 Porträts in 142 verschiedenen Ländern hervorgebracht.

 

Copyright: Frank Relle, New Orleans

Großformatige schwarz-weiß Fotografien, die die Geschichten der Besucher*innen und Künstler*innen der Ruhrfestspiele erzählen, werden in den nächsten Wochen weithin sichtbar in den öffentlichen Raum, an die Glasfassade des Ruhrfestspielhauses geklebt. Diese Aktion veranschaulicht nicht nur das Nichtstattfinden, das Ausfallen der diesjährigen Ruhrfestspiele, sondern erinnert in diesen Krisenzeiten des social distancing zudem an die Kraft der Kunst und die Menschen, für die diese Kunst ein wesentlicher Teil ihres Lebens ist.

Die Präsentation der Porträts sowohl der Besucher*innen als auch der Künstler*innen erzählt, welche unterschiedlichen Menschen in diesen Wochen bei den Ruhrfestspielen zusammengekommen wären, um gemeinsam Theater, Tanz, Performance, Literatur und Neuen Zirkus zu erleben. Das Inside Out Project wird in Recklinghausen in seiner wörtlichen Bedeutung zu sehen sein: Es kehrt in Zeiten der Isolation das Leben der Menschen vom Inneren ihrer Wohnungen nach außen und macht es an der Fassade des Ruhrfestspielhauses sichtbar. Mehrere hundert Porträts treten so an die Stelle der ausfallenden Festspiele und erinnern an die Kraft und Bedeutung der Kunst als lebenserhaltenden Reflexions- und Spielraum, an ihre Notwendigkeit für eine gemeinsame Selbstverständigung einer lebendigen Gesellschaft.

Für dieses partizipative Projekt sind die Ruhrfestspiele auf das Engagement jedes Einzelnen angewiesen. Sie rufen ihre Besucher*innen und Künstler*innen ab sofort auf digitalem Weg dazu auf, mit ihrem Porträt Teil der Ruhrfestspiele und zugleich Teil eines der größten partizipatorischen Kunstprojekte der Welt zu werden. Die Ruhrfestspiele bitten zum Start der ursprünglichen Ruhrfestspielsaison ihre Besucher*innen und Künstler*innen um Porträtfotos aus der Isolation.

Die eingesandten Fotos werden an der Glasfassade des Ruhrfestspielhauses als großformatige Abzüge zu sehen sein (geplant ab der KW 21) und in den Sozialen Medien der Ruhrfestspiele sichtbar. Das Projekt wird zudem unter www.insideoutproject.net und mit einer Fotogalerie auf der Homepage der Ruhrfestspiele dokumentiert.

Die Porträts müssen in keiner professionellen Qualität erstellt werden, solange sie eine Größe von 1 MB bei 100 dpi haben und das Gesicht des Porträtierten vor einem neutralen Hintergrund erkennbar ist. Nicht zulässig sind Haustiere, Hinterköpfe, Menschengruppen und Objekte (z .B. Gesichtsmasken, Sonnenbrillen etc.). Tipp: Die besten Porträts sind ausdrucksstark, emotional und fesselnd. Sie sind mehr als Bilder von lächelnden Gesichtern, sie präsentieren die Persönlichkeit und die Geschichte hinter dem einzelnen Gesicht.

Um die Porträts für das Projekt verwenden zu können, müssen alle Teilnehmer*innen eine Einwilligungserklärung unterschreiben und den Ruhrfestspielen zusammen mit dem Porträt zusenden. Einsendeschluss ist der 8. Mai 2020. Alle Informationen gibt es unter www.ruhrfestspiele.de/programm/2020/inside-out-project

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 16 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„GESCHÖPFE“ von Ben J. Riepe im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Auf der dunklen Bühne stehen Bäume und Sträucher in Kübeln, die als erstes von einem Performer verrückt werden. An der rechten Bühnenseite finden sich aufgehäuft Körperteile von Schaufensterpuppen,…

Von: Dagmar Kurtz

Ein stilles Solo

Ein Wesen in silbern schimmerndem, folienartigem Gewand, der ganze Körper von Kopf bis Fuß verhüllt, bewegt sich aus dem Dunkel auf die Bühne. Es herrscht Stille und das Wesen erkundet langsam, fast…

Von: Dagmar Kurtz

"A First Date, Episode 1" in der Deutschen Oper am Rhein

Ein bisschen aufregend ist es schon: das erste Date. Vorfreude und Unsicherheit mischen sich mit unspezifischen Erwartungen. Wird es gut ablaufen? Folgen Erleichterung oder Enttäuschung?  

Von: Dagmar Kurtz

Liebesbande

Hinter tropischen Blumen befindet sich ein luxuriöses Anwesen mit Stahlträgern in offener Bauweise im Stil von Mies van der Rohes Barcelona Pavillon. Die Einrichtung ist im angesagten Midcentury…

Von: Dagmar Kurtz

Ein Hauch von Sehnsucht

Raimund Hoghes letztes Stück „Lettere amoroso“ handelte von Flucht und den sehnsuchtsvollen Briefen, die die Geflohenen schrieben. So weckt das Wort „Vietnam“ im Titel des neuen Stückes "Postcards…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

Folgen Sie uns auf:

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑