Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
"STEPS & TIMES" beim Bayerischen Staatsballett in München "STEPS & TIMES" beim Bayerischen Staatsballett in München "STEPS & TIMES" beim...

"STEPS & TIMES" beim Bayerischen Staatsballett in München

Premiere Donnerstag, 22. Dezember 2011, 19.30 Uhr, Nationaltheater. -----

Mit dem Prädikat "Very British!?" versieht das Bayerische Staatsballett seine aktuelle Spielzeit. "Steps & Times" präsentiert Werke von Frederick Ashton und Kenneth MacMillan, den vielleicht bedeutendsten englischen Choreographen.

 

Scènes de ballet schuf Frederick Ashton bereits 1948 für die damals noch Sadler's Wells Ballet genannte, seit Jahrzehnten zum Royal Ballet geadelte englische Elite-Compagnie. Bis zu seinem Tode sprach er von diesem Werk als seinem eigentlichen Meisterstück. Knappe 25 Minuten lang, besticht es durch eleganten, virtuosen klassischen Tanz, geistreich strukturiert zu Strawinskys frechem musikalischem Neoklassizismus. Im Mittelpunkt des glanzvoll ausgestatten Balletts – die brillantgeschmückten Damen in Tutus - stehen die Ballerina und ihr Kavalier, umspielt von einer Gruppe aus zwölf Tänzerinnen und vier Tänzern.

 

Zu fünf Walzern des Komponisten Johannes Brahms kreierte Ashton 1976 seine choreographische Miniatur als Hommage an Isadora Duncan. Die Ikone des modernen Tanzes brach die rigide Ballettästhetik ihrer Zeit auf, barfüßig und in einer dem griechischen Stil nachempfundenen Tunika, die sich nicht die Mühe machte, die Geheimnisse des weiblichen Körpers zu verbergen. Der Interpretin gibt Ashtons Werk Gelegenheit zu leidenschaftlichen Gefühlsexplosionen, die durch die klare Thematik der einzelnen Teile kontrolliert sind.

 

Der 1977 entstandene Frühlingsstimmen-Pas de deux, zum gleichnamigen Walzer von Johann Strauß, steht in seiner Dynamik den Five Brahms Waltzes in the Manner of Isadora Duncan in nichts nach. Dynamisch, temporeich und mit glanzvollen Hebungen choreographiert versetzt er den Zuschauer in Gala-Laune.

 

Kenneth MacMillans Lied von der Erde gehört heute zum unverzichtbaren Grundstock des internationalen Ballettrepertoires. Bereits bei der Uraufführung 1965 war klar, dass hier ein Meisterwerk von historischer Bedeutung vorlag. MacMillans choreographische Sprache beruht auf dem klassischen Tanz. Seine Choreographie wird eins mit dem lyrischen Gehalt in der Musik von Gustav Mahlers Lied von der Erde. Erzählerisch, ohne im traditionellen Sinn zu erzählen, verwandelt MacMillan Lieder wie "Von der Jugend" oder "Von der Schönheit" in kostbare Stimmungsbilder. Drei Figuren dominieren das Werk: eine Art Todesbote, genannt 'der Ewige', sowie 'die Frau' und 'der Mann'. MacMillan reflektiert in seinem Ballett zu Mahlers Musik Leben, Tod und Hoffnung auf Transzendenz.

 

In der Premiere tanzen Daria Sukhorukova und Maxim Chashchegorov die Hauptpartien in Scènes des ballet, als Isadora Duncan wird Séverine Ferrolier zu sehen sein, Ashtons Frühlingsstimmen interpretieren Lukáš Slavický und Gast Solistin Katherina Markowskaja. Lucia Lacarra, Tigran Mikayelyan und Marlon Dino tanzen, wie bereits 2007, 'die Frau', 'den Ewigen' und 'den Mann' im Lied von der Erde.

 

Es dirigiert Ryusuke Numajiri, einer der profilierten Opern- und Konzertdirigenten Japans, seit 2007 Musikdirektor der Biwako Oper Japan, außerdem international als Gast unter anderem beim Montreal Symphony Orchestra, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, der Sydney Symphony und dem Wiener Kammerorchester tätig. 2007 gab er sein Debut als Dirigent beim Bayerischen Staatsballett. Mezzo-Sopranistin Heike Grötzinger und Tenor Bernhard Berchthold sind die Gesangssolisten im Lied von der Erde.

 

Fr 23.12.11, 19.30 Uhr

Mi 28.12.11, 19.30 Uhr

Mi 04.01.12, 19.30 Uhr

Nationaltheater

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 15 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

„Vástádus eana/The answer is land“ von Elle Sofe Sara im Tanzhaus NRW in Düsseldorf

Hoch im Norden Europas lebt das indigene Volk der Samen. Mit ihrer Lebensart beschäftigt sich Elle Sofe Sara in ihrem Stück „Vástádus eana/The answer is land“ jenseits folkloristischer Attitude. So…

Von: Dagmar Kurtz

Nachdenklich, Lebhaft, Wütend, Wehmütig! Ballett am Rhein: „Vier Neue Temperamente“

DIE VIER TEMPERAMENTE George Balanchine PHLEGMATIC SUMMER Michèle Anne de Mey (Uraufführung) SANGUINIC: CON BRIO Demis Volpi (Uraufführung) CHOLERIC Hélène Blackburn (Uraufführung) FROM TIME TO…

Von: Dagmar Kurtz

Hinter der Bühne

Adriana ist der gefeierte Star der Schauspielbühne. Aber auch Ruhm und Anerkennung schützen nicht davor, hintergangen zu werden. Und wenn zwei Frauen denselben Mann lieben, sind Eifersucht, Intrige…

Von: Dagmar Kurtz

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑