Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
Uraufführung: Tanzstück "Der blaue Engel" von Marie Stockhausen im Tiroler Landestheater InnsbruckUraufführung: Tanzstück "Der blaue Engel" von Marie Stockhausen im Tiroler...Uraufführung: Tanzstück...

Uraufführung: Tanzstück "Der blaue Engel" von Marie Stockhausen im Tiroler Landestheater Innsbruck

Premiere am 30.03.2019, 19.30 Uhr, Kammerspiele

Berlin in den 20er-Jahren des vorigen Jahrhunderts: Willkommen in der Welt der Varietés! Eine Frau in Rot. Sinnbild einer sich neu entdeckenden und begehrenden Weiblichkeit. Wunderbar beschwingte Musik, Skandale und Drogen. Es ist eine Welt, die nicht an die Zukunft denken will – selbstzerstörerisch und selbstverausgabend.

 

Copyright: Günther Egger

Assoziationsräume für Marie Stockhausens neue Choreografie gibt es viele: Ein spießbürgerlicher Gymnasialprofessor verfällt einer unmoralischen Tingeltangel-Sängerin und verliert zunehmend seine Stellung in der Gesellschaft, seine Würde, sein Leben. Aus dem Roman Heinrich Manns, der 1905 unter dem Titel Professor Unrat oder Das Ende eines Tyrannen erschien, hat Josef von Sternberg 1930 einen unpolitischen Film gemacht, mit dem Marlene Dietrich weltbekannt wurde: Der blaue Engel.

Marie Stockhausen nimmt ihn als Ausgangspunkt für die Beschäftigung mit einer weiteren Berühmtheit: Anita Berber. Die Berliner Tänzerin war der Inbegriff einer exzentrischen Lebensweise. Sie galt als verrucht, Vamp und Femme fatale, nahm Morphium und Kokain, trank pro Tag eine Flasche Cognac, prügelte sich regelmäßig, tanzte nackt und starb mit nur 28 Jahren an Tuberkulose. Dem Maler Otto Dix stand sie 1925 – ebenfalls nackt – Modell. Das Bildnis der Tänzerin Anita Berber zeigt die junge Frau faltig, ausgezehrt, den Mund blutrot, den Teint blass und die Augen todesdunkel. So hat Otto Dix ihr destruktives Inneres auf die Leinwand gebannt.

Was nun, wenn der Maler, Anita Berber und Professor Unrat zusammenträfen? Ein Tanz auf dem Vulkan, soviel ist sicher!

    Choreografie & Regie
    Marie Stockhausen
    Bühne & Kostüme
    Andrea Kuprian
    Dramaturgie
    Christina Alexandridis

 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 8 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Ich will was bewegen! Das Stadttheater Fürth zeigt mit dem Dreifach-Monolog „Niemand wartet auf dich“ von Lot Vekemans, dass Theater relevant und nahbar ist.

Einer Schauspielerin mal in die Seele und über den Schminktisch schauen – wäre das nicht schön? Auch das ist ja eine Möglichkeit, die im Fachsprech „vierte Wand“ genannte Distanz zwischen Bühnenrampe…

Von: Stephan Knies

Gescheiterte Utopie - "La Clemenza di Tito" von Wolfgang Amadeus Mozart in der Deutschen Oper am Rhein

Lässt sich ein Staat nur mit Milde und Gnade regieren? Das klingt reichlich utopisch, und in der Inszenierung von "La Clemenza di Tito" in der Deutschen Oper am Rhein stellt Michael Schulz das auch in…

Von: Dagmar Kurtz

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑