Logo of theaterkompass.de
HomeBeiträge
VÖGEL Von Wajdi Mouawad am neuen theater HalleVÖGEL Von Wajdi Mouawad am neuen theater HalleVÖGEL Von Wajdi Mouawad...

VÖGEL Von Wajdi Mouawad am neuen theater Halle

PREMIERE Freitag, 28. Februar 2020, 19.30 Uhr, nt - Saal

Wajdi Mouwads VÖGEL ist das Stück der Stunde: Der libanesische Autor Wajdi Mouawad hat mit VÖGEL ein modernes »Romeo und Julia« des Nahen Ostens geschrieben, eine aktuelle Variation auf »Nathan der Weise« – einen philosophischen Polit-Krimi im Wellmade-Play-Format, der mit leichter Hand eine Geschichte über den Zeitraum von zwei Jahren erzählt.

 

Copyright: Theater Halle

Der junge Naturwissenschaftler Eitan verliebt sich in die Doktorandin Wahida. Er hat jüdische Wurzeln, sie arabische. Das macht es ihm schwer, seine neue Freundin in der israelischen Familie vorzustellen. Denn Eitans Vater vertritt durch seine Erfahrung als gebürtiger Israeli ein konfliktreiches Familien- und Gesellschaftsbild, das die Versöhnung mit Fremden strikt ausschließt. Auch Eitans Mutter Norah, deren Eltern ihr Judentum gegen den Glauben an den Kommunismus eingetauscht hatten, rät ihrem Sohn ab, zu heiraten. Doch dann passiert die Katastrophe. Eitan liegt nach einem Bombenattentat in Jerusalem verletzt im Krankenhaus. Wahida findet Eitans Großmutter, und aus ihren Erzählungen erfährt sie, dass der kompromisslose Israeli David eigentlich ein palästinensischer Bauernjunge ist, der von Großvater Etgar in einem eroberten Dorf gefunden und adoptiert wurde. Nachdem auch David die Wahrheit über seine Herkunft erfährt, stirbt er an einem Schlaganfall.

Was für ein Drama, in dem sich Familie und Weltpolitik verbinden! Der libanesische Autor Wajdi Mouawad, Jahrgang 1968, hat mit VÖGEL ein modernes »Romeo und Julia« des Nahen Ostens geschrieben, eine aktuelle Variation auf »Nathan der Weise« – einen philosophischen Polit-Krimi im Wellmade-Play-Format, der mit leichter Hand eine Geschichte über den Zeitraum von zwei Jahren erzählt. Seine Dialogkunst entwirft souverän eine äußerst berührende und spannende globale Familiengeschichte, die über Generationen durch den Lauf der Weltgeschichte in heftiger Bewegung und starken Konflikten bleibt.

Regisseur Matthias Brenner ist es wichtig, die Intention des Autors wörtlich zu nehmen und einzelne Dialogpassagen im Original spielen zu lassen. Somit geraten die dramatischen Begegnungen auf der Bühne auch zu einer Erfahrung von emotionaler, religiöser und kultureller Entfremdung einer sich im Grunde sehr nahen Gemeinschaft - der Menschen.

in einer mehrsprachigen Fassung
    Regie Matthias Brenner
    Bühnen- und Kostümbild Nicolaus-Johannes Heyse
    Musik Vahid Shahidifar, Radwan Alhalak
    Dramaturgie Henriette Hörnigk
    Projektleitung Beate Rothmann
    Ausstattungsassistenz Markus Neeser
    Souffleuse Astrid Giese

Wahida, Studentin (englisch, arabisch, deutsch) Cynthia Cosima Erhardt,
    Eitan Zimmermann, Student (englisch, deutsch, hebräisch) Nils Andre Brünnig
    David, sein Vater (hebräisch, deutsch, englisch) Harald Höbinger
    Norah, seine Mutter (deutsch, englisch) Bettina Schneider
    Etgar, sein Großvater (hebräisch, deutsch) Wolfgang Engel
    Leah Kimhi, seine Großmutter (hebräisch, englisch, deutsch) Elke Richter
    Al-Hasan Al Wazzan (Kellner, Pfleger, Arzt) (arabisch, deutsch) Radwan Alhalak, Vahid Shahidifar
    Eden, eine Soldatin (hebräisch, englisch, deutsch) Nora Schulte
    Rabbiner (hebräisch, deutsch) Harald Horvath

Matinée vor der Premiere Sonntag, 23. Februar 2020, 11 Uhr, nt- Casino 3. Etage
Eintritt frei
 

Weitere Informationen zu diesem Beitrag

Lesezeit für diesen Artikel: 15 Minuten



Herausgeber des Beitrags:

Kritiken

Nachdenklich, Lebhaft, Wütend, Wehmütig! Ballett am Rhein: „Vier Neue Temperamente“

DIE VIER TEMPERAMENTE George Balanchine PHLEGMATIC SUMMER Michèle Anne de Mey (Uraufführung) SANGUINIC: CON BRIO Demis Volpi (Uraufführung) CHOLERIC Hélène Blackburn (Uraufführung) FROM TIME TO…

Von: Dagmar Kurtz

Hinter der Bühne

Adriana ist der gefeierte Star der Schauspielbühne. Aber auch Ruhm und Anerkennung schützen nicht davor, hintergangen zu werden. Und wenn zwei Frauen denselben Mann lieben, sind Eifersucht, Intrige…

Von: Dagmar Kurtz

Wie absurd ist das denn?

Die Volksbühne in Berlin kommt mit einer Uraufführung namens „SMAK! SuperMacho AntiKristo“ heraus, einer „hyperhybriden Hommage an den französischen Symbolisten Alfred Jarry“ und allerlei Anderes.  

Von: Stephan Knies

Zwei Außenseiter - "I am a problem" in der Deutschen Oper am Rhein: "Carmen“ "von Roland Petit und "Baal" von Aszure Barton

Der Kontrast könnte stilistisch nicht größer sein zwischen den beiden Choreografien, die an der Deutschen Oper am Rhein in „I am problem“ zu sehen sind. Und doch haben sie etwas gemeinsam, sie zeigen…

Von: Dagmar Kurtz

Ich hoffe, es wird recht lebendig

Die Zeit spricht eigentlich für eine neue Premiere der „Hedda Gabler“: In den nunmehr bald zwei Jahren der Beschränkungen haben so viele von uns die eigenen Lebensentwürfe grundsätzlich in Frage…

Von: Stephan Knies

Alle Kritiken anzeigen

folgen Sie uns auf

Theaterkompass

Der Theaterkompass ist eine Plattform für aktuelle Neuigkeiten aus den Schauspiel-, Opern- & Tanztheaterwelten in Deutschland, Österreich und Schweiz.

Seit 2000 sorgen wir regelmäßig für News, Kritiken und theaterrelevante Beiträge.

Hintergrundbild der Seite
Top ↑