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"Der zerbrochne Krug" von Heinrich von Kleist - Württembergische Landesbühne Esslingen

Premiere: Samstag, 13. Oktober 2018, 19:30 Uhr Schauspielhaus

In Huisum ist Gerichtstag. Doch als Schreiber Licht am Morgen Dorfrichter Adam einen Besuch abstattet, ist dieser seltsam zerstreut: Sein Gesicht ist zerschunden, am Hinterkopf prangt eine Platzwunde und an all dem soll der Ofen schuld sein. Ausgerechnet heute ist Gerichtsrat Walter zur Inspektion aus Utrecht angereist. Ohne Gerichtsperücke und unter

Beobachtung muss Adam seines Amtes walten.

 

Vor Gericht erscheint Frau Marthe Rull, im Schlepptau hat sie ihre Tochter Eve. In deren Kammer ist in der vergangenen Nacht ein Krug zerbrochen und Ruprecht, ihr Verlobter, soll der Täter sein. Doch Ruprecht streitet ab, will gar einen anderen Mann gesehen haben. Und Eve – schweigt. An Aufklärung nicht interessiert, lenkt Dorfrichter Adam den Verdacht wortreich mal hierhin, mal dorthin. Denn den wahren Täter kennt er nur zu gut …

Heinrich von Kleist schrieb sein abgründiges und sprachgewaltiges Lustspiel, das 1808 von Johann Wolfgang von Goethe uraufgeführt wurde, vor dem Hintergrund großer politischer und gesellschaftlicher Umbrüche. Und tatsächlich ist Huisum, das fiktive Dorf bei Utrecht, nur auf den ersten Blick possierlich: Mit der Zerstörung des Kruges, auf dem die Gründungsszene des niederländischen Staates abgebildet ist, zeichnet Kleist das Bild einer düsteren Zukunft.

Hans-Ulrich Becker, Jahrgang 1956, studierte zunächst in Ulm Medizinische Dokumentation, dann in Frankfurt a. M. Germanistik, Theaterwissenschaft und Kulturanthropologie. Seine Theaterlaufbahn begann er am Freien Theater in Frankfurt und in Marburg beim Festival „Theater in Bewegung“ als künstlerischer Leiter. Von 1992 bis 1995 war er Oberspielleiter am Nationaltheater Mannheim. 1993 wurde seine Heidelberger Inszenierung von Gombrowicz' „Yvonne oder die Burgunderprinzessin“ zum Theatertreffen nach Berlin eingeladen, 1994 die in Mannheim entstandene deutschsprachige Erstaufführung von Jerofejews „Walpurgisnacht“. Ab 1995/96 war er für acht Jahre als fester Regisseur am Staatstheater Stuttgart engagiert. Er inszenierte u.a. am Deutschen Theater Berlin, am Thalia Theater Hamburg, am Bochumer Schauspielhaus, am Düsseldorfer Schauspielhaus, am Bayerischen Staatsschauspiel München und in Wien. 2004 wurde er Professor für Praktische Theaterarbeit an der Folkwang Universität der Künste Essen/Bochum. Seit 2010 ist er Ausbildungsdirektor für Regie an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt a. M. An der WLB Esslingen inszenierte er in der Spielzeit 2016/17 Robert Seethalers „Der Trafikant“.

Regie: Hans-Ulrich Becker  
Bühne: Frank Chamier
Kostüme: ElisabethnRauner
Dramaturgie: Michaela Stolte

Mit: Ursula Berlinghof, Kristin Göpfert, Dietmar Kwoka, Antonio Lallo, Markus Michalik, Marcus Michalski, Sofie Alice Miller, Martin Theuer

Weitere Vorstellungen: 18.10., 24.10., 27.10., 16.11., 23.11., 24.11.,
4.12., 12.12., 15.12.
MATINEE zur bevorstehenden Premiere: So. 07.10., um 11 Uhr, Podium 1

Bild: Heinrich von Kleist

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